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Die altersabhängige Makuladegeneration verstehen

Gleich mehrere Augenerkrankungen können im Alter die Sehkraft bedrohen. Viele wissen jedoch nicht um die Symptome und suchen bei Beschwerden erst spät einen Arzt auf. Besonders die altersabhängige Makuladegeneration ist vielen weitestgehend unbekannt und wird oft erst spät bemerkt. Dabei gilt sie als häufigste Ursache für einen Sehverlust im Alter. Wird sie früh erkannt, kann sie wirksam behandelt werden.

Foto: Dr. Thilo Gronow

Laut Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V. kennen 73 % der Risikogruppe im Alter ab 55 Jahren die Krankheit altersabhängige Makuladegeneration (AMD) nicht.(Quelle: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V.: https://augeninfo.de).  Dieses Unwissen kann gefährlich werden. Denn: Jedes Jahr erblinden rund 5.000 Menschen aufgrund der Erkrankung. Wer die Symptome früh bemerkt und an Vorsorgetermine denkt, kann sich schützen.

Verlauf und Symptome der altersabhängigen Makuladegeneration

Die AMD betrifft die Makula im Auge. Die Makula wird auch als „gelber Fleck“ bezeichnet und befindet sich an der Stelle der Netzhaut, die für das scharfe Sehen verantwortlich ist. Man unterscheidet zwei Unterformen der altersabhängigen Makuladegeneration. Am häufigsten tritt die trockene AMD auf, bei der sich sogenannte Drusen unter der Netzhaut bilden. Das sind Ablagerungen von Abfallprodukten des Stoffwechsels, die im Laufe der Zeit die Makula schädigen. Aus dieser Form kann sich eine feuchte AMD entwickeln. Dann sammelt sich Flüssigkeit in und unter der Netzhaut – die Ursache dafür sind neugebildete, aber undichte Blutgefäße. In der Folge können die Sehzellen zugrunde gehen.

Während bei der trockenen AMD die Sehkraft nur langsam nachlässt, leiden Betroffene bei der feuchten Form schnell unter starken Einschränkungen der Sehkraft. In der Folge werden Gesichter nicht mehr erkannt, und auch das Lesen und Autofahren ist nicht mehr möglich. Für viele bedeutet das nicht nur einen Verlust an Selbstständigkeit, sondern auch an Lebensqualität. Im schlimmsten Fall kann es zur fast vollständigen Erblindung kommen.

Dem Sehverlust keine Chance geben

Ein derartiger Sehkraftverlust ist aber nicht unausweichlich. Im Gegensatz zur trockenen Form lässt sich die feuchte AMD gut behandeln. Entscheidend ist eine frühe Diagnose. Denn Sehzellen, die einmal durch die Erkrankung zerstört wurden, erlangen ihre Funktion nie wieder zurück. Daher sind Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt ab dem 55. Lebensjahr ebenso wichtig wie das Wissen um mögliche Symptome. Der Augenarzt Dr. Thilo Gronow aus Oldenburg rät dazu, wachsam zu sein: „Vorsicht ist immer dann geboten, wenn die Sehstörung nur ein Auge betrifft.“ Betroffene sollten in diesem Fall einen Arzt aufsuchen.

Wurde eine feuchte AMD diagnostiziert, stehen zur Behandlung sogenannte VEGF-Hemmer zur Verfügung. Sie werden dem Patienten im Rahmen einer Injektionstherapie ins zuvor betäubte Auge gespritzt. Da es sich um eine chronische Erkrankung handelt, ist die feuchte AMD nicht heilbar. „Die als Spritze ins Auge verabreichten Medikamente sind aber in der Lage, ein Fortschreiten zu verhindern, und bei den meisten Patienten führt die Therapie sogar zu einer Sehkraftverbesserung“, ergänzt Dr. Gronow. Wichtig: Die Behandlung muss in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

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