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Überblick

Sommerurlaub in Europa - Was geht und was nicht?

Berlin (dpa)

Die Ferienplanung geht in diesem Jahr teils mit bangem Blick auf die Inzidenzzahlen einher. Doch trotz Sorgen vor der Delta-Variante: Für Urlaubshungrige ist derzeit in Europa viel möglich.

Von den dpa-Korrespondentinnen und -Korrespondenten

Urlaub ist in vielen Ländern Europas wieder möglich. Doch die Regekn vor Ort unterscheiden sich. Foto: Clara Margais/dpa/Archivbild

In sechs deutschen Bundesländern sind bereits Schulferien - und viele wichtige Urlaubsregionen in Europa haben ihre Türen im zweiten Corona-Sommer weit geöffnet. 

Insgesamt ist die Infektionslage trotz wieder steigender Zahlen immer noch vergleichsweise entspannt, auch wenn es vereinzelt beunruhigende Entwicklungen gibt. Also erstmal gute Voraussetzungen für Urlauber, die nach den zähen Lockdown-Monaten etwa ans Meer oder in die Berge wollen. Es gibt aber Auflagen, etwa eine Testpflicht für alle, die mit dem Flugzeug nach Deutschland zurückkehren und nicht vollständig geimpft oder von Covid-19 genesen sind. Ein Überblick, was bei der Reiseplanung zu bedenken ist:

Baltische Staaten

Estland, Lettland und Litauen haben ihre lange strengen Corona-Regeln stark gelockert. Das öffentliche Leben hat sich inzwischen weitgehend normalisiert. Weiter gibt es aber Corona-Auflagen in vielen Bereichen - teils mit Vorrechten für nachweislich Geimpfte und Genese. Zugleich ist eine zunehmende Verbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus und eine Verlangsamung der Impfungen zu beobachten.

Wer von Deutschland oder aus anderen EU-Ländern einreist, muss sich registrieren. In Abhängigkeit von der Infektionslage im Herkunftsland muss gegebenfalls ein negativer Corona-Test vorgelegt werden und es gilt teils auch eine Quarantänepflicht. In Estland sind Einreisende aus Deutschland von beiden Verpflichtungen befreit, in Lettland müssen Nicht-Geimpfte und in Litauen sämtliche Einreisende einen negativen Corona-Test vorweisen. Bei der Rückreise nach Deutschland gibt es außer bei Flugreisen keine besonderen Auflagen.

Belgien

Die Zahl der Neuinfektionen ist in dem Land mit 11,5 Millionen Einwohnern zuletzt wieder leicht angestiegen. Knapp 80 Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind mindestens einmal geimpft. Einreisende aus Deutschland unterliegen derzeit keiner Test- oder Quarantänepflicht, gleiches gilt für die Rückreise über den Landweg. Wer länger als 48 Stunden im Land bleibt, muss sich bei den Behörden anmelden. Wer aus einer EU-Region mit aktiverem Infektionsgeschehen kommt, muss in Quarantäne, wenn er nicht geimpft, getestet oder genesen ist. Die Gastronomie darf mit begrenzter Kapazität sowohl innen als auch außen öffnen. Auch Hotels oder Vergnügungsparks empfangen unter Auflagen Gäste.

Bulgarien

Lokale und Einkaufszentren, Wellness- und Fitnesszentren, Diskotheken und Casinos sind unter Auflagen geöffnet. Auch Theater, Kinos und Museen können besucht werden. In Supermärkten, Apotheken und Banken sowie in Kirchen und öffentlichen Verkehrsmitteln gilt Maskenpflicht. Bulgariens Badeorte am Schwarzen Meer empfangen wieder Feriengäste aus dem Ausland, doch viele große Hotels sind noch weitgehend leer. Die Impfquote ist bei knapp 12 Prozent vollständig Geimpften im EU-Vergleich sehr niedrig.

Das südosteuropäische Urlaubsland gilt aus deutscher Sicht nicht als Risikogebiet. Deutsche Touristen müssen bei der Rückkehr aus Bulgarien nicht in Quarantäne, nur bei Flugreisen ist ein negativer Test erforderlich. Geimpfte, getestete und von Covid-19 genesene Reisende aus Deutschland und vielen anderen EU-Staaten dürfen ohne Beschränkungen einreisen. Touristen aus Russland, Spanien und Zypern müssen aber einen negativen PCR-Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf.

