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Weihbischof legt Einspruch gegen Strafbefehl ein

Kerpen (dpa)

Von dpa

Bündgens hat knapp 128.000 Euro einer vermögenden Witwe auf sein Privatkonto abgezweigt. Foto: Ralf Roeger/dpa/Archivbild

Der Aacher Weihbischof Johannes Bündgens hat wie angekündigt fristwahrend Einspruch gegen einen Strafbefehl des Amtsgerichts Kerpen eingelegt. Das teilte ein Gerichtssprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit. Mitte Juli hatte das Gericht den katholischen Geistlichen in Abwesenheit zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten wegen Untreue verurteilt. Außerdem soll Bündgends 5000 Euro Geldbuße zahlen.

Sein Anwalt hatte nach der Verhandlung den Einspruch bereits angekündigt. Sollte der Strafbefehl dennoch rechtskräftig werden, wäre der Bischof nach Angaben des Gerichts vorbestraft. Ob es allerdings bei dem Einspruch bleibt, ist derzeit noch offen. Auch die «Kölnische Rundschau» berichtete.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Geistlichen vor, die Vollmacht einer vermögenden Witwe missbraucht und im Dezember 2017 und Januar 2018 knapp 128.000 Euro auf sein Privatkonto überwiesen zu haben. Mit dem Geld habe sich Bündgens eine Immobilie gekauft. Mittlerweile hat er die Summe zurückgezahlt. Die Witwe ist im vergangenen Jahr gestorben. Seit Bekanntwerden der Vorwürfe 2019 lässt Bündgens seine Ämter ruhen.

Der Anwalt kündigte jetzt gegenüber über dem Gericht an, dass sein Mandant bis September eine endgültige Entscheidung treffen werde. Bleibt es bei dem Einspruch, kommt es zu einer neuen Hauptverhandlung mit mehreren Sitzungstagen und der Aussage zahlreicher Zeugen.

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