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Historischer Krimi

Verantwortung und Schuld: «Das doppelte Gesicht»

Berlin (dpa)

Die Geschichte spielt in der Nachkriegszeit. Sie geht der Frage von Schuld und Verantwortung nach. Im Mittelpunkt des Geschehens steht eine Jüdin, die den Holocaust überlebt hat.

Von dpa

München ist im August 1945 eine völlig zerstörte Stadt, materiell wie moralisch. Die Jüdin Billa Löwenfeld kehrt aus dem Exil in den USA in ihre Geburtsstadt zurück. Sie ist jetzt amerikanische Staatsbürgerin und Reporterin.

Ihr Auftrag lautet, einen deutschen Kriegsheimkehrer zu interviewen. Aber zu dem Gespräch kommt es nicht, denn sie findet den Mann erschossen auf. Der junge Polizist Emil Graf, selbst gerade aus dem Krieg zurück, wird mit den Ermittlungen beauftragt. Nach weiteren Morden an ehemaligen deutschen Soldaten muss Emil erkennen, dass die Taten etwas mit dem Umfeld von Billa zu tun haben müssen.

Heidi Rehn greift in ihrem historischen Krimi «Das doppelte Gesicht» sehr pointiert die Frage nach Verantwortung und Schuld auf. Die meisten Deutschen sehen der Wahrheit nicht ins Gesicht und halten sich für Opfer der Nazis. Nicht so Emil, der von Schuldgefühlen gequält wird. Hieraus entwickelt sich ein bewegendes Spannungsfeld zwischen ihm und Billa, die für ihn als Überlebende des Holocaust eine ständige Erinnerung an sein moralisches Versagen ist.

- Heidi Rehn: Das doppelte Gesicht, Aufbau Verlag, Berlin, 352 Seiten, 12,99 Euro, ISBN 978-3-7466-3707-5.

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