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Wirtschaft kann Vorkrisenniveau 2021 fast wieder erreichen

Düsseldorf (dpa/lnw)

Restaurants zu, Hotels gähnend leer, Messen abgesagt: Große Teile von Nordrhein-Westfalens Wirtschaft hat die Corona-Pandemie heftig erwischt. Kein Wunder, dass es 2020 bergab ging mit der Konjunktur. Nun gibt es gute Nachrichten.

Von dpa

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Marcel Kusch/dpa/archivbild

Nach heftigen Einbußen in der Corona-Krise ist Nordrhein-Westfalens Wirtschaft auf Erholungskurs. Dieses Jahr werde die Wirtschaftsleistung im Vergleich zu 2020 voraussichtlich um 3,5 Prozent wachsen, sagte Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Montag in Düsseldorf und bezog sich auf einen Bericht des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung. Im Vorjahr hatte es wegen der Pandemie ein Minus von 4,4 Prozent gegeben. «Die Konjunktur im Land Nordrhein-Westfalen nimmt wieder richtig Fahrt auf.»

Vor allem die Industrie legt in diesem Jahr laut der Prognose zu. Aber auch Handel und Dienstleister blicken nach den Worten von Pinkwart optimistischer als zuvor auf das laufende Jahr. Die Nachfrage nach Produkten aus NRW habe weltweit deutlich angezogen. Hierbei verwies Pinkwart aber auch auf gestiegene Preise und eine Knappheit bei Rohstoffen wie Lack und Holz, die für Unbehagen in der Industrie sorgten. RWI-Experte Torsten Schmidt sagte: «Die Lieferengpässe in einigen Bereichen zeigen, wie tiefgreifend die Corona-Krise die Wirtschaftsaktivitäten gestört hat.» Sie würden die nun einsetzende Erholung aber nicht deutlich verzögern.

Mit der konjunkturellen Erholung Hand in Hand geht die Entwicklung am Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote in NRW wird von derzeit 7,5 auf voraussichtlich 7,0 bis zum Jahresende steigen, so die RWI-Analyse.

Ralf Stoffels, Präsident der Industrie- und Handelskammer NRW, stellte Ergebnisse einer Firmenumfrage vor und berichtete von einer positiveren Stimmung als zuvor - das liege unter anderem an den Impffortschritten und den damit verbundenen Aussichten auf bessere Geschäfte. Dennoch bleibe die Lage in den besonders von der Krise betroffenen Branchen ernst. «Auch nach den verbesserten Öffnungsperspektiven werden diese Unternehmen noch Monate benötigen, bis klar ist, ob sie sich aus der Krise herausarbeiten können», sagte Stoffels und dürfte dabei die Lage im stationären Einzelhandel im Kopf gehabt haben. «Viele Unternehmen sind noch nicht über den Berg.»

Nachdem Ausnahmen von der Insolvenzantragspflicht Ende April ausgelaufen sind und diese Pflicht bei Überschuldung nun wieder greift, rechnet Professor Schmidt mit einem Anstieg der Firmeninsolvenzen: «Das ist in jeder Rezession so gewesen, das wird auch dieses Mal mit zeitlichen Verzögerungen der Fall sein.» Man sollte sich von einem Anstieg der Insolvenzen «nicht schrecken lassen», sagte Minister Pinkwart. Bei Firmen mit genügend Substanz und mit einer Fortführungsperspektive sei er mit Blick auf die anziehende Konjunktur zuversichtlich, dass sie wieder auf die Beine kämen.

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