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Sparpotenzial bei Kfz-Versicherungen

Weniger Fahrleistung durch Homeoffice – satte Rückerstattungen möglich

Seit der Corona-Pandemie arbeiten viele im Homeoffice. Damit geht für zahlreiche Autofahrer eine geringere jährliche Fahrleistung einher. Da die Beiträge für Kfz-Versicherung unter anderem anhand der Fahrleistung kalkuliert werden und die Anzahl der gefahrenen Kilometer bei zahlreichen Versicherten markant geschrumpft ist, kann von Rückerstattungen profitiert werden. Wie sich Verbraucher diese sichern und warum sich ein regelmäßiger Vergleich der Versicherer lohnt, hier thematisiert.

Foto: Peggy_Marco/pixabay.com

Die jährliche Fahrleistung ist einer der Faktoren mit direktem Einfluss auf die Beiträge der Kraftfahrzeugversicherung. Je mehr Versicherte fahren, desto höher das Unfallrisiko – dementsprechend steigen die Kosten für den Versicherungsschutz. Um den passenden Tarif bedarfsgerecht ermitteln zu können, wird die jährliche Fahrleistung von den Versicherungsgesellschaften abgefragt. Die Schätzung der Versicherten dient als Grundlage für die Tarifermittlung und errechnet sich beispielsweise aus den Fahrten zur Arbeit, möglichen Urlaubsreisen und privaten Einkaufsfahrten. Weil viele ihre Arbeit coronabedingt von zu Hause aus erledigen müssen, stimmen die tatsächlich gefahrenen Kilometer nicht mit den Schätzungen überein.

Einige Versicherer erstatten die daraus resultierende Differenz rückwirkend, jedoch längst nicht alle. Bereits im vergangenen Jahr wurde deutlich, dass nicht jeder Autofahrer von der Kulanz seines Versicherungsgebers profitiert. Teilweise wurde die geringere Fahrleistung nicht rückwirkend berücksichtigt, sondern erst ab dem Zeitpunkt als von Seiten der Versicherten die Meldung über die Kilometer-Differenz einging.

Versicherungsbedingungen kritisch prüfen und vergleichen

Ob Versicherte Anspruch auf eine Rückerstattung haben, hängt von den Versicherungsbedingungen ab. Ein sorgfältiger Blick in die Unterlagen bringt Klarheit. Diejenigen, die künftig ausschließlich für gefahrene Kilometer zahlen möchten, können mit einem Versicherungsvergleich nach Angeboten mit kilometergenauer Abrechnung Ausschau halten. Wie aus einem Test von 160 Tarifen des Verbrauchermagazins Finanztest (Ausgabe 12/2020) der Stiftung Warentest hervorgeht, ist das Beitragsniveau bei der monatlich kündbaren Kfz Versicherung vom digitalen Anbieter Friday  deutlich besser als beim Durchschnitt. Das trifft auf die Kfz-Haftpflicht und die Vollkasko des Versicherers zu. Nutzen Versicherte ihr Auto weniger als geschätzt, erhalten sie am Ende des Jahres Geld zurück. Wie dieses Beispiel verdeutlicht, ist der Anspruch auf eine faire Rückerstattung nicht zwingend von einer Pandemie abhängig.

Rückerstattung verlangen - am besten schriftlich

Versicherer, die ihre Beiträge ohne kilometergenaue Abrechnung kalkulieren, greifen auf die gängige Kilometerstaffelung zurück. Anhand dessen wird die von Versicherten geschätzte Fahrleistung in Fahrleistungsstufen eingeordnet. Typische Fahrleistungsstufen reichen beispielsweise von 6.000 bis 9.000 Kilometer sowie von 9.000 bis 12.000 Kilometer. Doch egal, ob kilometergenaue Abrechnung oder Kfz-Versicherung mit Kilometerstaffelung: Liegt die jährliche Fahrleistung unter der Schätzung, sollten Versicherte dies ihrer Versicherung melden, um sich potenzielle Rückerstattungen zu sichern:

  • Die Kilometer-Meldung lässt sich inzwischen bei vielen Versicherern schnell und einfach online durchführen.
  • Sollte das nicht der Fall sein, ist eine Mitteilung per E-Mail oder über den Postweg ratsam.
  • Im Schreiben sollten die Versicherungen aufgefordert werden, den Zeitpunkt der Beitragsanpassung sowie dessen Höhe schriftlich zu bestätigen.