Dänemark

Dänemark stuft Deutschland als grünes Land ein - damit können Deutsche selbst dann wieder in Dänemark Urlaub machen, wenn sie noch nicht geimpft sind. An der Grenze müssen Reisende jedoch einen negativen Corona-Test vorzeigen, es reicht ein Schnelltest. Für die Rückreise nach Deutschland auf dem Landweg gibt es keine Auflagen. Innerhalb Dänemarks gibt es kaum noch Beschränkungen: Geschäfte, Restaurants und Kneipen sind offen, Fitnessstudios, Museen und Kinos ebenso. Man muss auch keine Maske mehr tragen, abgesehen von Bus, Bahn oder Metro. Vielerorts muss man aber seinen Corona-Pass vorlegen, mit dem man negative Tests, Impfungen und überstandene Infektionen nachweisen kann. Knapp 60 Prozent der Bevölkerung haben ihre erste Impfung erhalten, mehr als jeder dritte Däne ist bereits fertig geimpft.

Frankreich

In Frankreich sind viele Einrichtungen mit Hygienebestimmungen offen, dazu gehören Geschäfte, Kinos oder Schwimmbäder. Nächtliche Ausgangssperren gibt es nicht mehr, im Freien gilt keine allgemeine Maskenpflicht. Über die Hälfte der französischen Bevölkerung ist mindestens einmal geimpft. Für Reisende aus Deutschland und anderen Ländern reicht zur Einreise ein aktueller Schnelltest. Auch mit einem Impfnachweis können Menschen einreisen. Ausländische Touristen müssen seit Mittwoch im Land für Tests zahlen – für einen PCR-Test werden 49 Euro fällig, für einen Antigen-Schnelltest 29 Euro. Wer aus Frankreich auf dem Landweg zurück nach Deutschland reist, muss keine Einreisebeschränkungen beachten. Bei Flugreisen muss ein negativer Test, ein Impf- oder Genesungsnachweis vorgezeigt werden.

Griechenland

Das Land erlebt derzeit einen starken Anstieg bei Corona-Neuinfektionen - allerdings konzentrieren sich die Ausbrüche vornehmlich auf junge Leute in der Region Athen. Weil der Anstieg auf das erst jüngst gelockerte Nachtleben zurückgeführt wird, gelten für Bars nun wieder strengere Regeln, etwa ein Tanzverbot. Griechenland-Besucher müssen vor der Einreise online ihre Daten registrieren und erhalten einen QR-Code zur Nachverfolgung. Außerdem müssen sie bei der Einreise einen negativen Schnelltest vorlegen oder voll geimpft sein. Das gilt auch für Kinder ab zwölf Jahren. Griechenland ist kein Risikogebiet mehr. Für die Rückreise nach Deutschland per Flugzeug reichen deshalb ein negativer Test oder ein Impfnachweis.

Großbritannien

Die hochansteckende Delta-Variante treibt die Fallzahlen im Vereinigten Königreich in die Höhe, die Inzidenz für sieben Tage lag zuletzt bei rund 244 pro 100.000 Einwohner. Allerdings steigt die Zahl der Einlieferungen ins Krankenhaus und der Todesfälle deutlich weniger stark als in vorherigen Wellen - ein Erfolg der fortgeschrittenen Impfkampagne. Mehr als 64 Prozent der britischen Erwachsenen sind vollständig geimpft, mehr als 86 Prozent haben zumindest eine erste Dosis bekommen. Die Regierung verlässt sich auf diese Schutzwirkung und plant für England weitreichende Lockerungen Mitte Juli. Dann sollen trotz hoher Fallzahlen auch Nachtclubs öffnen und Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht fallen.

