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Hertha und Dardai atmen auf - Sieg dank Rotation und Serdar

Bochum (dpa)

Hertha rotiert und gewinnt. Mit sechs neuen Spielern gelingt den Berlinern beim Aufsteiger VfL Bochum der erste Saisonsieg. Die Neuzugänge Suat Serdar und Myziane Maolida treffen und nehmen Druck von den Schultern des in der Kritik stehenden Trainers.

Von Ulf Zimmermann, dpa

Suat Serdar (M) trifft beim 1:3-Auswärtserfolg von Hertha BSC beim VfL Bochum doppelt - hier erzielt er das 0:1. Foto: Fabian Strauch/dpa

Sportchef Fredi Bobic eilte als erster Gratulant zu Pal Dardai, der Trainer klatschte anschließend erleichtert seine Spieler ab.

Dank Rotation und Neuzugang Suat Serdar hat Hertha BSC Berlin den ersehnten ersten Sieg in der noch jungen Saison der Fußball-Bundesliga gefeiert. Der mit drei Pleiten gestartete Tabellenletzte kam zu einem 3:1 (2:0) beim Aufsteiger VfL Bochum und verließ mit den ersten drei Punkten die Abstiegsplätze.

Hertha-Neuzugang Serdar trifft doppelt

Offensivmann Serdar, der für geschätzt acht Millionen Euro vom FC Schalke 04 nach Berlin gekommen war, war mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack (37. und 43. Minute) der Matchwinner und nahm damit den Druck vom zuletzt in die Kritik geratenen Trainer Pal Dardai. Nach dem Anschlusstreffer von Simon Zoller für den VfL (59.) machte der kurz vor Ende der Transferfrist geholte Myziane Maolida, in der 57. Minute eingewechselt, alles klar für die Hertha.

«Das Ergebnis ist schön effektiv», befand der Coach. Sein Team schon nur fünfmal aufs Tor, traf aber dreimal. Und dann blickte er auf den kommenden Freitag mit der Partie gegen den zweiten Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth voraus: «Jetzt haben wir ein Heimspiel. Das müssen wir gewinnen. Dann hast du sechs Punkte und befreist dich von hinten.»

«Es ist heute eine sehr bittere Niederlage und ich sage, sie ist unverdient», beklagte Bochums Trainer Thomas Reis, «die Niederlage tut sehr, sehr weh, denn wir haben sehr, sehr gut Fußball gespielt.» Insbesondere ärgerte ihn der Treffer zum 0:2, dem nach seiner Meinung ein Foul vorangegangen war. Bochum musste damit ebenfalls die dritte Saisonniederlage hinnehmen und ist am Samstag beim formstarken deutschen Meister FC Bayern München zu Gast.

«Wir sind Letzter mit null Punkten, da müssen wir uns ein bisschen bewegen», hatte Dardai vor Spielbeginn im Streamingdienst DAZN gesagt. Gleich sechs Neue standen gegenüber dem 0:5 beim FC Bayern München in der Berliner Startelf. Die Neuzugänge Ishak Belfodil und Marco Richter sowie Vladimir Darida, Niklas Klünter, Dennis Jastrzembski und Jordan Torunarigha begannen. Taktisch wählte Dardai Safety first mit einer Fünfer-Abwehrkette.

VfL Bochum belohnt sich nicht

Die Gastgeber aus Bochum, bei denen der Ex-Herthaner Eduard Löwen und Konstantinos Stafylidis neu in der Anfangsformation standen, übernahmen vor knapp 14.000 Zuschauern bei bestem Fußball-Wetter selbstbewusst wie beim 2:0 gegen Mainz das Kommando. Einzige echte Chance war allerdings ein Kopfball von Simon Zoller nach einer Flanke von Elvis Rexhbecaj (19.).

Nach einer halben Stunde fuhren die Gästespieler ein wenig mehr die Ellenbogen aus und hatten damit Erfolg. Stark erzwang einen Ballverlust von Bochums Kapitän Anthony Losilla, Darida passte schnell auf Serdar, der an der Strafraumgrenze drei Bochumer ausmanövrierte und aus 15 Metern in die lange Ecke vollendete. Und der Ex-Schalker war wenig später nach einem Einwurf gedankenschneller als die Bochumer Innenverteidiger Armel Bella Kotchap und Vaseileios Lambropoulos und vollendete aus spitzem Winkel zum 2:0 der Berliner.

Bochum setzte mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit alles auf eine Karte und sorgte direkt für Hochspannung. Gerrit Holtmann scheiterte nach einem tollen Solo zunächst an Hertha-Keeper Alexander Schwolow, dessen abgewehrten Ball in die Strafraummitte Zoller zum Anschluss über die Linie drücken konnte. Die Gäste schwammen in dieser Phase bedenklich. Dann wurden Maolida und später der erfahrene Kevin-Prince Boateng eingewechselt. Und Maolida sorgte dann mit einem Schuss aus 16 Metern nach einer gekonnten Einzelleistung für das erlösende 3:1.

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