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Neue Ära

Führungswechsel an der Semperoper

Dresden (dpa)

Paukenschlag an der Semperoper: Die Führung von Oper und Orchester wird in drei Jahren ausgetauscht. Damit endet auch die Zeit von Christian Thielemann als Chefdirigent in Dresden.

Von dpa

Chefdirigent Christian Thielemann (r), und Intendant Peter Theiler 2020 in Dresden. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Die Sächsische Staatsoper Dresden plant für eine neue Ära. Ab Sommer 2024 sollen sowohl die Leitung des Hauses als auch der Chefposten bei der Staatskapelle neu besetzt werden, teilte das Kulturministerium in Dresden am Montag mit.

Für Intendant Peter Theiler (64) wird der Vertrag bis zum Ende der Spielzeit 2023/2024 verlängert, Chefdirigent Christian Thielemann (62) erhält für danach keinen neuen Vertrag. «Unabhängig davon würde ich mich freuen, wenn Christian Thielemann mit seinem weltweit geachteten Profil auch weiterhin der Semperoper künstlerisch verbunden bleibt», erklärte Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU).

«Für die Zeit ab 2024 soll die Leitung der Semperoper und die Position des Chefdirigenten beziehungsweise der Chefdirigentin mit der Perspektive 'Semper2030' neu besetzt werden», hieß es. «Die Stille während der Corona-Krise lässt in den Hintergrund treten, dass wir bis heute auf eine erfolgreiche Intendanz von Peter Theiler und auf ein gutes Jahrzehnt der Sächsischen Staatskapelle Dresden mit ihrem Chefdirigenten Christian Thielemann zurückblicken. Für die Zukunft müssen wir heute Entscheidungen treffen», betonte Klepsch.

«Wir sehen dabei das, was heute gut ist und denken trotzdem an das Übermorgen der Oper. Und eine Oper in zehn Jahren wird eine andere als die Oper von heute sein: Sie wird teilweise neue Wege zwischen tradierten Opern- und Konzertaufführungen und zeitgemäßer Interpretation von Musiktheater und konzertanter Kunst gehen müssen», erklärte Klepsch weiter. Es gehe darum, die Anziehungskraft für das vielfältige Publikum zwischen gewachsenen Stammgästen und neuen Zielgruppen zu behalten oder zu steigern. Das gelte auch für das Verhältnis zwischen dem gewohnten Besuch im Opernhaus und der Nutzung digitaler Angebote.

Zwischen Theiler und Thielemann waren zuletzt Misstöne vernehmbar gewesen. Theiler widersprach im Februar Darstellungen von Thielemann und dem Orchestervorstand der Staatskapelle, deren Arbeit in der Corona-Pandemie zu behindern. Thielemann hatte sich in einem Zeitungsbeitrag enttäuscht darüber gezeigt, dass es an der Semperoper nicht mehr Anstrengungen gebe, um trotz Corona-Auflagen wieder Aufführungen zu ermöglichen. Theiler hatte daraufhin unter anderem gesagt: «In der Krise zeigt sich das wahre Gesicht der Loyalität.»