Von deutscher Seite aus wurde die Einstufung Großbritanniens und Nordirlands als Virusvariantengebiet zurückgenommen, das Land gilt nun als Hochinzidenzgebiet. Damit ist die Einreise nach Deutschland für alle Personengruppen wieder möglich. Für vollständig Geimpfte und Genesene entfällt die bislang strikte 14-tägige Quarantänepflicht ganz, für alle anderen wird sie verkürzt - sie müssen zudem einen negativen Test vorlegen. Von britischer Seite gibt es zunächst nur eine Lockerung für Menschen mit Wohnsitz in England. Vollständig geimpfte Erwachsene, die ihre Impfung in Großbritannien erhalten haben, und Minderjährige müssen bei einer Rückkehr nicht mehr in Quarantäne. Touristen etwa aus Deutschland müssen hingegen vorläufig auch weiterhin nach Ankunft im Vereinigten Königreich für mindestens fünf Tage in Selbstisolation. Die Regierung stellte aber in Aussicht, dies könne sich «im Laufe des Sommers» ändern.

Irland

Auch Irland plant Mitte Juli weitgehende Lockerungen für Reisende. Bislang wird noch von nicht notwendigen Reisen abgeraten. Einreisende müssen einen negativen PCR-Test vorweisen und sich in Quarantäne begeben. Für Reisende aus Ländern mit besonders hohen Corona-Fallzahlen oder gefährlichen Varianten gilt sogar verpflichtende Isolation im Hotel. Vom 19. Juli können Reisende aus EU-Staaten, die über ein EU-Zertifikat verfügen, das die vollständige Impfung, Genesung oder einen negativen PCR-Test belegt, wieder ohne Pflicht zur Quarantäne einreisen. Deutschland hat mehrere irische Regionen als Risikogebiete eingestuft, bei Rückkehr von dort muss innerhalb von 48 Stunden ein negativer Test oder ein Impfnachweis vorgelegt werden - den es aber für eine Rückkehr per Flieger ohnehin braucht.

Italien

Die Infektionslage in dem Mittelmeerland ist entspannt, es gelten weiterhin besonders lockere Corona-Regeln. Die Maskenpflicht im Freien entfällt deshalb. Allerdings muss jeder den Schutz tragen, wenn der Mindestabstand nicht einhalten werden kann, man mit Bus und Bahn fährt oder sich in Innenräumen aufhält. Knapp 40 Prozent der Bevölkerung ist vollständig gegen Covid-19 geimpft. Wer in das Land reist, soll ein digitales Einreiseformular ausfüllen. Zudem ist ein Nachweis über Impfung, Genesung oder ein negativer Test erforderlich. Wer auf dem Landweg nach Deutschland zurückreist, muss keine Beschränkungen beachten.

Kroatien

Das beliebte Urlaubsland verlangt von Reisenden das EU-weit gültige Corona-Zertifikat, unabhängig davon, woher sie kommen. Akzeptiert werden aber auch noch die von den einzelnen Ländern ausgestellten Bescheinigungen, die belegen, dass der Betroffene geimpft, genesen oder getestet ist. Die Hotels empfangen Gäste hingegen ohne Einschränkungen. Gaststätten dürfen Gäste in ihren Innenbereichen bewirten, ausgenommen sind Cafés ohne Speisenangebot, die nur draußen bedienen dürfen. Nicht zulässig ist außerdem das Bedienen von Gästen, die nicht an Tischen sitzen. Die Cafetiers in Dubrovnik hadern mit den Behörden, weil sie jene Gäste, die es sich gerne auf den barocken Treppen der Altstadt bequem machen, nicht bedienen dürfen. Deutschland hat die Küstenregion Zadar als Risikogebiet eingestuft, bei Rückkehr von dort muss innerhalb von 48 Stunden ein negativer Test oder ein Impfnachweis vorgelegt werden.

Luxemburg

Bei der Einreise von Deutschland nach Luxemburg gelten derzeit keine größeren Einschränkungen. Nur Flugreisende müssen einen negativen Corona-Test (PCR- oder Schnelltest) vorlegen. Impf- oder Genesenen-Nachweise sind ebenfalls zulässig. Hotels und Gastronomie sind geöffnet. Restaurants, Bars und Cafés, die nur nachweislich geimpfte, genesene, oder negativ getestete Gäste empfangen, müssen drinnen wie draußen keine besonderen Hygieneregeln mehr einhalten. Für alle anderen Betriebe gelten Auflagen wie ein reines Sitzplatzangebot oder maximal vier Personen an einem Tisch im Innenbereich, sofern diese nicht zusammen wohnen. Der Kultur- und Sportbereich ist geöffnet. In vielen öffentlichen Bereichen gilt weiterhin die Maskenpflicht. Bei der Rückreise nach Deutschland sind (außer bei Flugreisen) keine Auflagen zu erfüllen, da Luxemburg kein Risikogebiet mehr ist.

