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Reformbewegung Maria 2.0

Verein zur Umwidmung der Kirchensteuer in Köln gegründet

Köln (dpa)

Viele Menschen treten aus der Kirche aus - und behalten dann das Geld, das vorher für die Kirchensteuer reserviert war. Jetzt bietet ein neu gegründeter Verein an, es unkompliziert für gute Zwecke zu spenden.

Von dpa

Gottesdienst in einer katholischen Kirche. Unter anderem in Köln gibt es seit Monaten eine Welle von Kirchenaustritten. (Symbolbild) Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Zur Umwidmung der Kirchensteuer ist am Montag in Köln der Verein «Umsteuern! Robin Sisterhood» gegründet worden.

«Wir wollen Leute, die jetzt massenweise aus der Kirche austreten, dazu animieren, das Geld nicht einfach versacken zu lassen, sondern konkret zu spenden», sagte Mitbegründerin Maria Mesrian von der Reformbewegung Maria 2.0 am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Der Verein richte sich aber auch an Menschen, die noch Mitglied in der Kirche seien und zusätzlich für einen guten Zweck spenden wollten.

Prominente Unterstützer

Der Verein wird unter anderem von Carolin Kebekus unterstützt. «Die katholische Kirche hat durch ihre stümperhafte Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch einen entsetzlichen Schaden bei vielen gläubigen Menschen angerichtet», sagte die Komikerin der Deutschen Presse-Agentur. «Unser Verein «Umsteuern! Robin Sisterhood e.V.» hat das Ziel, diesen Menschen zu helfen.»

Die Gelder sollen unter anderem Selbsthilfegruppen gewaltbetroffener Menschen zugute kommen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Unterstützung von Frauen- und Kinderschutz-Häusern. Allein in Köln seien im vergangenen Jahr 370 Frauen, die um Aufnahme in ein Frauenhaus gebeten hätten, abgewiesen worden, da nur 45 Plätze zur Verfügung stehen, sagte Mesrian.

Welle von Kirchenaustritten

In Köln gibt es seit Monaten eine Welle von Kirchenaustritten. Als Grund dafür gilt die Vertrauenskrise rund um Kardinal Rainer Maria Woelki. Kebekus sagte, sie glaube, dass man die derzeitige Empörung in der katholischen Kirche nicht mehr aufhalten könne. «Das potenziert sich immer mehr, gerade auch weil man das Gefühl hat, es wird nicht richtig aufgeklärt.»

Über die Vereinsgründung hatte zunächst der «Kölner Stadt-Anzeiger» berichtet.

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