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Bundestagswahl 2021: Wahlkreis 129

Spannendes Rennen in Münster

Münster

Hochspannung in Münster: Es gibt vermutlich einen Dreikampf ums Direktmandat. Die CDU lag in der Vergangenheit in der Domstadt bei den Erststimmen fast immer vorne. Jetzt muss sie bangen.

Von Dirk Anger

Svenja Schulze (l.), Maria Klein-Schmeink (M.) und Stefan Nacke (r.)  Foto: SPD/Grüne/Altevogt

Wackelt eine ­sichere Bank für die CDU? Bei bisher 17 von insgesamt 19 Bundestagswahlen ist es den Christdemokraten in Münster gelungen, das Direktmandat im Wahlkreis 129 zu holen, der identisch mit dem Stadtgebiet ist. Nur 2002 und 2005 hatte es der SPD-Politiker Christoph Strässer, heute Präsident des SC Preußen Münster, geschafft, die schwarze Phalanx beim Direktmandat in der Domstadt zu brechen.

Dem studentisch geprägten Münster, in dem die Grünen bei den jüngsten Kommunal- und Europawahlen Höhenflüge erlebten, steht diesmal sogar ein spannender Dreikampf um das Ticket nach Berlin bevor. Denn die amtierende Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), der CDU-Landtags­abgeordnete Dr. Stefan Nacke und die langjährige Grünen-Bundestagsabgeordnete Ma­ria Klein-Schmeink rechnen sich am 26. September berechtigte Chancen aus, die meisten Erststimmen zu holen. Es dürfte zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen kommen.

Schulze mit Minister-Bonus

Die prominente SPD-Politikerin Schulze (52) will gleich im ersten Anlauf versuchen, es ihrem Genossen Strässer gleichzutun. Die ­frühere NRW-Wissenschaftsministerin und Ex-Landtagsabgeordnete nimmt zwar seit 2018 auf der Regierungsbank in Berlin Platz, verfügt aber bislang noch nicht über ein eigenes Mandat für den Bundestag. In den inten­siven Klimadebatten der jüngeren Zeit konnte Schulze öffentlich wahrnehmbar punkten.

Aus dem Landtag in den Bundestag

Trotz Schulzes Ministerinnen-Bonus macht sich CDU-Bewerber Stefan Nacke große Hoffnungen, den Wahlkreis Münster zu holen, den zuvor zweimal Parteikollegin Sybille Benning gewonnen hat. Letztere hatte schon frühzeitig angekündigt, auf eine erneute Kandidatur für den Bundestag verzichten zu wollen. Der gebürtige Münsteraner Nacke, der 2017 erstmals in den Landtag in Düsseldorf gewählt worden war, setzte sich im März dieses Jahres parteiintern gegen drei Mitbewerber als Wahlkreis-Kandidat der CDU für die Bundestagswahl durch. Der frühere wissenschaft­liche Referent von Essens ­Bischof Franz-Josef Overbeck sieht sich politisch in der Tradition des im Februar dieses Jahres verstorbenen CDU-Sozialexperten Karl Schiewerling aus Nottuln.

Versierte Gesundheitspolitikerin

Die dritte aussichtsreiche Bewerbung im 14-köpfigen Feld für das münsterische Direktmandat kommt von der grünen Gesundheits­politikerin Maria Klein-Schmeink (63). Sie vertritt die Grünen bereits seit 2009 im Bundestag, hat sich in dieser Zeit als Gesundheitspolitikerin einen seriösen Namen gemacht und ist ­inzwischen stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Für Klein-Schmeink wie für Schulze gilt: Sie haben vergleichsweise sichere Plätze auf den jeweiligen Landeslisten ihrer Parteien. Für Nacke geht es dagegen auf Platz 18 der NRW-Landesliste mit dem Direktmandat wohl um alles oder nichts. Immerhin konnte er sich bereits einmal gegen Svenja Schulze durchsetzen: Bei der Landtagswahl 2017 kandidierten beide im Wahlkreis Münster-Süd. Mit 37,5 Prozent der Stimmen lag Nacke damals um 4,5 Prozentpunkte vorne. Doch die politische Landschaft ist längst eine andere.

14 Kandidaturen für das Direktmandat

Auf dem Wahlzettel in Münster finden sich unterdessen noch elf weitere Namen: Klaus Kretzer (FDP), Helmut Gerhard Birke (AfD), Kira Sawilla (Die Linke), Olaf Albert Dietmar Wirl (Freie Wähler), Roland Scholle (Die Partei), Alina Deborah Florence Möller (ÖDP), Carina Beckmann (Volt), Peter ­Michael Balint (Die Basis), Sarah Ranjana Geselbracht (Münsterliste – bunt und international), Andrea Brigitte Dumberger (Internationalistische Liste) und Manfred Stolper (DKP).

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