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Zugausfälle wegen Lokführerstreik auch in NRW

Düsseldorf (dpa/lnw)

Stillstehende Züge, genervte Pendler: Der Streik der Lokführergewerkschaft GDL hat am Mittwochmorgen auch Reisende in NRW getroffen. Nicht alle waren darauf vorbereitet.

Von dpa

Eine S-Bahn der Deutschen Bahn (DB) fährt an einem Bahnübergang mit einer roten Ampel vorbei. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Der bundesweite Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat am Mittwochmorgen auch in Nordrhein-Westfalen zu zahlreichen Zugausfällen geführt. Der Betrieb wurde im Nah- und Fernverkehr auf einen Notfahrplan umgestellt, wie ein Bahnsprecher mitteilte. 25 Prozent der Fahrten im Fernverkehr sollten aufrecht erhalten werden. Im Nahverkehr könne es jedoch auch kurzfristig zu Ausfällen im Notfahrplan kommen.

Im Regionalverkehr fielen zehn Linien der DB Regio sowie zwei S-Bahn-Verbindungen ganz aus, wie aus einer Aufstellung der Bahn hervorgeht. Der Verkehr sei «massiv beeinträchtigt». Betroffen sind unter anderem die Linien RE2 von Düsseldorf über das Ruhrgebiet ins Münsterland und RE9 von Aachen über Köln nach Siegen. Zehn weitere Linien verkehren nur mit Einschränkungen, darunter die von Pendlern viel genutzten S-Bahn-Linien S1 und S6 zwischen dem Ruhrgebiet und dem Rheinland und Düsseldorf.

Obwohl der Schwerpunkt des Streiks eher im Osten Deutschlands liege, sei die Lage am Mittwochmorgen auch in Köln angespannt, teilte die Bahn mit. Reisende müssen sich der Bahn zufolge auch auf teils längere Verspätungen einstellen.

Der Ersatzfahrplan sei aber gut angelaufen, sagte ein Bahnsprecher. Insgesamt seien wenige Reisende unterwegs. Die Leute seien gut vorbereitet. «Etwas holpriger» lief nach Angaben des Sprechers am Mittag hingegen der S-Bahn-Verkehr. «Im Bereich der S-Bahnen ist es im Moment etwas schwieriger.»

Trotz der Streiks blieb das große Chaos am Morgen aus. Viele Pendler waren auf die Situation gut vorbereitet. «Ich bin extra zwei Stunden früher gefahren, mit einem anderen Anbieter», sagte eine Pendlerin am Düsseldorfer Hauptbahnhof.

Andere hatten die Ankündigung der Gewerkschaft am Dienstag wohl nicht mitbekommen und wurden am Morgen überrascht. «Aber ich muss doch zur Arbeit», beschwerte sich ein Mann vor der blauen Anzeigetafel, an der in Dauerschleife «Zug fällt aus!» durchlief. «Ich muss sechs Stunden statt drei Stunden ins Büro fahren», sagte eine Frau neben ihm. «Um nach Offenburg zu kommen, muss ich jetzt erst nach Frankreich fahren. Die deutschen Züge sind das reinste Chaos.»

Zunächst soll der bundesweite Streik bis Freitag um 02.00 Uhr dauern. Die Bahn rät Reisenden dazu, nicht notwendige Fahrten im Fernverkehr zu verschieben. Im Zuge der Ausfälle wurde auch die Gültigkeit von Tickets ausgeweitet.

Den Güterverkehr bestreikt die Gewerkschaft schon seit Dienstagabend. Die GDL kämpft um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder. Nicht bestreikt werden Konkurrenten der Deutschen Bahn. Allerdings sind auch bei ihnen Einschränkungen in Folge der Streiks möglich.

Die GDL-Mitglieder streiken offiziell für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Unter anderem verlangen sie eine Corona-Prämie von 600 Euro und 3,2 Prozent mehr Geld in zwei Stufen. Die Bahn will die Erhöhung nach den Corona-Verlusten über eine längere Zeit strecken. Dahinter schwelt ein Streit zwischen GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG darum, wer letztlich die Tarifverträge mit dem Unternehmen maßgeblich aushandelt.

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