1. www.dzonline.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Lokalsport
  6. >
  7. Platzt der Traum von Olympia?

  8. >

Manuel Sanders verpasst mit der 400-Meter-Staffel das Finale der Staffel-WM in Polen

Platzt der Traum von Olympia?

Dülmen. Leichtathlet Manuel Sanders verpasste bei der Staffel-Weltmeisterschaft im polnischen Chorzów das direkte Ticket für Olympia. Eine Chance haben die Langsprinter mit dem Zwei-Meter-Mann aus Dülmen jetzt noch. Dafür muss aber alles passen.

Jürgen Primus

Der Dülmener Manuel Sanders (r.) und Startläufer Tobias Lange waren vor dem Rennen im Silesia-Stadion in Chorzów noch frohen Mutes, unter die besten acht Teams bei der Staffel-Weltmeisterschaft mit der 4x400-Meter-Staffel zu sprinten. Am Ende war die Enttäuschung über Rang elf und das erst einmal verpasste Olympia-Ticket groß. Foto: privat

Intensiv hat sich der Dülmener Manuel Sanders auf die Staffel-Weltmeisterschaft in Polen am Wochenende vorbereitet (DZ berichtete). Vier Wochen waren die Stadionrunden-Sprinter im April auf Gran Canaria. Das Ziel: Mit der Final-Teilnahme in Chorzów das Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio im Sommer zu lösen. Doch das Unternehmen scheiterte am Ende deutlich. Manuel Sanders: „Wir haben unser Leistungsvermögen nicht auf die Bahn gebracht“, gab der Dülmener ehrlich und enttäuscht zu.

Die Deutschen liefen im stark besetzten, dritten Vorlauf in der Formation Tobias Lange, Torben Junker, Marvin Schlegel und mit Sanders als Schlussläufer auf Bahn sechs. Fünf statt normalerweise acht Teams waren nur in jedem der drei Vorläufe am Start. Die Deutschen hatten nur Botswana vor sich, die mit Makwala einen Läufer aufboten, der unter 44 Sekunden laufen kann.

Um sich sicher für das Finale in Polen zu qualifizieren, hätten die Deutschen Zweiter in ihrem Vorlauf werden müssen. Tobias Lange übergab knapp an zweiter Position an den Deutschen Meister Marvin Schlegel. Doch der Wechsel war schon nicht optimal. Als die Läufer ihre zugewiesenen Bahnen verlassen durften, fand sich Schlegel nur auf Position vier wieder und musste so die Innenbahn verlassen und hatte ein paar Meter mehr zu gehen.

Beim zweiten Wechsel auf Torben Junker ging dann einiges schief. Die Engländer und die Deutschen hatten sich für den Wechsel falsch aufgestellt, sodass sich die Laufwege von Schlegel und James Williams kreuzten. Der Engländer stürzte bei der Staffelübergabe, und so waren die Briten geschlagen. Junker machte mächtig Druck, flog an den Polen und Italienern zunächst vorbei, hatte dann aber auf der Schlussgeraden bei kalten Bedingungen keine Kraft mehr und übergab schlussendlich an vierter Position auf den Dülmener Zwei-Meter-Mann.

Doch Sanders konnte das kleine Loch nie zulaufen und kam am Ende an Position vier ins Ziel. Seine Zeit: 45,85 Sekunden. Die Gesamtzeit der Deutschen von 3:05,83 Minuten reichte am Wochenende in Polen nur insgesamt zum elften Rang. Damit haben die Deutschen die erste Chance vertan, sich für Tokio zu qualifizieren. „Die Jungs sind natürlich nicht zufrieden und enttäuscht, dass sie ihre Qualifikationschance nicht genutzt haben“, wird Bundestrainer Edgar Eisenkolb auf leichtathletik.de zitiert. „Läuferisch sind wir einfach immer noch so aufgestellt, dass wir uns keinen Fehler erlauben dürfen. Es war wieder ein Schritt vorwärts, aber die Schritte sind noch zu klein.“ Schlussendlich hätten sich viele kleine Fehler summiert, die Probleme beim Wechsel waren nur einer davon.

Die schnellste Zeit liefen die Hallen-Europameister aus den Niederlanden (3:03,03 min), auch Japan (3:03,31 min) und Südafrika (3:03,79 min) präsentierten sich stark. Etwas überraschend schieden auch die polnischen Gastgeber in 3:05,04 Minuten als Neunte aus. Bitter für die DLV-Auswahl: Mit Rang elf in der Endabrechnung verpasste die Staffel den zehnten Rang, der ihnen die Qualifikation für die Weltmeisterschaften 2022 in Eugene beschert hätte, nur knapp.

Eine Chance bleibt den deutschen Langsprintern jetzt noch, um sich für Tokio zu qualifizieren. Die Team-Europameisterschaft am 29. und 30. Mai an selber Stelle. Dort müssen Sanders & Co. sich aber deutlich steigern und eine schnelle Zeit abliefern. „Da muss eine Zeit um 3:02,5 Minuten her“, so Sanders, der am Wochenende in Mannheim noch einen Wettkampf bestreiten wird. „Ich traue uns das zu. Aber dann muss auch alles passen“, hat Sanders die Olympia-Hoffnung noch nicht aufgegeben. „Die Polen sind auch noch nicht qualifiziert, so dass wir Ende Mai ein schnelles Rennen erwarten können“, so der Dülmener.

Startseite