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Bei Urlaubsplänen halten sich die Deutschen zurück

Große Reiselust – aber Unsicherheit

Münster

Eines steht für Torsten Schäfer unumstößlich fest: „Die Deutschen haben Fernweh.“ Doch wie die Reiselust in diesem Sommer zu befriedigen ist, weiß der Sprecher des Deutschen ­Reiseverbandes (DRV) auch nicht so genau. „Wir haben aber den Eindruck aus vielen Gesprächen mit Kunden, dass die Sehnsucht zu reisen in der Krise gewachsen ist.“

Jürgen Stilling

Foto: dpa

Bei möglichen Reisezielen im Inland ist die Lage allerdings bisher völlig klar: Es geht nichts. Zu touristischen Zwecken darf nicht gereist werden. Wie lange diese Regel noch gelte, sei offen, sagt Schäfer. Aktuell sind derzeit einige Regionen in Schleswig-Holstein wie etwa Nordfriesland inklusive Sylt, die Schlei und das Gebiet rund um Eckernförde zu bereisen. Doch hier gibt es derzeit nur ein befristetes Versuchs­projekt. Ob hier auch in den Sommerferien noch was geht, ist nicht absehbar.

Dennoch weiß Schäfer: „Die Nachfrage nach Ur­laubsreisen ist grundsätzlich da.“ Doch die Unsicherheit lasse die Touristen noch vorsichtig agieren. „Bei den aktuell noch zurückhaltend eingehenden Buchungen für die Sommermonate zeichnet sich aber ein großes Interesse für das Mittelmeer ab.“ Hier zeigen vor allem Reiselockerungen in Griechenland Wirkung, berichtet der DRV. Auch die Türkei, Spanien – vor allem die Balearen –, Portugal und Kroatien sind derzeit gefragt. Doch Corona-Tests sind auf der Hin- und Rückreise Pflicht. Auch gibt es vor Ort strenge Hygiene-Regeln. Welche Länder als Risikogebiete aus­gewiesen werden, darüber informieren jede Woche das Robert-Koch-Institut und das Auswärtige Amt, so Schäfer.

Wer trotz der Unsicherheit für die Sommerferien buchen will, muss sich wohl auf steigende Preise einstellen. Der DRV begründet diese Entwicklung mit den geringeren Kapazitäten und der zu erwartenden erhöhten Nach­frage für dieses Buchungsintervall. Schäfer: „Daher lohnt sich das frühzeitige ­Buchen einer Pauschalreise.“

Buchungen schon für 2022

Doch der Verband hat festgestellt, dass die meisten Kunden sich derzeit eher für Reisen am Ende des Sommers oder noch später im Jahr entscheiden. Zum Teil werde schon für 2022 gebucht, so Schäfer.

Die Politik habe derzeit großen Einfluss auf das ­Buchungsverhalten. Zum Beispiel hätten die Buchungen für Mallorca nach Auf­hebung der Reisewarnung für die Balearen unverzüglich kräftig angezogen, so der DRV-Sprecher.

Niedrige Inzidenzen auf Inselzielen

Reiseanbieter wie Tui und FTI hatten jüngst angekündigt, ihre Angebote deutlich auszuweiten. Ab Mitte Mai fliegt Tui beispielsweise wieder Ziele wie Kreta, Rhodos, Kos, Korfu und die westliche Peloponnes an, aber auch Faro an der portugiesischen Algarve-Küste. FTI-Manager Ralph Schiller rät für den Sommer vor allem zu Inselzielen wie Mallorca, Zypern und Malta, wo die Corona-Inzidenzen derzeit niedrig seien.

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