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32. Spieltag

Wolfsburg auf dem Weg in die Champions League

Was wird aus Trainer Glasner? Wie verkraftet die Mannschaft die jüngsten Niederlagen? Der VfL Wolfsburg und vor allem ein Spieler haben auf all das eine überzeugende sportliche Antwort gegeben.

dpa

Wolfsburgs Josip Brekalo (l) bejubelt sein Tor zum 1:0 mit einem Trikot von Bartosz Bialek. Foto: Swen Pförtner

Wolfsburg (dpa) - Der Mann mit dem Tablet-Computer war nach dem Schlusspfiff ein gefragter Mitarbeiter beim VfL Wolfsburg. Torwarttrainer Pascal Formann versorgte die Spieler mit den Live-Infos: Wie steht es bei Borussia Dortmund? Wie groß ist unser Vorsprung?

Doch obwohl der Hauptkonkurrent kurz vor Schluss noch das Siegtor gegen RB Leipzig schoss, haben auch die Wolfsburger in diesem engen Rennen um die Champions-League-Plätze zurück in die Spur gefunden. Der Kroate Josip Brekalo bescherte dem Tabellendritten mit seinen drei Toren in der 12., 63. und 89. Minute einen wichtigen 3:0 (1:0)-Sieg gegen Union Berlin und damit auch eine überzeugende Antwort auf die drei Niederlagen in den vorangegangenen vier Partien.

«Das war ein toller Auftritt der Mannschaft», sagte Trainer Oliver Glasner. «Der Dortmunder Sieg schmälert den Tag nicht. Wenn ich heute unsere Leistung sehe, dann stimmt mich das zuversichtlich. Dann habe ich ein tolles Wochenende.» Sollte der VfL auch seine beiden letzten Saisonspiele gegen RB Leipzig und Mainz 05 gewinnen, würde er sich zum ersten Mal seit 2015 und zum dritten Mal überhaupt für den wichtigsten Wettbewerb des europäischen Club-Fußballs qualifizieren.

Das Beeindruckendste an diesem starken und souveränen Auftritt der Wolfsburger war, wie sehr sie die störenden Einflüsse der vergangenen Wochen ausblendeten. Seien es die Niederlagen gegen Borussia Dortmund, Bayern München und Eintracht Frankfurt oder auch die Diskussionen um die nach wie vor ungeklärte Zukunft ihres Trainers Oliver Glasner - die Mannschaft arbeitete einfach konzentriert auf ihr großes sportliches Ziel hin. Das frühe Attackieren des Gegners, die schnellen und schnörkellosen Angriffe, die solide Abwehrarbeit: Vieles erinnerte wieder an die erfolgreiche Phase von November bis März, der der VfL seinen dritten Tabellenplatz verdankt.

Das einzige Manko des Spiels: Die Wolfsburger ließen sich mit dem Nachlegen des beruhigenden zweiten Tores unnötig viel Zeit. Wout Weghorst (21.), Maximilian Philipp (26.) oder Maximilian Arnold (60.) hätten die frühe Führung längst ausbauen können, ehe das der 22 Jahre alte Brekalo mit seinem ersten Dreierpack im 114. Bundesliga-Spiel übernahm. Obwohl es regelmäßig wilde Transfergerüchte um den FC Liverpool oder AC Mailand gibt, ist der Kroate kein unumstrittener Stammspieler beim VfL. Diesmal lag Trainer Glasner richtig, als er ihm auf der linken Offensivseite den Vorzug von Yannick Gerhardt gab.

«Josips Abschlussqualität kam heute zum Tragen», sagte Glasner. «Er hatte eine gute Trainingswoche und hat auch da schon viele Tore geschossen.» Nach Brekalos erstem Treffer hielten die Wolfsburger Spieler beim Torjubel die Trikots von Bartosz Bialek und dem aktuell an Schalke 04 ausgeliehenen William hoch. Beide hatten sich während der vergangenen zwei Wochen das Kreuzband im Knie gerissen.

Und bei Union? Da lief nichts zusammen. «Wir waren gar nicht bereit für dieses Spiels», sagte Manager Oliver Ruhnert bei Sky. «Für einen Gegner wie den VfL Wolfsburg oder jedes andere Topteam brauchen wir einen perfekten Tag. Und viele Spieler hatten heute alles andere als einen perfekten Tag.» So saß der Ex-Wolfsburger Max Kruse wegen Oberschenkel-Problemen mehr als eine Stunde nur auf der Bank. Auch Robert Andrich (kurz vor dem Spiel) und Marcus Ingvartsen (während des Spiels) verletzten sich am Samstag noch.

Lautstarke Unterstützung erhielten die Berliner dafür von mehreren mitgereisten Fans. Nach Angaben von Ruhnert hatten die den Mannschaftsbus schon auf der Autobahn auf Motorrädern begleitet. Während der zweiten Halbzeit feuerten sie ihr Team dann außerhalb des Stadions mit Trommeln und Gesängen an.

© dpa-infocom, dpa:210508-99-520787/3

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