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Mit Frust gegen Norwegen: DHB-Team hofft auf Erfolgserlebnis

Tokio (dpa)

27:28 gegen Spanien, 29:30 gegen Frankreich: die deutschen Handballer warten in Tokio weiter auf einen Erfolg gegen einen Großen. Die nächste Chance bietet sich am Freitag.

Von Eric Dobias, dpa

«Ich habe nicht so viel geschlafen», sagt Steffen Weinhold einen Tag nach der Niederlage gegen Frankreich. Foto: Swen Pförtner/dpa

Das Frust-Erlebnis gegen Rekord-Weltmeister Frankreich raubte den deutschen Handballern vor dem nächsten olympischen Topduell mit dem EM-Dritten Norwegen fast den Schlaf.

«Ich habe nicht so viel geschlafen», berichtete Rückraumspieler Steffen Weinhold am Donnerstag nach einer kurzen Nacht mit müder Stimme. «Es war natürlich eine große Enttäuschung da», sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer. «Die Jungs haben das unterschiedlich verarbeitet.»

Gegen die Norweger um Superstar Sander Sagosen vom deutschen Rekordmeister THW Kiel soll an diesem Freitag (14.30 Uhr/ZDF und Eurosport) endlich der ersehnte Sieg gegen einen Großen des Welt-Handballs gelingen. «Das ist ein enorm wichtiges Spiel, in dem wir von Beginn an voll da sein müssen», forderte Bundestrainer Alfred Gislason. «Es geht um ganz wichtige Punkte.»

«Endlich mal die Cleverness haben»

Verliert die DHB-Auswahl, kommt es am Sonntag gegen Brasilien zum Gruppen-Endspiel um den Einzug ins Viertelfinale, in dem bei einem Erfolg wohl Weltmeister und Olympiasieger Dänemark warten würde. Das wollen Gislason und seine Schützlinge vermeiden. «Das Viertelfinale wird uns nicht geschenkt», sagte Kromer. «Wir können noch zwei Vorrundenspiele gewinnen. Das sollten wir tun, um nicht gleich in der ersten K.o.-Runde gegen Dänemark zu spielen.»

Nicht nur Weinhold weiß: «Wir müssen endlich mal die Cleverness haben, solche Spiele zu gewinnen. Wir müssen in engen Phasen flexibler und natürlich von Anfang an bereit sein.» Gegen Norwegen muss vor allem aber Sagosen gestoppt werden. Der 25-Jährige ist Herz und Hirn der Skandinavier. «Er ist einer der weltbesten Handballspieler, wenn nicht sogar der beste», lobte Weinhold seinen Kieler Teamkollegen. «Es ist schwer, gegen ihn zu spielen. Wir müssen ihn unter Druck setzen, dann macht auch er Fehler.»

Schlechte Erinnerungen an letztes Duell

Auch Gislason weiß um die Qualität des norwegischen Ausnahmespielers, mahnte jedoch: «Sander ist einer der weltbesten Spieler und extrem wichtig für die Norweger, die aber insgesamt stark besetzt sind. Man kann sich nicht nur auf ihn konzentrieren, auch wenn er natürlich der Star dieser Mannschaft ist.»

An das bisher letzte Duell haben Kapitän Uwe Gensheimer & Co. keine guten Erinnerungen. Beim deutlichen 25:31 im WM-Halbfinale 2019 war der deutsche Gold-Traum brutal geplatzt. Diese Rechnung soll in Tokio beglichen werden. «Wir müssen nicht die Mittel ändern, wir spielen ja guten Handball. Wir müssen nur unsere Möglichkeiten besser nutzen», gab Kromer die Marschroute vor.

Ein Sieg wäre nicht nur wichtig für das deutsche Punktekonto, sondern auch für die Köpfe der Spieler. Denn die Zweifel nehmen zu, dass die Mannschaft enge Spiele gegen Top-Teams erfolgreich bestreiten kann. «Wir hoffen, dass jetzt im Norwegen-Spiel der Knoten platzt. Wir brauchen auf jeden Fall noch einen Sieg zum Weiterkommen», sagte Spielmacher Philipp Weber. Und Kreisläufer Hendrik Pekeler versprach: «Wir werden es versuchen und alles geben. Irgendwann wird es schon klappen.»

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