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Der korrekte Umgang mit psychischen Problemen in der Film- und Fernsehbranche

Unsere Gesellschaft wird sich der Bedeutung der psychischen Gesundheit immer mehr bewusst. Und immer öfter wird die Frage gestellt, wie gehen wir damit um, wenn beispielsweise unsere tägliche Arbeit unsere psychische Gesundheit negativ beeinflusst? Wir alle sind auf unsere Arbeit angewiesen, müssen Gelder verdienen, damit wir unser Familien versorgen und unser eigenes Leben bestreiten zu können.

Manche Leute gehen ihrem Beruf auch aus Leidenschaft nach, aber nicht jedem ist dies vergönnt, daher ist es naheliegend, dass die steigenden Probleme am Arbeitsplatz die psychischen Gesundheit nicht nur in der letzten Zeit enorm beeinflusst haben.

Auch für jene, die in der Film- und Fernsehbranche beschäftigt sind, so haben Untersuchungen herausgefunden, sind in ihrem Metier starken persönlichen Belastungen ausgesetzt. Nach veröffentlichten Forschungsergebnissen litten oder leiden derzeit fast neun von zehn Beschäftigten in diesem Buisness an psychischen Problemen.

Diese Feststellung ist doch ziemlich besorgniserregend. Mit dem scheinbaren Glanz und Glamour, der mit diesen Aufgaben aber auch mit ähnlichen Jobs verbunden ist, sollte doch eigentlich davon ausgegangen werden, dass diese Personen eigentlich von psychischen Problemen befreit sein sollten.

Gegenwärtig wird fast niemand von psychische Probleme verschont, und Außenstehende müssen sich langsam darauf einstellen, um auch dieser Wahrheit in die Augen schauen zu können.. Aber was genau können Sie tun?

Ist es möglich, als bekannte Persönlichkeit aus Film- und TV, oder gar aus einer anderen Unterhaltungsbranche nicht mit psychischen Gesundheitsprobleme konfrontiert zu werden und nicht an diesen zu erkranken? Nun, die Chancen sind sehr gering, um es vorsichtig auszudrücken.

Wie also können die betroffenen Personen damit umgehen, wenn Sie wieder aus den Irrgärten psychischer Gesundheitsprobleme herausfinden möchten? Wir haben uns in diesem Artikel intensiv damit beschäftigt, um diese doch aktuelle Frage zu beantworten.

Die unten aufgeführten praktischen Schritte und Lösungsansätze können den Betroffenen durchaus helfen. Unabhängig davon, ob Sie nun in der Film- und Fernsehbranche tätig sind oder nicht, es ist auf jeden Fall wichtig und ratsam, dass Sie sich bei Ihrer Arbeit mit ihren psychischen Problemen konkret auseinandersetzen. Wir hoffen sehr, dass Ihnen diese Tipps helfen werden, vor allem dann, wenn das Beenden Ihrer beruflichen Tätigkeit für Sie nicht in Frage kommt.

Richtig mit psychischen Problemen umgehen

Drei Dinge sind zu beachten, die einen ersten Schritt zur Lösung des Problems darstellen, und zwar müssen Sie akzeptieren, dass

(1) jeder psychisch gesund sein sollte

(2) es viele Faktoren gibt, die die psychische Gesundheit von Menschen beeinflussen

(3) nicht alles in unserer eigenen Kontrolle liegt

Sollten Sie jedoch die Verantwortung für Ihre eigene psychische Gesundheit übernehmen, so werden Sie bessere Kontrolle darüber haben. Das ist einer der Schlüssel zum Stressabbau, es ist der Türöffner zur Heilung bei psychischen Problemen und es ist der Beginn für ein zufriedenstellendes Leben.

Vieles kann uns dabei helfen, unsere Widerstandsfähigkeit zu verbessern, und dafür gibt es schon seit geraumer Zeit einige Erfahrungswerte. Folgende Punkte sind in diesem Zusammenhang stets zu beachten:

Schlafen!

Ganz wichtig ist es, sich stressfrei ins Bett zu begeben. Dieser Gemütszustand wird Ihnen dabei helfen, dass Sie sich gut ausschlafen und insgesamt einen besseren Schlaf zu erleben. Wichtig ist darauf zu achten, dass Sie Ihr Schlafzimmer zu einem einladenden und komfortablen Schlafplatz machen, indem Sie sich auch wohlfühlen.

Aber leider unterliegen wir dann doch zu oft eigenen Zwängen oder Versuchungen, und wir platzieren im Schlafzimmer alle möglichen technischen Geräte – Fernseher, Telefon, iPad usw. Sollten Sie vor dem Schlafengehen auf diese hellen Bildschirme schauen, so wird Ihr Schlafmuster dadurch gestört werden und es mit schwierig werden, ins Reich der Träume zu gelangen.

Sie haben sicher schon festgestellt, dass jedes Mal, wenn Sie gegoogelt, eine Fernsehsendung angesehen oder bis spät in die Nacht im Bett viel Zeit auf Ihrem iPad verbracht haben, es dies diese Nächte sind, in denen Sie wahrscheinlich schlecht geschlafen haben. Es wird Ihnen dabei aber helfen, wenn Sie ein paar Regeln für sich selbst festlegen, die Ihnen beim Einschlafen helfen können.

Machen Sie es sich zur Gewohnheit, mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen den Fernseher abzudrehen! Und legen Sie Ihre Mobile-Telefone und Tablets weit von Ihrem Bett weg. Sie werden freudig feststellen, wie es um Ihre allgemeine Stimmung am nächsten Tag steht.

