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Wohnen

Hausbau in der Corona-Krise - darauf müssen Sie achten

Ein Leben unter den Bedingungen des Lockdowns ist alles andere als einfach. Die Einschränkungen im Alltag zehren zunehmend an den Kräften der Menschen.

Von Dülmener Zeitung

Foto: Photo by Randy Fath on Unsplash

Bauen in der Corona-Krise ist eine Herausforderung

Anfangs hatte die Politik den Eindruck erweckt, dass die Pandemie mit einem Lockdown in den Griff zu bekommen sei. Dies erwies sich als Trugschluss , denn inzwischen unterliegt das Leben seit einem Jahr Beschränkungen. Davon sind auch essenzielle Aspekte wie das Wohnen betroffen. Familien, die ein Haus bauen wollen, leben vorher meist in beengten Verhältnissen und freuen sich auf ihr neues Zuhause. Können Familien den Traum vom Eigenheim auch während der Corona-Krise umsetzen?

Generell ist  das Bauen nicht verboten  . Es unterliegt den allgemeinen Regeln zum Infektionsschutz, die Bautätigkeiten nicht verhindern. Auf Baustellen müssen allerdings Mindestabstände eingehalten werden, die den Ablauf auf der Baustelle behindern können. Für die Einhaltung der Corona-Regeln ist normalerweise der Bauleiter verantwortlich. Alternativ muss sich der Gesundheits- und Sicherheitsbeauftragte des Bauherrn um die Einhaltung des Infektionsschutzes kümmern.

Hohe Mehrkosten sind zu befürchten

Hat das Baugeschehen noch nicht begonnen, ist ein Baustart nach der Corona-Krise nicht unbedingt zwingend. Durch die verschärften Auflagen müssen Bauherren mit Verzögerungen rechnen, die zusätzliche Kosten verursachen können. Allerdings sollten neue Verträge aktuelle Auswirkungen von Corona auf die Bauzeit berücksichtigen. Schwierig ist dies für Bauherren, deren Bau schon vor der Pandemie begann. Zusatzkosten auf mögliche Bauverzögerungen, die auf Corona zurückzuführen sind, muss der Bauherr tragen. Das Beharren auf ursprünglich vereinbarte Termine bringt nicht viel, denn Covid-19 ist ein Fall höherer Gewalt. Die Auswirkungen der Krise können die Bauunternehmen nicht beeinflussen. Normalerweise ist der Umgang mit höherer Gewalt im Bauvertrag geregelt.

Es sind nur die Mehrkosten als höhere Gewalt abgedeckt, die wirklich auf Corona zurückzuführen sind. Der Baubetrieb muss dies mittels einer Baubehinderungsanzeige erklären  . Er ist in der Nachweispflicht, dass er seine Terminzusage aufgrund der außergewöhnlichen Umstände nicht einhalten kann. Darunter fallen Bauarbeiter, die an Corona erkranken und dadurch am Bau fehlen oder wenn der Materialnachschub ins Stocken gerät. Hier ist allerdings zu prüfen, ob sich der Bauträger rechtzeitig um Nachschub gekümmert hat. Kommt Material aus dem Ausland, kann es sein, dass ein Kompromiss die Zusatzkosten minimiert. Möglicherweise lässt sich ein alternativer Hersteller aus dem Inland finden, der schneller liefern kann.

Keine spontanen und voreiligen Handlungen

Der Verband Privater Bauherren rät zu einem besonnenen Umgang mit den Bauträgern. Durch den frühzeitigen Austausch von Informationen lassen sich einige Verzögerungen zumindest eindämmen. Rechtsanwälte raten jedoch davon ab, spontane Absprachen zu treffen. Möglicherweise verzichten Bauherren dadurch auf Ansprüche bei Leistungsmängeln oder bei unangemessenen Preiserhöhungen.

Verträge für die alte Wohnung sollten nicht übereilt gekündigt werden. Möglicherweise kommen dadurch weitere Kosten auf die Bauherren zu, beispielsweise für das Zwischenlagern von Möbeln. Keinesfalls sollten zusätzliche Vorauszahlungen geleistet werden. Skepsis ist auch angebracht, wenn der Bauträger den Bau schneller als vereinbart abschließt. Auftraggeber sollten bedenken, dass eine Bauübergabe rechtsverbindlich ist und deshalb den Bau nur in Begleitung eines Bausachverständigen abnehmen. Wird ein mangelhafter Bau übernommen, trägt der Hauseigentümer die Kosten für die Beseitigung später entdeckter Mängel.

Gute Nachrichten gibt es für alle, die das Baukindergeld beantragen wollen  . Für die Genehmigung des Neubaus wurde die Frist vom 31. Dezember 2020 auf den 31. März 2021 verlängert.

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