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TV-Kritik

Nur dröge Drohnen im Wilsberg-Krimi

Münster

Drogen-Deals per Drohne: Darum ging es in der 72. Wilsberg-Episode am Samstagabend. Und natürlich um den Mord an einem Modellbauhändler und Ladenbesitzer. Neben den üblichen Kabbeleien war der Fall vor allem aber zunehmend gedrechselt. Eine Kritik.

Johannes Loy

Der Immobilienspekulant Fleischhauer (Dominik Maringer, l.) schnappt Rebekka Heise (Christine Sommer) ein Grundstück vor der Nase weg. Auch Wilsberg (Leonard Lansink, M.) gibt vor, Immobilieninvestor zu sein. Foto: ZDF/Thomas Kost

Wer Wilsberg schaut, der erwartet die üblichen Kabbeleien zwischen dem knarzigen Privatdetektiv, der herrischen Kommissarin Springer, dem simplen Finanzbeamten Ekki und dem sonnenbebrillten Overbeck.

Die Fälle selbst wirken zunehmend gedrechselt und benötigen viel Erklärungsbedarf. Das war auch in der 72. Episode nicht anders. Der Mord an Modellbauhändler und Ladenbesitzer Tillmann Drösser, vorschnell mit einem gierigen Investor in Verbindung gebracht, der die angepeilte Ladenzeile „entmieten“ und baulich aufrüsten wollte, blieb bis kurz vor Schluss rätselhaft.

Abende mit Wilsberg werden dröge

Erst dann klärte sich auf, dass das verschworene Ladentrio doch nicht so nett, sondern in Drogen-Deals per Drohne verwickelt und schließlich zerstritten war. Mit der netten Hilfskraft Niels Schiffer, der per Killerdrohne den Drogentod eines eigenen Kindes rächen und den Dealer Tillmann Drösser unschädlich machen wollte, hatte wohl kaum ein Zuschauer gerechnet.

Overbecks übliche kriminalistische Sondertouren gegen globale Syndikate entpuppten sich wie üblich als überdimensioniert. Wilsberg, der seine Anna schlussendlich doch noch zum Tanz ausführte, muss unbedingt wieder mehr Lokalkolorit und Wortwitz entwickeln! Sonst werden diese Abende einfach zu dröge.

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