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Grenze zu Belarus

Kirche in Polen fordert Politik zu Hilfe für Migranten auf

Warschau (dpa)

An der EU-Außengrenze zu Belarus sitzen einige Flüchtlinge fest. Jetzt appelliert die katholische Kirche in Polen an die politische Führung.

Von dpa

Sanitäter sprechen mit der Gruppe von Flüchtlingen an der polnisch-belarussischen Grenze. Foto: Artur Reszko/PAP/dpa

Polens katholische Kirche hat an die Politiker des Landes appelliert, gemeinsam eine Lösung für den Umgang mit illegal einreisenden Migranten zu finden.

Vertreter aller politischen Kräfte sollten sich von den Grundwerten der Gastfreundschaft und des Respekts für Neuankömmlinge leiten lassen, sagte Primas Wojciech Polak am Donnerstag. «Kein Mensch, egal welcher Religionszugehörigkeit und Herkunft, darf Instrument in einem politschen Kampf sein.»

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hatte Ende Mai angekündigt, dass Minsk Migranten nicht mehr an der Weiterreise in die EU hindern werde - als Reaktion auf verschärfte westliche Sanktionen gegen die ehemalige Sowjetrepublik. Seitdem hat vor allem Litauen mit einem Andrang von Migranten aus dem Nahen Osten über die Grenze zu Belarus zu kämpfen. Zuletzt nahm auch der Druck auf Polen zu. Die nationalkonservative PiS-Regierung nimmt in der Flüchtlingsfrage eine harte Haltung ein.

Seit fast zwei Wochen sitzt eine Gruppe von Flüchtlingen an Polens Grenze zu Belarus fest. Nach Angaben des polnischen Grenzschutzes handelt es sich um 24 Personen. Eine Hilfsorganisation spricht dagegen von 32 Migranten. Die meisten von ihnen sollen aus Afghanistan und dem Irak stammen. Sie harren in Zelten im Grenzgebiet bei dem Dorf Usnarz Gorny aus. Medienberichten zufolge ist die Gruppe auf der polnischen Seite von Soldaten und Grenzern umstellt, auf der belarussischen Seite seien Sicherheitskräfte zu sehen.

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