1. www.dzonline.de
  2. >
  3. Welt
  4. >
  5. Politik
  6. >
  7. Frankreich will UN-Sicherheitszone in Kabul

  8. >

Evakuierungen

Frankreich will UN-Sicherheitszone in Kabul

Paris (dpa)

Frankreich will eine Struktur schaffen, um nach dem Abzug der US-Armee aus Afghanistan, mit den Evakuierungen fortzufahren. Das soll nun Thema beim UN-Sicherheitsrat werden.

Von dpa

Ein US-Militärflugzeug startet am internationalen Flughafen Hamid Karzai in Kabul. Foto: Wali Sabawoon/AP/dpa

Frankreich möchte sich mit Großbritannien für die Schaffung einer UN-Sicherheitszone in Kabul einsetzen, um von dort aus Evakuierungen nach dem Abzug der Amerikaner fortsetzen zu können.

Dies sei Ziel einer gemeinsamen Resolution bei einer Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen an diesem Montag, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron der Sonntagszeitung «Le Journal du Dimanche».

Nach dpa-Informationen wurde der Text, der zudem auch von den USA mit ausgearbeitet worden sei, mit den anderen Mitgliedern des mächtigsten UN-Gremiums geteilt und zur Debatte gestellt. Die ständigen Mitglieder USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien sollen sich demnach am Montagabend New Yorker Zeit mit Guterres treffen - eine genaue Zeit wurde nicht genannt.

«Unser Resolutionsentwurf zielt darauf ab, eine Sicherheitszone in Kabul zu definieren, die eine Fortsetzung der humanitären Operationen ermöglicht», sagte Macron. «Dies würde einen UN-Rahmen für dringende Maßnahmen schaffen und vor allem alle Beteiligten vor ihre Verantwortung stellen, und der internationalen Gemeinschaft ermöglichen, den Druck auf die Taliban aufrechtzuerhalten.»

Ein Diplomat mit Kenntnis vom Resolutionsentwurf merkte jedoch an, dass der Text eine mögliche Sicherheitszone nicht direkt erwähne und die Darstellung möglicherweise übertrieben sei. Es sei aber unter anderem auch von der Notwendigkeit der Durchführung von Evakuierungen die Rede.

Macron sagte der Zeitung weiter: «Was wir versuchen ist, gezielte humanitäre Einsätze für Evakuierungen organisieren zu können, die nicht über den Militärflughafen in Kabul abgewickelt werden». Es gehe darum, «diese bedrohten Afghanen zu schützen und sie in den nächsten Tagen oder Wochen aus dem Land zu bringen.» Man werde sehen, ob dies über den zivilen Flughafen von Kabul oder über die Nachbarländer geschehen kann.

Startseite