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Bargeldloses Bezahlen gewinnt an Popularität

Immer mehr Menschen zücken lieber die Plastikkarte oder das Smartphone als Bargeld an der Kasse. Sei es die Benzinladung an der Tankstelle oder das schnell noch gekaufte Brötchen beim Bäcker. Der Trend neigt sich Richtung bargeldloses wenn nicht sogar kontaktloses Bezahlen.

Foto: pexels.com

Die Statistik

Eine repräsentative Bundesbankerhebung im Jahr 2020 hat ergeben, dass besonders die Kartenzahlung mit über 30 % Anteil wesentlich an Bedeutung gewonnen hat. 2017 lag der wert noch bei knapp 21 %. Gerade das kontaktlose Bezahlen, wozu auch keine PIN-Eingabe mehr benötigt wird, prägte diese Entwicklung enorm. Allein auf diesem Weg wurden 78 % der Girocard-Einsätze getätigt. Weniger als die Hälfte der Bezahlungen wurden im letzten Jahr dagegen noch mit Bargeld beglichen. Dies ist das erste Mal überhaupt, dass diese Wert unter 50 % in Deutschland liegt. Jedoch muss betont werden, dass besonders höhere Beträge ab 20 Euro aufwärts mit der Karte getätigt wurden, während geringere Beträge immer noch eher mit Geldscheinen oder Münzen beglichen wurden. Auch wenn die Zahlungsmethode mit dem Smartphone (Google Pay oder Apple Pay) immer noch sehr wenig genutzt wird, stieg diese Nutzung ebenso auf 3 %. Die meisten Befragten innerhalb der Erhebung gaben dabei an, dass die bessere Hygiene bei der bargeldlosen beziehungsweise kontaktlosen Bezahlung Grund für den vermehrten Einsatz sei.

Lokale Geschäfte stellen um

Der Popularitätsverlust des Bargelds bringt immer mehr Einzelhändler und Gastronomen zum Umdenken. So hat, wie kürzlich bekannt gegeben, der Fußball-Verein Armenia Bielefeld angekündigt, dass es für die kommende Saison kein Bargeld im Stadion akzeptiere und nur noch bargeldloses Bezahlen möglich sein wird.

Die moderne Technik macht es möglich. So lassen sich unter anderem Kassensysteme für die Gastronomie, wie beispielsweise die iPad Kasse von Tillhub, einfach auch auf andere Branchen übertragen. Das fortschrittliche System bietet Unterstützung beim bargeldlosem Bezahlen, wie auch beim Kunden- und Mitarbeitermanagement. Zudem sind diese Kassensysteme, wie man es bereits aus der Gastronomie kennt, mobil einsetzbar, sodass der Kunde zum Bezahlen nicht mal mehr an eine stationäre Kasse geführt werden muss.

Weitere Beispiele für diese Trendwende bei den Zahlungsmethoden ist zum einen eine Bäckerei in Lüdenscheid, die es ihren Kunden ermöglicht, selbst ein einzelnes Brötchen mit der Karte zu zahlen. Zum anderen ist in Warendorf nun auch die Nutzung des ÖVPN bargeldlos möglich.

Das Bargeld und der Umweltschutz

Umweltschutz ist vielen Bürgerinnen und Bürgern ein sehr wichtiges Anliegen, so ergab eine Umfrage der Dülmener Bürgerschaft. Klimaschutz wurde so von allen befragten Zielgruppen, darunter auch verschiedene Unternehmen, als besonders wichtig erachtet. Das Einkaufs- und Konsumverhalten der Menschen in der Region hat sich in den letzten fünf Jahren dahingehend auch verändert. So ist es kein Wunder, dass auch der Umschwung auf bargeldloses Bezahlen immer weiter zunimmt. Eine Studie der niederländischen Zentralbank hat nämlich ergeben, dass die Nutzung von Bargeld 21 % schlechter für die Umwelt ist, als die Bezahlung mit Karte. Allein der Lebenszyklus von Bargeld von der Herstellung, über Transport bis hin zur Inbetriebnahme verursache weitaus mehr CO₂ als die Produktion und Auslieferung von Bankkarten.

Noch herrschen in Deutschland keine Verhältnisse wie in Skandinavien oder wie auf den Britischen Inseln, wo man in manchen Geschäften mittlerweile gar nicht mehr mit Bargeld bezahlen kann. Die Trendwende ist jedoch nah an den Horizont gerückt und zeichnet sich in den Statistiken in der Zwischenzeit sogar ab.

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