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Berufliche Chancen für Krankenschwestern

Wer einen Job als Krankenschwester hat, fragt sich sicher manchmal, ob die Vor- und Nachteile des Jobs noch miteinander vereinbar sind. Wer weg will von dem Schichtdienst und der Belastung von stationärer Arbeit, muss aber nicht gleich das Berufsfeld wechseln. Hier finden Sie alternative Jobs und berufliche Chancen für gelernte Krankenschwestern, Gesundheits- und Krankenpfleger*innen.

Foto: unsplash.com / Clay Banks

Hartes Pflaster Pflege

Die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, wie instabil unser wirtschaftliches und gesundheitliches System ist. Krankenschwestern und Pflegepersonal haben in den vergangenen zwei Jahren in Gefährdung ihrer eigenen Gesundheit den Löwenanteil davon getragen, der es den Menschen möglich gemacht hat, aufgrund von Corona und üblichen Beschwerden behandelt zu werden. Viele mussten dabei längere und mehrere Schichten auf sich nehmen damit das Gesundheitssystem weiterlaufen konnte.

Auch vor der Pandemie war die Belastung der Pflegekräfte bereits höher als ihr Gehalt. Das merkt man spätestens daran, dass es eine hohe Nachfrage und einen hohen Mangel an Fachkräften gibt. Krankenschwestern und Co. werden gebraucht, aber die Jobverhältnisse machen es nicht immer attraktiv, sich in diese Richtung zu orientieren.

Positiv ist, dass diese Notstände, durch die Pandemie noch einmal verstärkt, auch der Politik auffallen. Zwischen 2015 und 2020 sind die Löhne in der Pflege bereits um 24 Prozent gestiegen. Im Jahr 2020 allein stieg das Gehalt in der Altenpflege durch das von Corona angeregte Lohnplus um 4,7 Prozent. Für alle Pflegekräfte soll bis Ende 2022 8,7 Prozent mehr Lohn ausgezahlt werden, zusätzlich zu Corona-Prämien, die ihren Einsatz belohnen.

Bis dahin hat man im Job als Krankenschwester die Qual der Wahl. Wem der aktuelle Job nicht passt, kann sich Alternativen suchen. Davon gibt es dank der hohen Nachfrage viele. Hier kommt eine Auswahl an Varianten zum stationären und mobilen Schichtdienst für die Gesundheitspfleger*innen, die sich umorientieren möchten.

Berufliche Alternativen für Krankenschwestern

Administration

Wer den Job als Krankenpfleger*in wegen körperlicher Beschwerden wechseln muss, die die Körperpflege anderer Menschen unmöglich machen, ist vielleicht mit einem Job im administrativen Bereich gut beraten. Darunter lohnen sich Führungspositionen besonders. Durch eine Weiterbildung zur Fachkraft zur Leitung einer Pflege- und Funktionseinheit stehen Stellen im mittleren Führungsbereich von Krankenhäusern oder die Leitung einer Altenpflege-Einrichtung offen.

Die Weiterbildung dauert berufsbegleitend 1 bis 2 Jahre und setzt 2 Jahre Berufserfahrung in der Pflege und die 3-jährige Grundausbildung zur Pflegekraft voraus. Der Job unterscheidet sich insofern von der Pflegestelle, dass er deutlich mehr betriebswirtschaftliche Büroarbeit enthält. Eine Führungskraft trägt wirtschaftliche Verantwortung. Um ihr Team zu leiten, braucht sie Menschenkenntnis, Zuverlässigkeit und Kommunikationsstärke. Sie muss wissen, wie man delegiert und sollte ein hohes Organisationstalent besitzen, um den Überblick zu behalten.

Auch als Nicht-Führungskraft können Pflegekräfte beim Qualitätsmanagement von Kliniken und Praxen helfen. Sie können ihr medizinisches Grundwissen als Unterstützung bei Verwaltungsaufgaben wie Abrechnungen und Gutachten im medizinischen Bereich nutzen. Umschulungen sind hier nicht zwangsweise notwendig, wer Gehaltssteigerungen möchte, kann aber Fortbildungen anstreben.

Spezialisierungen

Eine Weiterbildung von der normalen Pflegekraft zu einem*r Fachkrankenpfleger*in öffnet viele Türen. Wer sich für einen bestimmten Fachbereich interessiert hat da leichte Wahl. Fachkräfte für Endoskopiedienst, Anästhesie oder Dialyse finden neben dem stationären Dienst auch Arbeit in Arztpraxen oder Dialysezentren.

Auch innerhalb des Krankenhauses kann der Fachbereichwechsel die Arbeitsbedingungen umwerfen. Statt Schichtdient betreuen sie entweder bei geplanten Behandlungen oder arbeiten auf Ruf- oder Bereitschaftsdienst. Diese Arbeitszeiten lassen sich meist besser mit Freizeitplänen und einem Familienleben vereinbaren.

Seelsorge

Das Begleiten von Patient*innen ist ohnehin bereits Teil des Jobs von Krankenschwestern. Dabei achten sie auch auf das psychische Wohl. Wer darin seine Stärke sieht, kann sich entscheiden, als Palliativbegleitung zu arbeiten. Hierbei begleiten sie chronisch kranke oder sterbende Menschen. Sie versorgen sie mit der medizinischen Pflege, die sie benötigen, und bieten zusätzlich Kommunikation und Seelsorge. Wer hier einen Lehrgang machen möchte, findet keinen staatlich zertifizierten. Stattdessen vergibt die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin Zertifikate an geeignete Weiterbildungen.

Als Palliativbegleitung arbeiten sie meist im Schichtdienst in Palliativstationen von Kliniken und Hospizen. Aber auch mobile Pflegedienste und religiöse Vereinigungen bieten solche Angebote.

Privatwirtschaftlich

In wirtschaftlichen Bereichen ist immer mehr Geld zu holen als in sozialen oder staatlichen. Als Pflegekraft kann man meist als Quereinsteiger direkt zu Berufen, in diesem Feld wechseln. Große Betriebe oder Betriebe, deren Angestellte unter Verletzungsgefahr stehen, haben eventuell einen eigenen betriebsärztlichen Dienst. Sie versorgen bei Notfällen, aber handhaben auch arbeitsmedizinische Untersuchungen. Oft entwickeln sie Strategien für die Gesundheitsfürsorge der Angestellten, indem sie passende Seminare anbieten oder einkaufen.

Selbstständigkeit

Von frei arbeitenden Pflegekräften hört man selten, aber sie gibt es. Meist bieten sie im Rahmen von Pflegediensten ihre Arbeit an und stellen dem von ihnen betreuten Kunden den Aufwand in Rechnung. Alternativ kann eine Pflegekraft auch eine 2- bis 3-jährige Ausbildung zum*r Diätassistent*in machen. Als solche erhält sie die Berechtigung der selbstständigen Abrechnung von Ernährungsberatung. Wenn sie damit Menschen mit Erkrankungen wie Diabetes versorgt, werden die Kosten von der Krankenkasse getragen.

Fazit
Das Arbeitsfeld von Krankenpfleger*innen ist größer als gedacht und bietet viele Chancen. Man muss sich nicht mit körperlich oder psychisch belastender Arbeit und Schichtdienst abfinden und kann auf dem Markt das finden, was der eigenen Vorstellung entspricht. Dabei muss man die erfüllende Arbeit im Pflegebereich nicht vollkommen hinter sich lassen. Es findet sich stets eine Arbeit mit Sinn, die anderen hilft.

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