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„Die Mitchells gegen die Maschinen”: Roadmovie-Animationsknüller

Ein Aufstand beleidigter Intelligenz

Mit Filmen wie dem oscargekrönten „Spider-Man: A New Universe” und „Lego Movie” haben sich Christopher Miller und Phil Lord als feste Größen im Bereich des intelligent unterhaltenden Animationsfilms für die ganze Familie etabliert. Ihre neueste Produktion schickt eine zerstrittene Familie in den Kampf gegen Roboter – und die gekränkte Künstliche Intelligenz, die sie steuert. Ein großer Spaß!

Gian-Philip Andreas

Bei Familie Mitchell stehen Vater und Tochter im Zentrum des ulkigen Feldzugs. Foto: Netflix

Nach den zahlreichen düsteren Apokalypse-Erzählungen der letzten Streamingwochen ist der dieswöchig drohende Weltuntergang zur Abwechslung mal ein spaßiger. Unter der Obhut der „Lego Movie“- und „Spiderverse“-Produzenten Phil Lord und Christopher Miller schickt Regiedebütant Michael Rianda in diesem famosen Animationsfilm eine chaotische Familie auf einen Road-Trip, der ihr die Rettung der Welt abverlangt – weil sie mitten in einen Roboter-Aufstand gerät.

Die beleidigte Künstliche Intelligenz eines an Elon Musk erinnernden Entrepreneurs rächt sich für ihre drohende Ausmusterung, indem sie die Menschheit von Robotern kidnappen lässt. Nur per Zufall bleibt Familie Mitchell verschont. Sie macht sich auf in Richtung Silicon Valley, um der marodierenden K.I. namens PAL den Garaus zu machen. „Die Mitchells gegen die Maschinen“ ist, wie die meisten Lord/Miller-Produktionen, ein herrlich unbekümmert durch den popkulturellen Anspielungskosmos fuhrwerkender Komödienhit, temporeich und mit dem Herzen am rechten Fleck. Denn trotz aller Technologie-Tohuwabohus erzählt der Film vor allem die Geschichte einer dysfunktionalen Familie, die sich während der Autofahrt von Michigan an die US-amerikanische Westküste zusammenrauft. Im Mittelpunkt stehen Tochter Katie, die in Kalifornien Film studieren will, und ihr Vater Rick, ein Naturbursche, der Sorgen hat, Katie zu verlieren.

Kitschig wird es im Film aber nie – fast auf Pixar-Niveau gelingt die Zusammenführung von Gags und Gefühl. Animationszeichnerisch gefällt die Integration von cartoonesken Einlagen in 2D. Empfohlen sei überdies die Originalfassung: Als Stimme der eifersüchtelnden PAL ist nämlich niemand Geringeres zu hören als Oscarpreisträgerin Olivia Colman. Sehenswert.

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