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Sachstandsbericht

Planet in Lebensgefahr: Weltklimarat warnt vor den Folgen der globalen Erwärmung

Münster

2013 hat der Weltklimarat seinen letzten Sachstandsbericht zu globalen Erwärmung veröffentlicht. Mehr als sieben Jahre sind seither vergangen: In dieser Zeit sind nicht nur die Temperaturen und der atmosphärische CO2-Gehalt gestiegen sondern auch die Gewissheit, dass der Mensch maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hat. Angesichts zunehmender Wetterextreme, schmelzender Eismassen, Dürren und Überschwemmungen warnt das Expertengremium vor einem drohenden Kontrollverlust.

Von Ulrich Schaper

Zunahme von tropischen Wirbelstürmen, Eisschmelze und anhaltende Dürreperioden – das sind nur einige von vielen Folgen der globalen Er­wärmung, die die Klimawissenschaftler des IPCC beobachten. In Zukunft werden sich diese Trends weiter verstärken. Foto: dpa

Der Weltklimarat (IPCC – Interngovernmental Panel on Climate Change) hat am Montag in Genf den ersten Teil seines neuen Sachstandsberichts vorgestellt. Es ist bereits der sechste Berichtszyklus des unabhängigen Expertengremiums. Das Ausmaß der jüngsten Ver­änderungen des gesamten Klimasystems sei beispiellos, wie es in dem Dokument heißt.

Seit dem vergangenen Sachstandsbericht, der 2013 publiziert wurde, gebe es stärkere Belege für die beobachteten Veränderungen von Extremen wie Hitzewellen, Starkniederschlägen, Dürren – und deren Zuordnung zum menschlichen Einfluss. Die erste von vier Hauptaussagen der Autoren lautet: „Es ist eindeutig, dass der Einfluss des Menschen die Atmosphäre, den Ozean und die Landflächen erwärmt hat.“

Menschlicher Einfluss immer deutlicher zu erkennen

Düster sind auch die Pro­gnosen. Bereits um 2030 erwarten die Wissenschaftler, eine Erhöhung der globalen Mitteltemperatur um 1,5 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Jene Zielmarke, die im Pariser Weltklimavertrag beschlossen wurde, und von der man hoffte, dass sie erst später im Verlauf des Jahrhunderts erreicht werden könnte. Die Chancen, den Temperaturanstieg auf diesem Niveau zu halten, scheinen gering – wahrscheinlicher ist eine voranschreitende Erwärmung.

Der 6. Berichtszyklus des Weltklimarates

Die unmittelbaren Folgen, so steht es im Bericht, sind die Zunahme der Häufigkeit und der Intensität von Hitzeextremen, Starkniederschlägen, Dürren, Wirbelstürmen, sowie der Rückgang arktischen Meereises, Schneeeises und Permafrost. Der Weltklimarat warnt vor einem Kontrollverlust.

Temperaturanstieg wird die 2-Grad-Marke knacken

„Die Alarmglocken tönen ohrenbetäubend. Sie müssen das Ende von Kohle und anderen fossilen Brennstoffen einläuten, bevor diese unsere Erde zerstören“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres am Montag. Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze äußerte sich auf einer Pressekonferenz besorgt und rief zum Handeln auf: „Es gab schon genug Weckrufe und Appelle“, erklärte die SPD-Politikerin.

„Der heute vorgestellte IPCC-Bericht führt uns erneut vor Augen, dass die Zeit für die Rettung des Planeten, wie wir ihn kennen, abläuft.“ Sie bezeichnete Klimaschutz als eine „überlebenswichtige“ Aufgabe. Bundesbildungministerin Anja Karliczek (CDU) bemühte die Chancen, die sich bei der Bewältigung bieten: „Bildung, Forschung und Innovation werden im Kampf gegen die globale Erwärmung eine ganz andere Relevanz erlangen.“ Deutschland solle in diesem Kontext zum „Silcon Valley“ nachhaltiger Technologien werden.

Kommentar: Zunehmend gefährlich

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