Malta

Im kleinsten EU-Land sind große Veranstaltungen wieder erlaubt, aber unter strengen Auflagen. Rein darf nur, wer ein anerkanntes Covid-19-Impfzertifikat vorweisen kann. Im Freien dürfen sich Corona-Geimpfte ohne Mund-Nasen-Schutz bewegen, wenn sie alleine oder mit anderen Geimpften unterwegs sind. Ansonsten gilt die Maskenpflicht, außer an Stränden. Die Gastronomie sowie Kinos und Museen sind geöffnet. Die Fallzahlen sind niedrig, auch wenn sie in der vergangenen Woche leicht gestiegen waren. Knapp 80 Prozent der Erwachsenen sind gegen Covid-19 durchgeimpft. Wer aus Deutschland nach Malta reist, braucht entweder das EU-Impfzertifikat oder einen negativen PCR-Test. Für die Rückreise nach Deutschland gilt nur die Auflage, bei Flugreisen ein negatives Testergebnis oder einen Nachweis der vollständigen Impfung vorzulegen.

Niederlande

Das öffentliche Leben läuft fast normal. Museen, Theater Zoos und Kinos sind geöffnet. Das gilt auch für Restaurants und Geschäfte. Im Prinzip müssen auch keine Masken mehr getragen werden - Ausnahmen gelten für Busse und Bahnen und Flughäfen. Die Grundregel ist der Abstand von 1,5 Metern. In Discos und Nachtclubs oder bei Festivals und Konzerten, wo der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann, wird von Besuchern ein negatives Testergebnis verlangt oder ein Impfnachweis. Während der Fußball-EM dürfen Kneipen Spiele auf Videoschirmen zeigen. Deutsche können das Land ohne Einschränkung besuchen, auch bei der Heimkehr nach Deutschland gibt es keine Auflagen mehr – mit Ausnahme von Flugreisenden. In den vergangenen Tagen stiegen die Infektionszahlen dramatisch durch die Delta-Variante.

Norwegen

Deutsche Touristen können seit kurzem wieder Urlaub in Norwegen machen. Das skandinavische Land hat die Bundesrepublik ebenso wie mehrere andere EU-Länder kürzlich als grün eingestuft, was bedeutet, dass man aus diesen Staaten wieder einreisen darf, ohne in Quarantäne zu müssen. Jeder Einreisende mit Ausnahme von Geimpften und Genesenen muss aber eine Einreiseanmeldung ausfüllen und an der Grenze einen Corona-Schnelltest machen. Bei Rückreise nach Deutschland ist zu beachten, dass zwei Provinzen als Risikogebiete eingestuft sind - nach einem Aufenthalt dort muss innerhalb von 48 Stunden ein negativer Test oder ein Impfnachweis vorgelegt werden. Die Geschäfte und Lokale sind fast überall in Norwegen uneingeschränkt geöffnet. In Bussen und Bahnen muss man einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Zwei Drittel aller Erwachsenen im Land haben ihre erste Impfdosis erhalten, knapp 37 Prozent sind vollständig geimpft.

Österreich

Wer im Land ist, muss beim Einkaufen, in öffentlichen Verkehrsmitteln und Museen einen einfachen Mund-Nasen-Schutz tragen. In praktisch allen anderen Bereichen ist die Maskenpflicht aufgehoben. Außerdem gibt es keine Sperrstunde mehr, so dass auch Diskotheken und die Nachtgastronomie wieder offen haben. Obendrein sind volle Stadien, Konzertsäle und Kinos erlaubt. Alle Freiheiten können aber nur die genießen, die getestet, genesen oder geimpft sind. Das gilt auch für die Einreise. Die Rückreise von Österreich nach Deutschland ist ohne besondere Auflagen möglich. Nur Flugreisende benötigen einen negativen Test.

