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Die richtige Klimaanlage

Die Sommer werden immer heißer! In den vergangenen Jahren erreichte das Quecksilber nicht selten bis zu 40° Celsius und viele Wohnungen und Büros erweckten den Anschein einer Sauna oder eines irischen Dampfbades. Klar, dass durch diese extremen Temperaturen sowohl das Wohlbefinden als auch die Arbeitsproduktivität eingeschränkt werden.

Klimaanlagen finden aufgrund heißer Sommer reißenden Absatz! Foto: pixabay.com

Deshalb denken immer mehr Deutsche darüber nach, in Wohn- und Arbeitsbereichen mit moderner Technik ein angenehmes Klima zu schaffen, dass mit 20° Celsius und 50 % Raumfeuchte gekennzeichnet ist. Es muss bedacht werden, dass Klimaanlagen einen gewissen Stromverbrauch beanspruchen und die eingesetzten Kältemittel den Klimawandel forcieren können. Deshalb darf beim Einbau einer Anlage der ökologische Aspekt nicht vernachlässigt werden.

Welche Modelle gibt es?

In der heißen Phase des Sommers schafft eine Klimaanlage schnell Abhilfe und kühlt Wohn- und Arbeitsräume rasch auf ein erträgliches Maß ab. Dabei stellt sich die Frage, welches Modell das passende für die eigenen Ansprüche und Wohn- bzw. Arbeitssituation ist.

War die Funktion einer Klimaanlage bis vor einigen Jahren in der reinen Kühlung verortet, gibt der Markt inzwischen Multifunktionsgeräte her, welche die Luftfeuchtigkeit regulieren, die Raumluft reinigen und im Winter als Heizgerät dienen. Nicht alle Anlagen lassen sich simpel installieren.

Mobile Monoblock-Klimaanlagen

Diese Ausführung besteht aus einer einzigen Einheit. Meist sind für die mobile Verwendung Rollen angebracht, was sie flexibel nutzbar macht. Die Monoblock-Anlage führt keine Frischluft zu, sondern tauscht innerhalb eines Raumes warme gegen kalte Luft aus. Die Abluft wird über einen Schlauch durch das Fenster gewährleistet. Der Verbraucher sollte darauf achten, dass das gewünschte Modell mit dem umweltfreundlichen, natürlichen Kältemittel R290 betrieben wird.

Die Monoblock-Anlage ist für kleine Räume geeignet, besticht durch geringe Anschaffungskosten und benötigt keine Außeneinheit. Zudem ist für die Installation kein Fachmann notwendig.

Split-Klimaanlagen

Für gehobene Ansprüche eignen sich sogenannte Split-Klimageräte, wie sie z. B. auf Klivatec.de zu finden sind. Sie werden fest verbaut und bestehen aus zwei separaten Einheiten. Der Teil im Rauminneren sorgt für die Kühlung der Raumluft, das an der Außenwand befestigte Element ist zuständig für die Abfuhr der Warmluft. Da keine Außenluft eindringen kann, sind Split-Anlagen besonders effizient und zudem für Allergiker geeignet.

Sie zeichnen sich durch eine geringe Lautstärke und niedrige Betriebskosten aus und übernehmen im Winter die Heizfunktion. Bei der Installation in Nachrüstung sind bauliche Veränderungen nötig, eine Genehmigung des Vermieters wird notwendig. Bei Neubauten sollte der Einbau einer Split-Anlage schon während der Planungs- und Projektphase integriert sein. Wer sich für eine Multis Split-Anlage entscheidet, kann mit einer Außeneinheit mehrere Innenmodule versorgen, eine großflächige Kühlung wird erreicht.

Der ökologische Aspekt

Die fortschreitende Ausstattung von Innenräumen mit klimatechnologischen Apparaturen zieht auch Nachteile nach sich. Im Coronajahr 2020 ist der Import von Klimaanlagen um 90 % gestiegen. Veraltete Modelle benötigen ein nicht geringes Maß an Energie, die in Form von Strom zu Verfügung gestellt werden muss. Es besteht die Gefahr, dass der verstärkte Einsatz von Klimaanlagen zwar die Innenräume kühlt, dafür die Klimaerwärmung befeuert, wodurch wieder mehr Klimaanlagen gekauft werden müssen. Je mehr dabei auf erneuerbare Energien gesetzt wird, umso eher erhalten herkömmliche Systeme einen ausgeglichenen Energiesaldo.

Ein weiteres Problem stellen immer noch die verwendeten Kühlmittel dar. Zwar wurde FCKW (Fluorkohlenwasserstoff) schon vor Jahrzehnten aufgrund des Ozonlochs verboten. Das Nachfolgeprodukt H-FCKW (teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe) hat eine zwar geringere, aber immer noch vorhandene schädliche Wirkung und ist noch in vielen Bestandsanlagen vorhanden. Den Einsatz von umweltneutralem Propan als Kühlmittel bremst die chemische Industrie seit Jahren ab, will sie doch so lange wie möglich ihre patentgeschützten synthetischen Kühlmittel verkaufen.

Alternativen zur klassischen Klimaanlage

Inzwischen arbeiten viele Hersteller an synthetischen Kältemitteln, die weniger klimaschädlich daherkommen. Fachleute für Gebäudekühlung denken längst über Alternativen zur klassischen Split-Anlage nach. Eine Variante ist dabei die wassergestützte Kühlung, bei der die Verdunstungskälte genutzt wird.

Interessant erscheint die sogenannte Aquiferspeicherung. Diese erlaubt die saisonale Bereithaltung überschüssiger Kälte und Wärme im Grundwasser. Sie kühlt ähnlich den Split-Anlagen im Sommer und gibt die Wärme im Winter ab. Im Vergleich zu herkömmlichen Technologien sind Energie- und CO2-Einsparungen von bis zu 90 % möglich. Technisch sind diese Lösungen längst machbar, allein, es fehlt an politischer Unterstützung.

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