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Welchen Einfluss hat der neue Glücksspielstaatsvertrag auf die Angebote der Wettanbieter?

Zum 1.Juli traten die Regelungen des neuen Glücksspielvertrages für Deutschland in Kraft. Ziele dieses Vertrages sind vor allem eine bessere Überwachung der Spielsicherheit und ein einheitliches Vorgehen der Bundesländer bei Glücksspielen, um zukünftig Betrug und Spielsucht besser kontrollieren zu können.

Foto: Photo by Dylan Clifton on Unsplash

Während bisher nur Schleswig-Holstein eine liberale Glücksspiel-Politik betrieb und andere Bundesländer Online-Glücksspiel verboten, sind die Zeiten des Grauzonenbereichs und der Uneinheitlichkeiten vorbei. Der neue Glücksspielvertrag gilt für die gesamte Bundesrepublik und wird von vielen Seiten als wichtiges Signal für die Branche gesehen.

Mehr Transparenz, Sicherheit und Kontrolle

Der Vertrag betrifft zwar vor allem Online-Casino-Anbieter, aber auch für Wettanbieter haben die Änderungen Relevanz. Unter anderem wurde nämlich vereinbart, dass ein anbieterübergreifendes Einzahlungsmaximum von 1.000 Euro im Monat festgelegt wird. Die Spielenden müssen sich zudem registrieren und können durch die unabhängige OASIS überwacht und gesperrt werden. Zudem dürfen noch aktive Sportler und Sportlerinnen sowie Personen in Funktionspositionen nicht für Sportwetten werben. Die Wettanbieter sind zudem zur technischen Sicherheit verpflichtet.

Im Mittelpunkt steht vor allem der Schutz der Spieler und Spielerinnen. Das zunehmende Problem mit der Spielsucht will der Bund in den Griff bekommen. Dazu gehört auch, dass schwarze Schafe ohne Lizenz zukünftig keine Gelegenheit mehr bekommen sollen, Glücksspiele anzubieten. Lediglich lizenzierte und kontrollierte Anbieter sollen die Gelegenheit bekommen, Sportwetten anbieten zu können. Lizenzierte Unternehmen bieten zudem häufig einen Sportwetten-Bonus an, mit dem Neukunden spielen können. Die Gefahr, bei Wetten auf Bundesligaspiele, anderen Sportveranstaltungen oder auch solchen Angeboten der Wettanbieter betrogen zu werden, soll dadurch verhindert werden.

Kritik von Suchtberatungen

Trotz der Maßnahmen gehen die Regelungen vielen Suchtberatungen nicht weit genug. Insbesondere die maximale Einsatzgrenze von 1.000 Euro im Monat sei zu hoch angesetzt. Zudem haben viele Beratungen auf ein Verbot von Spielhallen und Sportwettenanbietern in Schul- und Kindergartennähe gehofft. Viele sehen hinter den Regelungen durch den Bund, dass statt effektiver Spielsicherheit eher die Staatskasse im Mittelpunkt steht. Bei Online-Casino-Spielen beispielsweise gehen 5,3 Prozent als sogenannte “Spieleinsatzsteuer” künftig zusätzlich an den Staat.

Fortschritt mit Überarbeitungsbedarf

Dennoch ist der neue Glücksspielstaatsvertrag ein Schritt in die richtige Richtung. Während andere Länder in diesem Bereich längst transparente Strukturen geschaffen hatten, herrscht nun auch in Deutschland Klarheit. Dennoch weist der Vertrag noch Mängel auf, sowohl für die Betreiber, als auch für die Spielenden.

Auch bei (Online-)Sportwetten kann man sich als Spielender zukünftig wohl darauf verlassen, auf dem deutschen Markt nur auf seriöse Unternehmen zu treffen. Mehr als 1.000 Euro im Monat dürfen jedoch nicht eingesetzt werden, was einerseits in Anbetracht der allgemeinen Handlungsfreiheit fragwürdig erscheinen mag, als Schutz vor extensiver und existenzgefährdender Spielsucht aber sinnig ist.

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