Polen

In dem Nachbarland sind Einkaufszentren, Hotels, Museen und Kunstgalerien unter Auflagen geöffnet. Restaurants dürfen in Außenbereichen Gäste bedienen, in Innenräumen gilt dies mit 75 Prozent Kapazität. Geimpfte werden bei den Kapazitätsbeschränkungen nicht mitgezählt - sie können also gegebenenfalls auf ein freies Hotelzimmer oder einen freien Tisch im Restaurant zählen. Fitnessstudios und Hallenbäder sind in Betrieb. Bei Feiern sind maximal 150 Gäste erlaubt. In Innenräumen sowie in Bussen und Bahnen gilt Maskenpflicht. Gut 30 Millionen Menschen des 38-Millionen-Einwohnerlands haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Mehr als ein Drittel haben den kompletten Impfschutz.

Bei der Einreise aus Deutschland und anderen EU-Ländern gilt eine Quarantänezeit von zehn Tagen. Dies gilt nicht für Reisende, die bei der Einreise einen negativen Coronatest vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Auch vollständig Geimpfte und nachweislich Genesene sind von der Quarantäne befreit. Für die Bundesregierung ist Polen kein Risikogebiet mehr, damit gibt es bei Rückreise auf dem Landweg keine besonderen Auflagen. Bei Flügen besteht aber weiterhin die Pflicht zur Vorlage eines negativen Tests.

Portugal

In Portugal verschlechtert sich die Corona-Lage bereits seit vielen Wochen. Die landesweite 14-Tage-Inzidenz, die vor einem Monat noch bei 55 lag, stieg jüngst auf 247. Das liegt vor allem an der Ausbreitung der Delta-Variante. Zur Eindämmung wurde vor einigen Tagen wieder eine nächtliche Ausgehsperre eingeführt. In den Regionen mit besonders schlechter Lage (darunter die Hauptstadt Lissabon) dürfen die Menschen zwischen 23.00 und 5.00 nur mit triftigem Grund auf die Straße.

Allerdings gab es für Portugal und deutsche Portugal-Fans auch gute Nachrichten: Das Land wurde von Deutschland vom Virusvariantengebiet zum Hochinzidenzgebiet zurückgestuft. Damit ist die Einreise nach Deutschland für Urlaubsrückkehrer und alle anderen Personengruppen wieder möglich. Für vollständig Geimpfte und Genesene entfällt die Quarantänepflicht ganz, für alle anderen wird sie verkürzt - sie müssen zudem einen negativen Test vorlegen. In Portugal haben bisher mehr als 5,8 Millionen Menschen (gut 56 Prozent) mindestens eine Impfung erhalten, mehr als 3,6 Millionen (35 Prozent) sind vollständig geimpft.

Rumänien

In dem südosteuropäischen Land ist die Außengastronomie uneingeschränkt geöffnet. Im Freien und damit an Stränden gelten Abstandspflichten, ein Mund-Nasen-Schutz muss nur in geschlossenen öffentlichen Räumen getragen werden. Abhängig von der Corona-Inzidenz kann es in einzelnen Orten aber jederzeit zu Einschränkungen kommen, wie etwa der Besucherzahl in Restaurants. Clubs, Diskotheken, Spielhallen und Bars sind nur für vollständig Geimpfte geöffnet. Deutsche Touristen brauchen weder Impf- noch Testnachweis und müssen auch nicht in Quarantäne. Dies gilt auch bei der Rückkehr aus Rumänien nach Deutschland, Ausnahme ist die Testpflicht bei Flugreisen.

Schweden

Schweden hat keine Einschränkungen für Reisende aus Deutschland und anderen EU-Ländern, aber man muss einen negativen Corona-Test vorweisen. Menschen aus dem restlichen Skandinavien sind davon ausgenommen. Von Reisen in die Provinzen Kronoberg, Norrbotten und Värmland rät das Auswärtige Amt ab, sie gelten als Risikogebiete - bei Rückkehr von dort muss innerhalb von 48 Stunden ein Test vorgelegt werden. In Schweden gibt es keine Maskenpflicht, die geltenden Beschränkungen sind nach wie vor lockerer als in vielen anderen Ländern Europas. Knapp zwei Drittel der erwachsenen Bevölkerung sind mindestens einmal geimpft worden, über 40 Prozent haben auch schon ihre zweite Impfdosis erhalten.

