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Gegen Wohnraummangel und Reizüberflutung: Minimalistisches Wohnen im Tiny House

In nordrhein-westfälischen Ballungszentren wie Düsseldorf oder Köln-Bonn treibt Platzmangel die Grundstückspreise nach oben und verhindert oftmals sogar Neubauprojekte. Sich auf das Nötigste zu beschränken, macht im Hinblick auf den Lebensraum mittlerweile Sinn – zum Beispiel mit Tiny Houses.

Foto: Robert Nickson / Pexels.com

Obwohl Nordrhein-Westfalen die höchste Einwohnerzahl Deutschlands hat, ist es im Vergleich mit Ballungsgebieten wie Berlin und Hamburg noch immer relativ dünn besiedelt. Nichtsdestotrotz ist bezahlbarer Wohnraum mittlerweile auch hier Mangelware. Vor diesem Hintergrund ist das Interesse an minimalistischem Wohnen gestiegen. Trotz einiger Hürden sind Projekte wie das Tiny Village Sölde im Osten von Dortmund kein Einzelfall mehr. Der nachhaltigkeitsgeprägte Wohntrend beweist, dass man auch mit wenig Besitz befriedigend wohnen kann. Worauf kommt es beim Leben auf Kleinstraum an?

Angenehm wohnen auf kleinem Platz: So geht’s

Bei steigenden Miet- und Grundstückspreisen, zunehmendem Platzmangel und wachsendem Nachhaltigkeitsbewusstsein entwickeln sich Tiny Houses in ganz Deutschland zu einem Wohntrend. Besonders Singles sind häufig am Wohnen auf kleinstem Raum interessiert. Dasselbe gilt für Menschen mit wenig Geld, so beispielsweise Studenten. Der Reiz von Mini-Häusern beschränkt sich allerdings nicht allein auf die Kosten- und Platzersparnis. Tiny Houses punkten im Vergleich zu ihren größeren Verwandten außerdem mit Flexibilität. Sie werden auf PKW-Anhängern errichtet und sind daher ähnlich mobil wie Wohnwagen. Ein weiterer Vorteil: Die bewusste Entscheidung zur radikalen Wohnraumreduktion minimiert zuhause Reize. Für viel Besitz und bedrückendes Chaos ist in Tiny Häusern schlichtweg kein Platz. So fällt die Entspannung in den eigenen vier Wänden wesentlich leichter. Aus den ursprünglich 15 Quadratmeter messenden Mini-Häusern haben sich mittlerweile viele Varianten herausgebildet. Größere Tiny Houses mit mehreren Stockwerken erreichen heutzutage bis zu 100 Quadratmeter und können sogar von Familien bewohnt werden. Wichtig sind für die Realisierung des Wohnminimalismus-Trends vor allem

praktische und platzsparende Einbaulösungen für den Nassraum und die Küche. optische Vergrößerungsmaßnahmen durch smarte Wandgestaltung. mehrfunktional und flexibel nutzbare Möbelstücke. Hänge-, Auszieh- und Klappsysteme für ausreichend Stauraum.

Vorab gilt es zur Umstellung auf Wohn-Minimalismus erstmal radikal auszumisten. Was braucht man wirklich zum Leben? Als Einzelperson muss man beispielsweise keine 50 Tassen zuhause haben. Notfalls helfen Aufräum-Coaches bei der Trennung von unnötigen Besitztümern.

Tipps für Mini-Bäder und Tiny-Küchen

In normalen Häusern ist die Grundfläche der Küche so groß wie ein gesamtes Tiny House. Die meisten Einbauküchen gibt es daher nicht für Mini-Häuser. Individualanfertigungen passend zum Platzangebot sind empfehlenswert. Auch das Badezimmer sollte genau auf die vorhandene Fläche zugeschnitten sein. Etwa so wie in Wohnmobilen. Zu den wichtigsten Einrichtungstipps für Mini-Bäder und Tiny-Küchen zählen außerdem

Klappfächer innerhalb des Bodens oder unterhalb der Decke, die Stauraum schaffen. Wasser- und Abwasserleitungen mit möglichst kurzen Wegen, die zugunsten der Wärmedämmung in einer innenliegenden Wand verlaufen. Klappstühle an Tischplatten zum Ausklappen oder Ausziehen, die als Essecke dienen. mobile Badewannen als komfortable Ergänzung zu bodengleichen Duschen. Thekenelemente mit schwingbaren Barhockern.

Wandgestaltungstipps für Mini-Häuser

Wo ein Gefühl der Enge vorherrscht, kann man nicht entspannen. Komfortabel in Mikro-Häusern zu leben, erfordert Kreativität. Das beginnt schon bei der Wandgestaltung, die idealerweise Weite schafft. Gelingen kann das beispielsweise durch

je zwei farbige und zwei weiße Wände. den Verzicht auf dunkle Farben. die Entscheidung für helle Blau-Nuancen. dunklen Bodenbelag. hohe Spiegel gegenüber Fenstern und über Ecken. die Beschränkung auf zwei Grundfarbtöne.

Smarte Inneneinrichtungsideen für Mikro-Häuser

Je kleiner die Wohnfläche, desto wichtiger sind flexibel nutzbare Räume. Die meisten Tiny-Hausbesitzer schaffen auf ihrer Grundfläche mehrere Ebenen, sodass sich der verfügbare Platz verdoppelt. Auch die Möbelstücke können zu effizienter Platznutzung beitragen. Das gilt beispielsweise für Multifunktionsmöbel wie

Sitzmöbel mit integrierten Schubfächern oder Schubladen. in Regale verwandelbare Tische auf Rollen. Hochbetten mit hohlen Treppen, die Stauraum bieten. Sitzgelegenheiten auf Regalsystemen. Tische, die aus Schränken herausfahren. Klappschreibtische, die wie eine Tafel an der Wand aufgehängt werden.

Platzsparende Stauraumsysteme im Tiny House

Die Beschränkung auf das Wesentliche ist das Kernelement des Minimalismus. Etwa 10.000 Dinge besitzt jeder Deutsche. Laut vielen Minimalisten braucht man zum Leben nicht viel mehr als 100 davon. Lebt man mit jenen in einem Tiny House, muss trotzdem Stauraum geschaffen werden. Beispielsweise mit gut durchdachten Hänge-, Auszieh- und Klappsystemen. Mit an der Decke angebrachten Haken lassen sich beispielsweise Körbe aufhängen. Türregale und klappbare Wandboards ergänzen auf platzsparende Art und Weise den Stauraum.

Wohn-Tipp: Minimalismus lohnt nicht nur im Tiny House! Tag für Tag wird man heutzutage mit mehr Reizen überflutet, als das Wahrnehmungssystem verarbeiten kann. Stressreaktionen sind die Folge. Man kann sich schlechter konzentrieren und bekommt unter Umständen sogar Schlafstörungen. Deshalb ist es sinnvoll, zumindest in den eigenen vier Wänden die Reize drastisch zu reduzieren. Zur Umsetzung der obenstehenden Tipps muss nicht unbedingt in Mikro-Häusern leben.

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