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Rheuma und Zahngesundheit

Gesundheitsprobleme im Mundraum gefährden den gesamten Organismus. Wer unter Rheuma leidet, sollte besonders auf Parodontitis achten. Die entzündliche Zahnfleischerkrankung kann das Immunsystem zusätzlich belasten. Eine gute Mundhygiene ist deshalb wichtig.

Foto: Tima Miroshnichenko über Pexels.com

Die Zahngesundheit spielt eine große Rolle für die persönliche Gesundheit, bei chronischen Erkrankungen wie Rheuma ist sie besonders wichtig: Entzündungen von Zähnen oder Zahnfleisch können Einfluss auf den Verlauf rheumatischer Erkrankungen nehmen. Bei diesen Krankheiten greift das Immunsystem gesunde Körperzellen an, indem es Entzündungen auslöst, die Knochen, Gelenke, Knorpel, Muskeln, Bänder und Sehnen dauerhaft schädigen.

Entzündungen im Mund

Die Intensität rheumatischer Symptome hängt vom gesamten Entzündungsgeschehen im Körper ab. Der Mundraum ist ein besonders sensibler Bereich für Menschen mit Rheuma – entzündete Zahnwurzeln oder Zahnfleischentzündungen stellen eine zusätzliche Belastung dar.

Bei Parodontitis sind Zahnfleisch und Kieferknochen chronisch entzündet. Betroffene Zähne verlieren ihren Halt, weil Kieferknochen durch die Entzündung abgebaut wird. Die Entzündung führt auch zum Rückzug von Zahnfleisch, sodass Zahnhälse freiliegen und anfälliger sind für Bakterien und neue Entzündungen. Forscher der University of Washington in Seattle fanden im entzündeten Zahnfleisch von Parodontitis-Patienten dasselbe Bakterium (Porphyromonas gingivalis), das auch mit rheumatischen Autoimmunreaktionen in Verbindung steht.

Äußere Anzeichen von Parodontitis sind:

Geschwollenes und/oder gerötetes Zahnfleisch Schmerzen und/oder Druckgefühl bei entzündeten Stellen Zahnfleischbluten und/oder Mundgeruch

Was Rheumatiker tun können

Die Selbsthilfeorganisation Rheuma-Liga Hamburg hat den Zusammenhang zwischen Parodontitis und rheumatoider Arthritis in einem Forschungsprojekt untersucht. Das Ergebnis: Zahngesundheit und Rheuma hängen eng miteinander zusammen. Bei Menschen mit erheblichem Zahnverlust war die Aktivität rheumatischer Erkrankungen deutlich höher.

Die gute Nachricht für Rheuma-Patienten: Wenn Parodontitis erfolgreich behandelt wird, verringern sich die Entzündungsmarker im Blut. Regelmäßige Zahnarztbesuche und eine gute Zahnpflege können also das Immunsystem beruhigen und die Symptome von Rheuma lindern.

Wichtig ist, dass Menschen mit Rheuma ihren Zahnarzt oder ihre Zahnärztin informieren. Fehldiagnosen und Komplikationen können vermieden werden, wenn die Ärzte über Immunsuppressiva und andere Arzneimittel Bescheid wissen. Die Nebenwirkungen von Rheuma-Medikamenten können zum Beispiel die Erklärung für Schleimhautirritationen oder Zahnfleischbluten sein.

Auch Rheuma-Symptome machen unter Umständen eine besondere Behandlung nötig. So liegen bei vielen Personen mit Rheuma taschenförmige Zahnfleischverdickungen vor. Eine professionelle Zahnreinigung sollte darauf abgestimmt sein, um Verletzungen zu verhindern.

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