Schweiz

Die Infektionszahlen steigen zwar wieder leicht, aber Verschärfungen der längst weitgehend zurückgefahrenen Corona-Maßnahmen gibt es in der Schweiz nicht. In Innenräumen und öffentlichen Verkehrsmitteln müssen Masken getragen werden. Nur Flugreisende, die weder geimpft noch genesen sind, brauchen vor der Einreise einen negativen Corona-Test und müssen Kontaktdaten hinterlegen. Auch die Rückreise nach Deutschland ist auf dem Landweg ohne besondere Auflagen möglich. Das EU-Impfzertifikat wird anerkannt und erlaubt es unter anderem, an Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen teilzunehmen. Darüber hinaus können Clubs oder Diskotheken auch Impfzertifikate verlangen, um ihren Gästen dadurch größere Hygieneauflagen zu ersparen. In manchen Kantonen können Restaurants und Veranstalter noch die Zahl der Gäste pro Tisch oder Sitzreihe begrenzen.

Slowakei

Nach kurzfristigen Einreise-Erleichterungen im Juni hat die Slowakei aus Furcht vor der Delta-Variante eine abrupte Kehrtwendung vollzogen. Ab 9. Juli (Freitag) gilt für Nicht-Geimpfte abgesehen von wenigen Ausnahmefällen eine Quarantänepflicht, von der man sich frühestens nach fünf Tagen freitesten kann. Auch für Geimpfte gilt ausnahmslos eine Registrierungspflicht vor der Einreise, unabhängig davon, wie sicher das Herkunftsland ist. Hintergrund ist, dass die Impfungen abgesehen von der Vorbildregion Bratislava sehr schleppend verlaufen. Bis Mittwoch waren nur 2 Millionen der 5,5 Millionen Einwohner (38 Prozent) wenigstens einmal geimpft. Im Inneren von Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln sowie bei Massenveranstaltungen auch im Freien gilt eine Maskenpflicht. Bei der Rückreise nach Deutschland ist nur bei Flugreisen eine Testpflicht zu beachten.

Slowenien

Menschen, die sich zuletzt nur in Deutschland oder einem anderen Land der sogenannten «Grünen Liste» aufgehalten haben, können ohne Auflagen und Einschränkungen nach Slowenien reisen.  Für Hotelübernachtungen gilt grundsätzlich die Vorschrift, dass der urlaubende Gast entweder geimpft, genesen oder getestet sein muss. Auch dürfen die Hotels nur teilweise ausgelastet sein. Die Außengastronomie ist für alle offen, die Innenbereiche von Gaststätten, Casinos, Discos und Nachtclubs können nur von Geimpften, Genesenen oder Getesteten genutzt werden. Slowenien ist kein Risikogebiet, für die Rückreise nach Deutschland gelten also keine besonderen Auflagen abgesehen von der Testpflicht für Flugreisen.

Spanien

Im beliebtesten Urlaubsland der Deutschen wird die Corona-Lage seit Ende Juni immer schlechter. Die meisten Sorgen bereiten die Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante sowie die bei jüngeren Menschen bis 29 Jahren besonders rapide steigenden Infektionszahlen. In Katalonien, der Region mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz, soll das Nachtleben ab Freitagabend stark eingeschränkt werden, um der Pandemie wieder Herr zu werden. Teilweise - zum Beispiel auf den Balearen - gibt es auch noch Beschränkungen bei der Zahl von Gästen in der Gastronomie, sowie in Kinos und Theatern. Ansonsten ist das Leben in Spanien weitgehend normalisiert. Nahezu überall sind die Strände, Straßen, Plätze, Kneipen, Restaurants und Hotels voll.