Sollte eine rückwirkende Beitragserstattung seitens der Versicherungsgesellschaften schriftlich abgelehnt werden, ist eine erneute Kontaktaufnahme ratsam. Fehler im Rahmen der Bearbeitung sind nie auszuschließen. Im Idealfall führt eine freundliche Erinnerung zum gewünschten Ergebnis.

Tipp der Redaktion: Um die jährliche Meldung an die Versicherung nicht zu vergessen, sollten sich Versicherungsnehmer eine Erinnerung im digitalen Kalender eintragen. Teilweise übernehmen Vergleichsportale oder gar die Versicherungen diese Aufgabe.

Wann kann man seine Kfz-Versicherung kündigen?

Stellt sich wegen negativer Erfahrungen mit dem jetzigen Versicherer Unzufriedenheit ein, sollten sich Verbraucher einen Versicherungswechsel durchführen. Regelmäßige Tests machen deutlich, dass sich der Vergleich der Tarife generell nicht nur bei krisenbedingten Abweichungen der Fahrleistung lohnt. Wann eine fristgerechte Kündigung möglich ist, hängt vom Vertrag ab. Die Option der monatlichen Kündigung ist leider nach wie vor eher selten. Beim Großteil der Verträge ist hingegen der 30. November der Stichtag für die ordentliche Kündigung. Der Grund: Das Versicherungsjahr entspricht in der Regel dem Kalenderjahr – die Kündigungsfrist beträgt einen Monat. Soll die Kfz-Versicherung pünktlich beendet werden, muss die Kündigung spätestens einen Monat vor Ende des Versicherungsjahres beim Versicherer eingehen.

Welche Kfz-Versicherung ist empfehlenswert?

Grundsätzlich sollten Verbraucher stets bedarfsgerechte Tarife wählen. Aufgrund unterschiedlichster Fahrleistungen, Fahrzeuge und persönlichen Anforderungen kann es auf diese Frage keine pauschale Antwort geben. Während die kilometergenaue Abrechnung beispielsweise hervorragend für Wenigfahrer geeignet ist, müssen Familien oder Wohngemeinschaften, die ein Fahrzeug gemeinsam nutzen, einen erweiterten Fahrerkreis eintragen lassen und mit höheren Beiträgen rechnen. Dementsprechend sind die Angebote immer in Bezug auf den individuellen Bedarf zu vergleichen.

Kfz-Versicherungen mit Corona-Schutz versprechen Rückerstattung

Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Entwicklungen im Bereich der jährlichen Fahrleistung hat die Branche reagiert und passende Angebote erarbeitet. Wie die Stuttgarter Zeitung online berichtet, hat das Portal Check24 zum Beispiel den sogenannten Corona-Schutz eingeführt. Laut des Geschäftsführers Kfz-Versicherungen Rainer Klipp beinhalten zwei Drittel der 2020 über das Vergleichsportal abgeschlossenen Policen diesen speziellen Schutz beitragsfrei. Dieser soll gewährleisten, dass Versicherungsnehmer bei pünktlicher Meldung ihrer geringeren Fahrleistung entweder eine Rückerstattung oder eine Gutschrift für das Folgejahr erhalten. Laut beispielhafter Angaben des Portals sind Einsparungen bis zu 30 Prozent möglich, wenn Fahrer statt 20.000 nur 12.000 Kilometer unterwegs waren.

Worauf diejenigen achten sollten, die mehr Kilometer gefahren sind als geschätzt, hier im Ratgeber .

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