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Schädliches Sitzen: Wie zu langes Sitzen krank macht und wie man es vermeiden kann

Mit dem Voranschreiten der Digitalisierung sind am PC ausgeübte Berufe immer mehr gefragt. Bürojobs in denen früher vorwiegend auf Papier gearbeitet wurde, finden heutzutage am Computer statt und zeitaufwändige Wege wie der Versand von Briefen per Post werden immer mehr durch E-Mails ersetzt.

Foto: StartupStockPhotos/ Pixabay

Doch nicht nur beruflich, sondern auch in ihrer Freizeit verbringen immer mehr Menschen eine lange Zeit am Schreibtisch und vor dem Rechner. Sei es die Bearbeitung von Fotos oder das stundenlange Zocken von Videospielen: Sie wird vorwiegend sitzend verbracht.

Doch der menschliche Körper ist von Natur aus nicht dafür gemacht den ganzen Tag lang zu sitzen. Wer die Zeit am Schreibtisch also nicht körperlich ausgleicht, läuft Gefahr seiner Gesundheit auf lange Sicht zu schaden.

Warum ist langes Sitzen so bedenklich?

Der menschliche Körper ist vor allem auf das Laufen, Klettern und Jagen angepasst. Auf diese Weise war es den Menschen vor Jahrtausenden möglich ihr Überleben zu sichern. Doch in der modernen Gesellschaft stehen Lebensmittel ausreichend zur Verfügung und der Mensch hat keinen Grund mehr auf Jagd zu gehen. Auch lange Wege zu Fuß oder zu Pferd werden vermieden, da die meisten Strecken mit dem Auto zurückgelegt werden können. Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung und Automatisierung müssen sich Menschen immer weniger bewegen, denn moderne Maschinen und Roboter übernehmen bereits viele Aufgaben, die früher noch per Hand und unter hoher körperlicher Anstrengung ausgeübt werden mussten.

Im Laufe dieses rasanten technischen Fortschritts hatte der Körper bisher jedoch kaum Zeit sich anzupassen. Dementsprechend kann er das viele Sitzen, schlecht bis gar nicht ausgleichen. Während des Sitzens fahren der gesamte Stoffwechsel und Kreislauf herunter, denn dem Körper wird signalisiert, dass er sich im Ruhemodus befindet. Als Folge davon wird der gesamte Kalorienverbrauch heruntergefahren, obwohl die gleiche Menge an Nahrung aufgenommen wird. Somit steigen die Risiken für Fettleibigkeit, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen rasant an.

Außerdem begünstigt der Bewegungsmangel Thrombosen und Krampfadern in den Beinen, denn die Beinmuskulatur wird kaum beansprucht und das Blut wird deutlich langsamer durch den Körper transportiert. Im Umkehrschluss führt dies unter anderem zu Konzentrationsschwäche und Kopfschmerzen, da das Gehirn weniger mit Sauerstoff versorgt wird.

Auch die Muskulatur kann ohne einen Ausgleich erheblichen Schaden vom vielen Sitzen nehmen. Der Bewegungsmangel führt dabei nicht nur zu einer Rückbildung der Muskulatur im gesamten Körper, sondern auch zu einer schlechten Körper- und Sitzhaltung. Diese begünstigt Fehlhaltungen und Verspannungen im Rücken, welche leichte bis starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen oder gar Bandscheibenvorfälle auslösen können.

Wie lässt sich zu langes Sitzen vermeiden?

Personen die beruflich einer sitzenden Tätigkeit nachgehen, können das lange Sitzen während der Arbeitszeit oft kaum vermeiden. Dennoch können sie außerhalb dieser Zeit darauf achten sich möglichst viel zu bewegen. So können sie den Weg zur Arbeit zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen, Treppen statt Aufzüge benutzen oder mit dem Auto weit weg parken, um mehr Bewegung in den Arbeitsweg zu integrieren.

Während der Arbeit sollte außerdem die Sitzposition möglichst oft verändert werden. Auch regelmäßige Pausen in denen aufgestanden und kleine Wege zu Fuß zurückgelegt werden, sind hilfreich. Wer selbständig arbeitet oder einen verständnisvollen Chef hat, kann sich auch einen höhenverstellbaren Schreibtisch zulegen. Nach Aussagen der Seite einrichtungsradar.de gibt es Modelle in verschiedenen Höhen, sodass an den Tischen unabhängig von der eigenen Körpergröße hervorragend im Stehen und im Sitzen gearbeitet werden kann. So kann die Position beim Arbeiten in regelmäßigen Abständen gewechselt und so aktiv Rücken- und Kreislaufproblemen vorgebeugt werden.

Auch regelmäßige Sporteinheiten vor und nach der Arbeit sind empfehlenswert. Durch sportliche Aktivitäten lassen sich die Muskulatur aufrechterhalten, der Stoffwechsel ankurbeln und Haltungsfehler ausgleichen. Diese Einheiten müssen jedoch nicht immer fordernde Workouts sein: eine Wanderung, ein längerer Spaziergang, Yoga oder Gartenarbeit helfen ebenfalls dabei den Körper fit zu halten.

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