Vermeiden Sie Stimulanzien

Auch Stimulanzien beeinflussen unmittelbar unsere Schlafqualität. Wenn Sie es gewohnt sind, kurz vor dem Zubettgehen Dinge wie Nikotin, Koffein oder Alkohol zu sich zu nehmen, so werden diese Stoffe Ihnen mit Sicherheit den Schlaf erschweren.

Sollten Sie aber abends nicht auf diese aufputschenden Substanzen verzichten können, so versuchen Sie wenigstens, diese mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen nicht mehr zu konsumieren.

Vermeiden Sie es, viel zu essen

Es dürfte auch Ihnen schon öfters aufgefallen sein, dass Sie keine schweren Mahlzeiten kurz vor dem Zubettgehen zu sich nehmen sollten, denn ein übermäßiges Essen beeinflusst ebenfalls negativ Ihre Nachtruhe.

Unvorteilhafte Essgewohnheiten verschlechtern den Einschlafprozess und erhöhen die Gefahr von Verdauungsstörungen, insbesondere wenn es sich um große Portionen und/ oder pikante Speisen geht, die Sie zu später Stunde gegessen haben. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass alle Essensberater dringend davon abraten, übermäßig sich mit Speisen vollzustopfen, wenn es kurz vor dem Schlafengehen ist.

Beteiligen Sie sich an körperlicher Ertüchtigung

Bewegung ist mehr als positive Stimulanz für Ihre körperliche Gesundheit. Diese hilft auch Ihrem Geist, fördert Ihr Gedächtnis und steigert Ihre allgemeine Stimmung. Und wichtig ist auch, dass Sie auch hier auf sich selbst schauen müssen, denn dann halten Sie Ihren Körper einfach auf diese Weise in Schwung, die für Sie selbst angenehm und nicht übermäßig anstrengend ist. Und schön langsam werden Sie Ihre sportlichen Kapazitäten steigern können.

Sie werden sich über diese körperlichen Erfolgserlebnisse freuen, und es geht um mehr als genügend Sauerstoff in Ihren Körper zu bringen. Denken Sie daran, öfter mal das Rad zu benutzen, in der Natur wandern zu gehen, schimmen zu gehen...

Leben Sie die Verantwortung vor

Rechenschaft über Getanes möchte niemand allzu gerne ablegen. Für die psychische Gesundheit spielt jedoch die persönlichen offenen Einschätzungen eine wichtige Rolle.

Seien Sie ehrlich, vor allem zu sich selbst.  Wenn Sie dies erst einmal verinnerlich haben, so können Sie sich jederzeit in den Spiegel schauen und verantwortungsbewusst handeln

Stehen Sie zu dem, was Sie tun, sowohl zu den positiven als auch zu den negativen Taten. So ist es beispielsweise für Menschen, die mit der Spielsucht zu kämpfen haben, ein erster Schritte zur Genesung von dieser Krankheit, wenn sie sich eingestehen, dass sie an dieser Sucht leiden.

Dies beschränkt sich natürlich nicht nur auf das Glücksspiel, sondern auf grundsätzlich alle Aspekte des Lebens. Wenn Sie für Ihre Handlungen und Entscheidungen verantwortlich sind, und Ihre Fehler auch eingestehen können, so werden Sie sich besser fühlen, als in der Zeit, in der Sie vieles verdrängt haben.

Üben Sie sich in Achtsamkeit

Achtsamkeit bedeutet in diesem Zusammenhang, im Hier und Jetzt zu leben. Sich einen Moment Zeit zu nehmen, um Teil der Gegenwart zu sein. Dies wird Ihre Stimmung heben und es hilft bei der Vorbeugung bei psychischen Problemen. Viele Mitmenschen gehen durchs Leben und denken permanent über die Zukunft nach, und machen sich Sorgen über Vergangenes. Aber oft wird auf den gegenwärtigen Moment vergessen.

Begeben Sie sich daher so oft wie möglich auf eine Erkundungsreise in die Welt der Achtsamkeit. Es geht wirklich nur darum, einen Moment inne- und stillzuhalten. Bleiben Sie mit beiden Beinen fest am Boden und denken Sie darüber nach, wo Sie sind, was Sie sind und tun und worüber Sie eigentlich auch noch zusätzlich nachdenken sollten.

Es geht darum, nicht in der Vergangenheit zu grübeln, sondern sich zu überlegen wo man gerade steht bzw. wie sich die Zukunft gestalten lassen kann. Das ist es, was die meisten Menschen den größten Teil des Tages tun, und davon gibt es in der Film- und Fernsehbranche und natürlich auch außerhalb davon genügend Mitmenschen.

Das Fazit

Wir können und müssen die hohen Fallzahle im Bereich der psychischen Problemen in der Film- und Fernsehindustrie, aber nicht nur dort,  unbedingt senken. Dies wird aber nur gelingen, wenn wir es gemeinsam tun. Die jüngsten Ergebnisse der Forschung zu diesem Thema zeigten klar, dass Mobbing, Stress, Angst, das Gefühl der Unterbewertung und die Angst vor dem Beenden einer geliebten Tätigkeit ganz oben auf der Liste der Ursachen für psychische Probleme stehen.

Wenn wir jedoch alle – oder zumindest die meisten – entscheiden würden, sich diesen Herausforderungen zu stellen und nicht nur  zum Opfer dieser Krankheit zu werden, so könnten wir dieses Ziel erreichen. Nur so kann die Anzahl psychischen Erkrankungen reduzieren werden und wieder ein ganz „normales“ Leben gelegt werden.

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