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Warum Elektrounfälle meist zu Hause passieren

Elektrische Geräte sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie sind Helfer in vielen Bereichen des Alltags. Eine allgegenwärtige Gefahr besteht dabei durch den Strom.

Foto: unsplash.com / Zsofi Perganczky

Unfälle mit Elektrogeräten steigen im Haushalt

Im Haushalt sind wir von zahlreichen elektrischen Geräten umgeben, sei es in der Küche oder im Hobbykeller. Besonders Geräte aus Fernost stehen im Ruf, nicht sehr sicher zu sein. In der Wohnung gibt es mittlerweile so viele Stromverbraucher, dass manchmal sogar die Sicherungen für die Leistung der Geräte nicht mehr ausreichen. Sie sind ein wirksamer Schutz gegen eine Überlastung des Stromnetzes und verhindern Kabelbrände und andere Gefahren.

Auch moderne Geräte aus der Unterhaltungselektronik können zu Gefahrenquellen werden. Ein gebrochenes Kabel einer Playstation sollte nicht weiter benutzt werden. Der Austausch der Glühlampe oder die Reparatur von Elektrogeräten, ohne den Stecker zu ziehen, sind weitere Gefahrenquellen in der häuslichen Umgebung.

Gefahr im Beruf

Auch im beruflichen Alltag nimmt die Zahl der elektrischen und elektronischen Geräte zu. Während im Haushalt der Umgang damit ungeregelt ist, haben Unternehmer eine hohe Verantwortung gegenüber Ihren Mitarbeitern. Die Zahl der meldepflichtigen Stromunfälle ist relativ gering. Bedenkt man aber, dass davon eine tödliche Gefahr ausgeht, ist ein höchstes Maß an Sicherheit geboten.

Dies ist in Deutschland durch die DGUV Vorschrift 3 geregelt. Mit dieser Vorschrift verpflichten die Berufsgenossenschaften ihre Mitglieder, alle verwendeten Elektrogeräte regelmäßig prüfen zu lassen. Dadurch sollen Unfälle von Mitarbeitern weitestgehend ausgeschlossen werden. Die Zahl der gemeldeten Stromunfälle steigt übrigens jedes Jahr, auch wenn die wirklich meldepflichtigen Stromunfälle etwa auf dem gleichen niedrigen Niveau verharren.

Was regelt die DGUV Vorschrift?

DGUV steht für Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. Die Vorschrift 3 regelt die Sicherheit der elektrischen Betriebsmittel und Anlagen. Jedes Gerät, das im Unternehmen oder in einer Behörde verwendet wird, muss vor dem Einsatz geprüft werden. In der Folge sind regelmäßige Prüfungen entsprechend den festgelegten Prüffristen vorzunehmen.

Die Regelung sorgt dafür, dass Mitarbeiter im Betrieb oft sicherer vor einem Stromschlag sind als in der häuslichen Umgebung. Generell ausschließen lässt sich ein Unfall trotzdem nicht, denn auch im Betrieb können elektrische Geräte unsachgemäß benutzt werden. Die DGUV V3 ist eine von 64 Vorschriften, welche die Berufsgenossenschaften zur Verhinderung von Arbeitsunfällen veröffentlicht haben.

>Was wird geprüft?

Geprüft wird alles, was einen Netzstecker hat. Dabei unterscheidet die Vorschrift zwischen ortsfesten und ortsveränderlichen Geräten. Zu den ortsfesten Geräten gehören:

elektrische Anlagen Schaltschränke Steckdosen Stromverteiler Konferenztechnik Sicherungen und vieles mehr. Ortsveränderlich sind alle beweglichen Geräte, etwa Rechner, Kopierer, Netzkabel oder Verlängerungskabel. Eine Prüfung nach DGUV 3 muss generell von einer spezialisierten Elektrofachkraft durchgeführt werden. Gibt es im Unternehmen keine entsprechend ausgebildeten Mitarbeiter, muss ein externer Spezialist beauftragt werden.

DGUV-Prüfungen müssen vor der ersten Inbetriebnahme, nach Reparaturen und nach technischen Änderungen am Gerät vorgenommen werden. Außerdem ist auf die entsprechenden DGUV-Prüffristen zu achten, die aus der zur Vorschrift gehörenden Tabelle zu entnehmen sind. Zur zu prüfender Ausrüstung gehören auch Isolierhandschuhe und Schutzbekleidung.

Mehr tödliche Elektrounfälle im Haushalt

Rund 90 % aller Elektrounfälle geschehen durch Niedrigspannung, die laut Muskuloskelettalen Universitätszentrums München nur zu drei Prozent zum Tod führen. Laut Statistischem Bundesamt liegt der Anteil der aller Todesfälle durch Strom im Beruf mit 14 Prozent nur halb so hoch wie der im Haushalt (31 Prozent). Dies zeigt, dass die DGUV 3 Leben rettet

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