Touristen aus Deutschland können ohne Test oder einen Nachweis einer Impfung oder einer Genesung von einer Corona-Erkrankung einreisen. Vor Einreise muss aber eine elektronische Einreisekarte ausgefüllt werden. Bei der Rückreise ist zu beachten, dass mehrere spanische Regionen als Risikogebiete eingestuft sind - hier muss ein Test vorgelegt werden, den es aber für Flugreisen ohnehin braucht. Bundesaußenminister Heiko Maas sagte am Montag in Madrid: «Es gibt keinerlei Hinweise auf Entwicklungen, die befürchten ließen, dass wir in absehbarer Zeit wieder Entscheidungen treffen müssten, die dazu führen, dass deutsche Touristen in Spanien keinen Urlaub mehr machen können.» Gut 56 Prozent aller 47 Millionen Bewohner des Landes sind mindestens einmal, 41 Prozent vollständig geimpft. Vorteile für Geimpfte gibt es außer bei Reisen etwa zu den Kanaren bisher kaum.

Tschechien

Aus Sorge vor der ansteckenderen Delta-Variante gelten vom 9. Juli an schärfere Bestimmungen für Touristen. Wer aus einem grünen Land wie Deutschland kommt, muss ein negatives Schnelltest-Ergebnis dabei haben, das nicht älter als 48 Stunden ist, oder ein PCR-Testergebnis, das nicht älter als 72 Stunden ist. Zudem ist vorab ein Online-Meldeformular auszufüllen. Wer vollständig geimpft ist, braucht keinen Test. Zudem gibt es Ausnahmen für den Transit und den kleinen Grenzverkehr. Die Corona-Lage in Tschechien hat sich stark verbessert. Zuletzt gab es innerhalb von sieben Tagen neun Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. In Prag werden Hotelgäste mit kostenlosen Kulturgutscheinen belohnt. Bei der Rückreise nach Deutschland sind abgesehen von Flugreisen keine besonderen Auflagen zu beachten.

Türkei

Wer aus Deutschland in die Türkei reisen will, braucht einen negativen Corona-Schnelltest (nicht älter als 48 Stunden) oder einen PCR-Test (nicht älter als 72 Stunden). Geimpfte und Genesene können mit entsprechendem Nachweis einreisen. Restaurants, Cafés und andere Gast-Einrichtungen sind geöffnet. Ab 1. Juli werden zudem seit Monaten geltende Ausgangsbeschränkungen vollständig aufgehoben. Touristen waren von denen jedoch ohnehin ausgenommen. Es gilt weiterhin eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit. Nach offiziellen Angaben geht die Zahl der Neuinfektionen im Land weiter zurück. Mitte April lag sie noch bei teils mehr als 60.000 am Tag, nun zwischen 5000 und 6000. Bisher haben mehr als 40 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfung verabreicht bekommen. Die Türkei gilt als Risikogebiet - bei der Rückreise nach Deutschland muss entweder ein negativer Corona-Test, der Nachweis über eine Genesung oder eine vollständige Impfung vorgelegt werden.

Ungarn

Auf dem Land- oder Wasserweg können Menschen aus allen Nachbarländern außer der Ukraine uneingeschränkt einreisen. Mit dem Flugzeug können deutsche Touristen jedoch nur kommen, wenn sie das neue, EU-weit gültige Corona-Zertifikat vorweisen können. Hotelübernachtungen sind wieder uneingeschränkt möglich, ebenso der Besuch der Innenräume von Gaststätten. Auch gilt - abgesehen von Krankenhäusern und Altenheimen - keine Maskenpflicht mehr. Für die Rückreise nach Deutschland sind abgesehen von der Testpflicht bei Flugreisen keine besonderen Auflagen zu beachten.

Zypern

Die Infektionszahlen auf Zypern sind vergangene Woche stärker gestiegen als in jedem anderen EU-Land. Deshalb wird die Insel beim Auswärtigen Amt wieder als Risikogebiet eingestuft. In Quarantäne muss man bei der Rückreise dennoch nicht, wenn ein negativer Test, ein Impf- oder ein Genesenennachweis vorliegen. Um sich auf Zypern frei bewegen zu können, benötigen Touristen den «Cyprus Flight Pass». Er wird online beantragt und sollte während des Urlaubs stets mitgeführt werden. Zur Einreise benötigen die Gäste einen negativen Corona-Test. Alternativ müssen sie eine erste Impfung nachweisen, die mindestens drei Wochen zurückliegt.

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