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Tennis-Grand-Slam-Turnier

Chancen nicht genutzt: Kerber verpasst Wimbledon-Finale

London (dpa)

Die Chancen gegen die Nummer eins sind vor allem im zweiten Satz da, doch am Ende schafft es Angelique Kerber nicht in ihr drittes Wimbledon-Endspiel nach 2016 und 2018.

Von Robert Semmler, dpa

Angelique Kerber hat in Wimbledon das Endspiel verpasst. Foto: John Walton/PA Wire/dpa

Ein letztes Mal wendete sich Angelique Kerber den stürmisch applaudierenden Tennis-Fans in Wimbledon zu, dann verließ sie auch ohne den dritten Finaleinzug nach ihrem besten Grand-Slam-Turnier seit drei Jahren lächelnd den Centre Court.

Die Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty aus Australien war am Donnerstag beim 3:6, 6:7 (3:7) letztlich zu gut, auch wenn Kerber bei einer 5:2-Führung im zweiten Satz drauf und dran schien, der Partie noch eine Wende geben zu können.

«Unglaublich stolz und dankbar»

«Mit einer stehenden Ovation vom Centre Court zu gehen, ist das beste Gefühl, was man haben kann», sagte sie. Nach schwächeren Monaten hatte nicht viel darauf hingedeutet, dass es die einstige Nummer eins es erstmals seit dem Wimbledon-Triumph 2018 wieder in das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers schaffen würde. Daran habe sie beim Gang Richtung Kabine gedacht, berichtete Kerber. «Ich habe zwar verloren, aber trotzdem nehme ich diese Reise mit mir. Ich bin unglaublich stolz und dankbar» - auch weil einige sie schon abgeschrieben hätten.

Nach 1:26 Stunden stand gegen die bisher stärkste Kontrahentin im Turnierverlauf fest, dass Kerber nach 2016 und 2018 am Samstag bei dem legendären Rasen-Event nicht erneut im Endspiel dabei ist. Nach dem ersten Punkt im Tiebreak zum 1:6 streckte die 33-Jährige geradezu erleichtert den Zeigefinger gen Himmel, weil ihr damit eine kleine Blamage am Ende einer grandiosen Rasensaison erspart blieb. «Am Ende waren es zwei, drei Punkte, die das Match gedreht haben. Im Tiebreak habe ich am Anfang zu viele Fehler gemacht», erklärte sie.

Endspiel Barty gegen Pliskova

Die 25-jährige Barty trifft im Endspiel auf die Tschechin Karolina Pliskova. Die 29 Jahre alte frühere Weltranglisten-Erste bezwang die an Nummer zwei gesetzte Aryna Sabalenka aus Belarus mit 5:7, 6:4, 6:4. «Es war ein großartiges Match von uns beiden. Ich bin superglücklich», sagte Pliskova, die das Duell der beiden starken Aufschlägerinnen nach 1:53 Stunden mit dem 32. Ass der Partie entschied.

Vor den 15.000 Zuschauern auf dem Centre Court kam die nur 1,66 Meter große, aber mit allen Schlägen ausgestattete Barty besser in die Partie und lag im ersten Satz 3:0 vorn. Im fünften Duell der beiden schickte die Australierin aus der Nähe von Brisbane Kerber in die Ecken, streute unterschnittene und kurze Bälle ein und schlug trotz ihrer geringeren Körpergröße gut auf. Kerber bekam noch eine Möglichkeit für das Break zum 4:5. Doch Barty zeigte spielerische Klasse und Nervenstärke, wehrte die Chance am Netz ab und sicherte sich nach 34 Minuten verdient den ersten Durchgang.

Doch zum 2:0 im zweiten Satz gelang Kerber das Break, zum ersten Mal schallte unter dem wolkigen Himmel ein «Komm jetzt!» über den Platz, beim 3:0 ballte die Linkshänderin die Faust und blickte entschlossen in ihre Box zum langjährigen Trainer Torben Beltz. Ein knappes Spiel zum 5:2 brachte Kerber durch, weil es nun ihr häufiger gelang, Barty in die Defensive zu drängen. Doch statt mit eigenem Aufschlag in den Sätzen auszugleichen, gab die Weltranglisten-28. ihr Service zum 5:4 ab. Barty erzwang den Tiebreak, lag schnell 6:0 vorn, ein leichter Fehler von Kerber beendete beim vierten Matchball die Partie.

Kerber verpasste damit ihr fünftes Endspiel bei einem der vier wichtigsten Tennis-Events. 2016 siegte sie bei den Australian Open sowie den US Open und verlor in Wimbledon gegen Serena Williams. Zwei Jahre später gelang ihr dort gegen die Amerikanerin die Revanche.

Krawietz erreicht Mixed-Halbfinale

Indes hat Doppelspezialist Kevin Krawietz das Halbfinale im Mixed erreicht. Der 29-Jährige gewann mit seiner tschechischen Partnerin Kveta Peschke 6:3, 6:7 (3:7), 9:7 gegen Mate Pavic und Gabriela Dabrowski. Das Duo aus Kroatien und Kanada war an Nummer zwei gesetzt. Krawietz hat mit seinem etatmäßigen Doppel-Partner Andreas Mies zweimal die French Open gewonnen und ist auch für die Olympischen Spiele nominiert. Da Mies aber schon länger verletzt ist, tritt Krawietz in Tokio mit Tim Pütz im Herren-Doppel an.

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