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Fußball-Europameisterschaft

Favoriten-Check nach dem ersten EM-Spieltag

Berlin (dpa)

Italien, Frankreich, Belgien, Deutschland und Co. - wer von den Titelanwärtern hat am ersten Spieltag der Fußball-Europameisterschaft überzeugt? Wer muss nachlegen? Wer muss gar bangen?

Von den dpa-Korrespondenten

Italien zeigte im EM-Auftaktspiel eine starke Leistung. Foto: Ettore Ferrari/EPA Pool/AP/dpa

Spieltag eins bei der Fußball-Europameisterschaft ist vorbei, alle Teams haben eine erste Kostprobe ihres Könnens abgegeben. Und dabei konnten selbst von den Favoriten nicht alle Mannschaften überzeugen. Ein kurzer Form-Check.

FRANKREICH: Das 1:0 im Duell der beiden vergangenen Weltmeister gegen Deutschland war ein guter Start. Und dennoch wohl nur ein Vorgeschmack. Denn die Franzosen haben noch Luft nach oben. Bei zwei Abseitstoren gegen das DFB-Team deutete die Equipe Tricolore ihre Offensivstärke an. Frankreich ist und bleibt der Top-Favorit.

DEUTSCHLAND: Taktisch gut und mit Leidenschaft gespielt, aber offensiv noch ohne Durchschlagskraft. Will die deutsche Mannschaft die K.o.-Runde erreichen, ist eine Steigerung schon gegen Portugal unbedingt notwendig. Bundestrainer Joachim Löw will nach dem 0:1 gegen Weltmeister Frankreich «einige Dinge aufarbeiten».

ITALIEN: Der EM-Start ist mit dem 3:0 im Eröffnungsspiel gegen die Türkei perfekt gelungen, die Euphorie groß. Das Achtelfinale wollen die Azzurri schon im zweiten Spiel gegen die Schweiz perfekt machen, sogar den Titel hält man im Land des viermaligen Weltmeisters für möglich. Coach Roberto Mancini mahnte aber: «Die EM ist noch lang.»

SPANIEN: Das ist noch nicht titelreif. Bei weitem nicht. Kicken können sie ja, zweifelsfrei. Aber Tore schießen? Schweden entnervte die Spanier mit einer destruktiven Taktik. Chancen hatten die Spanier, den Ball sowieso die meiste Zeit. Effektivität aber gleich Tore: null. Auch der Heimvorteil wirkte nicht. Beunruhigt sind sie noch nicht. Aber die Torflaute muss schnell beendet werden, soll nicht auch das Turnier für Spanien bald schon wieder vorbei sein.

PORTUGAL: Der Titelverteidiger spielt noch nicht auf höchstem Niveau. Das 3:0 gegen Ungarn klingt zwar deutlich, war aber keineswegs souverän. Mehr als 80 Minuten lang bot der Außenseiter dem Favoriten die Stirn. Rekordmann Cristiano Ronaldo ist der entscheidende Mann: Läuft es bei ihm, läuft es für Portugal.

BELGIEN: Der Auftakt ist gelungen, Torjäger Lukaku mit zwei Toren beim 3:0 gegen Russland schon wieder in absoluter Topform. Die Gruppe dürften die Red Devils locker überstehen. Danach hängt es auch davon ab, in welcher Form sich der zunächst als Joker eingesetzte Eden Hazard präsentiert. De Bruyne und Witsel stehen zudem kurz vor der Rückkehr.

ENGLAND: England träumt. Sterlings 1:0-Siegtreffer gegen Kroatien ließ das Wembley-Stadion für wenige Sekunden beben. Bis zu sechs Spiele inklusive Finale könnten die Three Lions in Londons Fußball-Tempel absolvieren. Kein Team genießt einen größeren Heimvorteil. Und kaum eine Mannschaft ist offensiv stärker besetzt.

NIEDERLANDE: Der EM-Start ist gelungen, insbesondere offensiv überzeugte das Oranje-Team um den starken Georginio Wijnaldum, der nach der EM für Paris Saint-Germain spielen wird. Defensiv gab es im ersten Spiel gegen die Ukraine noch ein paar Wackler, an denen Trainer Frank de Boer mit seiner hungrigen Mannschaft arbeiten muss. Mindestens der Einzug ins Achtelfinale sollte aber in der aktuellen Form gelingen.

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