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Notfälle auf Sportplatz

Arzt Martin Olbrich hat ein D´jà-vu

Buldern

Als der Däne Christian Eriksen auf dem Fußballplatz zusammenbrach, hatte Dr. Martin Olbrich ein Déjà-vu. Vor Jahren hat er selber so einen Notfall erlebt, der kaum voraussehbar sei und zu verhindern ist. Wichtig seien die Erst-Maßnahmen.

Von Jürgen Primus

Die Anteilnahme an dem medizinischen Notfall von Fußball-Profi Eriksen war groß.  Foto: dpa

Als der dänische Nationalspieler Christian Eriksen beim Spiel der Fußball-Europameisterschaft gegen Finnland vor wenigen Tagen auf dem Platz zusammenbrach und um sein Leben kämpfte, hielt die Fußball-Welt den Atem an - und der Bulderner Arzt Dr. Martin Olbrich hatte ein Déjà-vu.

„Genau so eine Szene habe ich ja vor einigen Jahren in Buldern auf dem Sportplatz bei einem Schützenturnier selber erlebt“, erinnert sich der Mediziner. Auch damals sei der Notfall noch glimpflich ausgegangen, „weil damals eine junge Frau sofort mit Erstmaßnahmen begonnen hat.“

Olbrich sagt, dass man solch einen Notfall kaum verhindern oder voraussagen könne. „Hier war es ja auch so, dass ein durchtrainierter Profisportler, der sicherlich in den vergangenen Wochen bestens durchgecheckt wurde, zusammengebrochen ist.“ Anzeichen dafür seien kaum zu erkennen und so Gegenmaßnahmen nur schwer zu ergreifen.
„Häufig sind es unerkannte Grunderkrankungen, die so etwas auslösen.“ Daher sollten sich auch vermeintlich gesunde Sportler regelmäßig durchchecken lassen. „Und viel trinken. Gerade eine schwüle Witterung mit drückender Luft ist häufig bei solchen Notfällen zu verzeichnen.“

Durch einen glücklichen Zufall war Olbrich damals schnell vor Ort, um dem Mann auf dem Sportplatz in Buldern zu retten. „Ich wohnte damals nur 200 Meter entfernt und war vor den Rettungskräften zur Stelle. Den Mann haben wir wiedergekriegt, auch wenn es zwischendurch schlecht aussah.“ Beherztes und schnelles Eingreifen sei das A und O, wenn so ein Notfall auftrete. Olbrich: „Dann muss sofort mit der Herzdruckmassage begonnen werden.“ Wer unsicher sei, sollte mal wieder einen Ersthelfer-Kursus belegen. Martin Olbrich: „Mindestens die Übungsleiter in den Vereinen müssen fit auf diesem Gebiet sein.“

Und mittlerweile gebe es ja auf den meisten Sportplätzen und Hallen ja auch Defibrillatoren. „Die hingen ja corona-bedingt in den vergangenen Wochen und Monaten ungenutzt herum.“ Da mache es jetzt auch mal Sinn, die Batterien zu überprüfen und sich mit dem Gerät mal wieder vertraut zu machen. Olbrich empfiehlt, im Notfall umstehende Personen direkt anzusprechen und einzubeziehen. „Einer beginnt sofort mit den Ersthelfer-Maßnahmen, einer holt zum Beispiel den Defibrillator und einer verständigt die Feuerwehr und den Notarzt über die Telefonnummer 112.“ Dann gebe es gute Chancen, so einen Vorfall zu überleben. „Der Mann in Buldern damals hat auch Glück gehabt, dass das auf dem Sportplatz und nicht alleine in seinem Keller passiert ist.“

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