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Mit PCR-Test

Berlin will Clubs für Pilotprojekt öffnen

Berlin (dpa)

Wie könnten Clubs trotz Pandemie wieder aufmachen? Berlins Kultursenator Klaus Lederer will das mit einem Pilotprojekt testen.

Von dpa

Erst zum PCR-Test, dann in den Club - ein Pilotprojekt in Berlin. Foto: Sophia Kembowski/dpa

Mehrere Clubs in Berlin sollen für ein Pilotprojekt wieder drinnen öffnen dürfen - die Gäste sollen vorab zum PCR-Test.

Das Projekt solle unter wissenschaftlicher Begleitung der Charité aufzeigen, ob und wie Tanzveranstaltungen in Clubs «auch unter pandemischen Bedingungen in Zukunft sicher möglich sein können», teilte die Senatskulturverwaltung mit.

Sechs Clubs sollen mitmachen, darunter das Kitkat, die Renate und das SO36 in Kreuzberg. Das Projekt soll von Freitagabend bis Sonntagmittag laufen (6. bis 8. August). Rund 2000 Besucherinnen und Besucher werden zugelassen. Sie sollen vorab mit PCR- anstelle von Schnelltests auf das Coronavirus untersucht werden.

Alle müssen die Teststrategie durchlaufen

Dabei soll zum Beispiel nicht unterschieden werden, ob Menschen schon geimpft sind. Alle müssten die vorgeschlagene Teststrategie durchlaufen, hieß es in der Mitteilung. Berlin hatte bereits im März ein Pilotprojekt für die Kultur aufgelegt. Damals spielten etwa die Philharmoniker trotz Lockdowns vor rund 1000 Menschen.

Anders als in Konzerthäusern und Theatern seien bei einer Clubnacht weder Abstandsregeln noch eine Maskenpflicht umsetzbar, teilte die Senatsverwaltung mit. Deswegen sei die «Generierung einer temporären SARS-CoV-2-freien Kohorte» für 48 Stunden der wichtigste Baustein der Pilotveranstaltung. Wer mitmacht, soll einige Stunden vor Projektbeginn und einige Tage danach nochmal getestet werden.

Tanzen im Innenraum nicht erlaubt

Die Berliner Clubs hatten vor anderthalb Jahren schließen müssen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Mit #UnitedWeStream haben sie lange Musik von leeren Tanzflächen in viele Wohnzimmer übertragen. Mittlerweile darf auf Außenflächen wieder getanzt werden, unter Einhaltung von Hygienevorschriften. Drinnen sind Tanzveranstaltungen bisher nicht erlaubt.

«Wir sind sehr froh, dass wir dieses Pilotprojekt durchführen können», teilte Pamela Schobeß von der Berliner Clubcommission mit.

Die Tickets für das Pilotprojekt «Clubculture Reboot» sollen online verkauft werden. Die Links dazu würden über die beteiligten Clubs beworben, etwa über Internetplattformen oder Newsletter, sagte ein Sprecher der Clubcommission. Die Tickets kosten 15 Euro. Hinzu kommen 10 Euro Kaution, die man beim Folgetest wiederbekommen soll. Das Vorhaben wird von der Senatskulturverwaltung bezuschusst.

DJs und die lange Nacht des Impfens

Die Clubcommission plant im August auch die langen Nächte des Impfens. In der Treptower Arena soll man sich am 9., 11. und 13. August abends impfen lassen können. Dazu sollen DJs auflegen, die selbst im Impfzentrum ausgeholfen haben, wie ein Sprecher der Clubcommission sagte. In Berlin ist etwa die Hälfte der Bevölkerung vollständig geimpft. Die Zahl der Neuansteckungen mit dem Coronavirus ist in den letzten Wochen wieder gestiegen.

Aus Sicht der Senatsverwaltung brauchen Clubs mehr Planbarkeit. Öffnungsschritte für sie könnten nicht nachhaltig sein, solange sie ausschließlich an die Inzidenz gebunden seien. Die mangelnde Planbarkeit stelle für die Branche ein Problem dar - das könne durch «wissenschaftlich fundierte Modelle» gelöst werden, teilte die Senatsverwaltung von Kultursenator Klaus Lederer (Linke) mit.

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