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65. Eurovision Song Contest

Ein Kessel Buntes statt Einheitsbrei: Große Konkurrenz für Jendrik

Rotterdam

Musikfans aus aller Welt freuen sich aufs große Finale des ESC am Samstag in Rotterdam. Die Isländer können dabei wegen eines Corona-Falls nicht auftreten, haben aber trotzdem gute Chancen. Ob das auch für Jendrik aus Deutschland gilt? Die Konkurrenz ist stark. Es gibt gleich mehrere Favoriten.

Cedric Gebhardt

Hoch die Hände, Wochenende. Am Samstag steigt in Rotterdam das Finale des Eurovision Song Contest. Mit dabei ist Natalia Gordienko aus Moldau im Glitzerkleid und mit ihrem Song „Sugar“. Foto: imago images/ANP

An diesem Samstag (22.5. - 21 Uhr) geht die 65. Ausgabe des Eurovision Song Contest (ESC) in Rotterdam über die Bühne. Künstler aus 26 Nationen buhlen dann um die gläserne ESC-Trophäe.

Unter ihnen ist auch der deutsche Teilnehmer Jendrik, der mit seinem Song „I don’t feel hate“ an den Start geht. Nach dem zweiten Semifinale, bei dem sich am Donnerstag zehn weitere Länder für das große Finale qualifiziert haben, steht zweifelsfrei fest: Es gibt große Konkurrenz.

Mehrere Favoriten auf den Sieg bei den Wettanbietern

Bei den Buchmachern stehen die Rocker von Måneskin aus Italien hoch im Kurs auf den Sieg, aber auch die Sängerin Destiny aus Malta sowie die Französin Barbara Pravi. Sie alle können sich Hoffnungen auf den Titel machen. Aber im zweiten Halbfinale meldeten noch weitere Teilnehmer durchaus berechtigte Ansprüche auf den obersten Platz auf dem Treppchen an.

Allen voran die Formation The Black Mamba aus Portugal, die den Wettbewerb mit ihrem Soul-Titel „Love is on my side“ bereichert. Ihr Stück zeigt die Vielfalt des ESC und offenbart im häufig dargebotenen Eurodance-Stampf-Wummern-Einheitsbrei eine ganz andere Facette. Von den Jurys dürfte Portugal mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich sehr hoch eingestuft werden.

Live on tape statt Live on stage

Ungewiss ist, ob die TV-Zuschauer, die am Samstag ebenfalls mit abstimmen dürfen, dies genauso sehen. Wohltuend anders geriet auch der Auftritt Finnlands. Die Band Blind Channel legte mit „Dark Side“ einen Song im Stil von Linkin Park vor. Angenehm unaufgeregt, leicht skurril, aber vor allem sympathisch ist auch der Song „10 Years“ der Band Daði og Gagnamagnið. Die schon im Vorjahr gefeierten Isländer können allerdings wegen einer Corona-Erkrankung ihres Gitarristen nicht live auftreten.

Dasselbe Schicksal ereilt auch Duncan Laurence. Der Niederländer, der den Grand Prix 2019 mit „Arcade“ gewonnen hatte, ist ebenfalls positiv getestet worden, was einen Live-Auftritt verhindert.

Auf dieses Szenario sind die Veranstalter vorbereitet und spielen bereits im Vorfeld aufgezeichnete Beiträge ein. So wie am Donnerstag den der Isländer, die aus dem Hotel in Quarantäne ihren Einzug ins Finale bejubelten. Das taten neben Island, Portugal und Finnland auch Albanien, Serbien, Bulgarien, Moldau, San Marino, Griechenland und die Schweiz. Deren Kandidat Gjon’s Tears werden mit seiner – mit heller Stimme vorgetragenen – Ballade ebenfalls gute Chancen eingeräumt.

Die Haare, die Ukulele, das Handkostüm – Jendrik fällt auf

Der deutsche Teilnehmer Jendrik Sigwart trifft in Rotterdam demnach auf starke Konkurrenz. Im Vorfeld sammelte der 26-jährige Sänger aus Hamburg viele Sympathiepunkte. Er absolvierte vier Jahre lang ein Musical-Studium am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück. Nicht nur wegen seiner wasserstoffblonden Haare fällt er auf. Bei den Proben trug er zu einer blauen Hose ein pinkfarbenes Jackett. Außerdem spielt er auf einer mit 4000 Strasssteinchen besetzten Ukulele, während neben ihm eine Tänzerin in einem riesigen Handkostüm steckt. Bleibt zu hoffen, dass das Publikum in Europa für den deutschen Beitrag nicht – wie so oft in jüngerer Vergangenheit – mehrheitlich den Daumen senkt.

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