1. www.dzonline.de
  2. >
  3. Ratgeber
  4. >
  5. Reise
  6. >
  7. Urlaub mal anders - Hausboot fahren in der Mecklenburgischen Seenplatte

  8. >

Reise

Urlaub mal anders - Hausboot fahren in der Mecklenburgischen Seenplatte

Dülmen

Der Ausbruch der Coronapandemie legt das gesellschaftliche und soziale Leben weitgehend still. Geschäfte und Freizeitaktivitäten bleiben weiterhin geschlossen und der Urlaub fällt dieses Jahr wohl auch ins Wasser, oder? Nicht unbedingt. Reiselustige können die Vielfalt Deutschlands entdecken. Die Mecklenburgische Seenplatte ist inmitten des Müritz-Nationalparks situiert und Europas größtes Wassersportrevier. Entspannung, Abwechslung und Spaß sind vorprogrammiert!

Von Dülmener Zeitung

Foto: Bild von gary gray auf Pixabay

Brauche ich einen Bootsführerschein?

Die Jungmoränenlandschaft im Herzen Mecklenburg-Vorpommerns überzeugt Urlauber mit einer wahren Bandbreite an Möglichkeiten. Märchenhafte Schlösser, wunderschöne Nationalparks und ein dichtes Netz an Wander- und Radwegen machen die Mecklenburgische Seenplatte  zu einem sehr beliebten Reiseziel. Besonders reizvoll sind vor allem die über 1.000 Bade- und Angelseen, welche sich über 240 km Länge ausbreiten. Urlauber haben die Möglichkeit, ein Hausboot zu mieten und die Seenplatten per Wasser zu erkunden. Die schwimmende Ferienwohnung wird genutzt, um tagsüber in fremde Gewässer vorzudringen und nachts in magischen Buchten Anker zu setzen. Mit dem Hausboot kann eine Rundreise vorgenommen werden, die an idyllischen Städten vorbeiführt oder zum Entspannen auf dem Sonnendeck einlädt. Mithilfe der Charterscheinregelung ist es dabei sogar Laien möglich, die Hausboote führerscheinfrei zu bedienen.

Was bedeutet Charterschein?

Der Charterschein berechtigt die Urlauber, ein Hausboot für die Dauer Ihres Aufenthaltes zu steuern. Er kann demnach als temporäre Fahrerlaubnis verstanden werden. Mittels einer dreistündigen Einführung werden den Mietern die Grundlagen nähergebracht, um sie für die kommende Fahrt zu rüsten. Diese Regelung berechtigt die Führung von Booten unter 15 PS, die eine Maximallänge von 15 m nicht überschreiten. Darüber hinaus legt der Gesetzgeber auch detailliert fest, welche Reviere mit dem Charterschein befahren werden dürfen. Dazu gehören:

  • Die Müritz
  • Die Mecklenburgischen Großseen
  • Die Kleinseeplatte
  • Die Obere-Havel-Wasserstraße, die von Neustrelitz bis Liebenwalde führt
  • Die Müritz-Elde-Wasserstraße
  • Der Wasserweg nach Scherin

Wem dies nicht genug ist, kann bei der Bootsfahrschule Müritz  einen Bootsführerschein machen, der unbegrenzt gültig ist. Die Lehrgänge werden professionell und kompetent abgehalten und die Teilnehmer können bereits nach drei Tagen die notwendige Prüfung antreten.

Welche Reviere gibt es und wie unterscheiden sie sich voneinander?

Der Nordosten Deutschlands verfügt über eine wahre Bandbreite an Reviere, die Einheimische und Touristen Jahr für Jahr mit ihrem Charme verzaubern.

Müritz & Co - die Großseenplatte

Im Norden der Mecklenburgischen Seenplatte befindet sich das Zentrum der dort befindlichen Seen:

  • Müritz
  • Kölpinsee
  • Fleesensee
  • Malchower See
  • Plauer See

Die Großseenplatte verfügt über eine beeindruckende Weite und führt an verschiedenen Städtchen vorbei. Dazu zählen unter anderem Waren, Röbel und Rechlin. Während das Ostufer der Müritz für den Bootsverkehr gesperrt bleibt, um die natürliche Vielfalt des Nationalparks zu erhalten, lädt der Malchower See zu einer Entdeckungstour der anliegenden Insel ein. Die Großseenplatte verzaubert Urlauber mit einer Fülle an Möglichkeiten und besitzt einen ganz besonderen Charme. Da jedoch nicht in allen Gebieten der Großseenplatte Schleusen vorhanden sind, können sich bisweilen starke Wellen bilden. Infolgedessen ist das Befahren der Großseenplatte ab Windstärke 4 verboten.

Kleinseenplatte

Im Süden der Müritz verführt ein dichtes Netz aus unzähligen kleinen Seen dazu, auf Entdeckungsreise zu gehen. Angler, Kanufahrer, Anker- und Badefans werden auf der Kleinseenplatte zu 100 Prozent auf ihre Kosten kommen.

Tipps für unterwegs

Auch wenn mit den Hausbooten generell eine Geschwindigkeit von 12 km/h möglich ist, gelten in bestimmten Revieren besondere Regelungen. Auf bestimmten Wasserstraßen und in manchen Kanälen dürfen somit 9 km/h nicht überschritten werden und die Elde gibt sogar eine Höchstgeschwindigkeit von 6 km/h vor. Vor dem Fahrtantritt ist es nicht nötig, Wasserstraßenkarten und Revierführer zu kaufen. Diese sind in der Regel in den Hausbooten vorhanden.

Die Schleusen bleiben normalerweise bis 19:45 Uhr geöffnet. Die Durchfahrt klingt abenteuerlicher, als sie ist. Bei der Einweisung erhalten die Bootsmieter auch eine Anleitung zum Schleusen. Wenn Sie Ruhe bewahren, können die Schleusen in Nullkommanichts passiert werden. Die wohlverdiente Nachtruhe können sich die Urlauber in Häfen, Marinas, bei Vereinen und Anlegern gönnen. Sie sind in einer wahren Fülle vorhanden und bieten den laufenden Meter ab 1,50 € an.

Startseite