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Vielerorts Kneipenbesuch ohne Nachweise ab Freitag möglich

Düsseldorf (dpa/lnw)

Die Hürden für den Kneipenbesuch sinken vielerorts in NRW. Und das genau zum Beginn der Fußball-EM. Rudelgucken auf Leinwänden oder in Biergärten dicht an dicht ist aber weiterhin nicht möglich.

Von dpa

Gäste stoßen an einem Tisch eines Lokals mit Altbier an. Foto: David Young/dpa/Symbolbild

Pünktlich zum Start der Fußball-EM wird in fast zwei Drittel der Regionen von Nordrhein-Westfalen der Kneipenbesuch ohne einen Test- oder Impfnachweis wieder möglich sein. «In NRW werden wir am Freitag den siebten Tag unter der Inzidenz 35 sein, und dann gibt es noch mehr Freiheiten», sagte am Mittwoch Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im «Frühstart» von RTL und ntv und fügte hinzu: «Wenn die Abstände weiter eingehalten werden, ist EM gucken in der Kneipe dann auch kein Problem mehr.»

Aus einer Übersicht des Gesundheitsministeriums geht hervor, dass am Mittwoch 17 der insgesamt 53 kreisfreien Städte und Kreise zur Stufe 1 mit den umfangreichsten Lockerungen gehörten. Am Freitag werden es demnach dann bereits 31 sein, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter der Marke von 35 liegt. Hinzu kommt, dass ab Freitag voraussichtlich auch der NRW-Landesdurchschnitt stabil unter 35 liegen wird. Das hat dem Öffnungsplan zur Folge, dass in den Regionen der Stufe 1 die Innengastronomie ohne vorherige Tests möglich ist. In der Gastronomie gilt: Getestete, Geimpfte und Genesene mit einem positiven Test, der nicht älter als sechs Monate ist, sind gleichgestellt.

«Es geht immer weiter in Richtung Normalität. Aber es ist noch lange nicht die Normalität, die wir von vor der Corona-Zeit kennen», sagte der Sprecher des Branchenverbandes Dehoga NRW, Thorsten Hellwig, der dpa. Es bleibe bei den Vorgaben zu Abstandsregeln im Innenbereich und der Maskenpflicht außerhalb des zugewiesenen Sitz- oder Stehplätze sowie der Nachverfolgbarkeit durch das Erfassen der Kontaktdaten.

Nach dem Öffnungsplan der Landesregierung darf in Kreisen und kreisfreien Städten der Stufe 3 mit einer Sieben-Tage-Inzidenz stabil zwischen 100 und 50,1 die Außengastronomie bei negativer Tests oder der anderen Nachweise der Gäste sowie einer Platzpflicht geöffnet werden. In der Stufe 2 mit einer Sieben-Tage-Inzidenz stabil zwischen 50 und 35,1 ist die Außengastronomie ohne negative Tests erlaubt. Die Innengastronomie darf geöffnet werden, wenn negative Tests der Gäste vorliegen und eine Platzpflicht gegeben ist. In den Kreisen und kreisfreien Städten der Stufe 1 ist bei einer Landesinzidenz stabil unter 35 die Innengastronomie auch ohne vorherige Tests möglich.

Laumann warnt vor zu früher Euphorie. «Wir haben erst seit wenigen Tagen diese sehr gute Entwicklung. Die Pandemie ist nicht vorbei», betonte er bei RTL/ntv. Er nahm auch Bezug auf die anstehende Entscheidung im Bundestag über die Verlängerung der Regelungen zur epidemischen Lage. «Ich glaube schon, dass eine Verlängerung möglich ist. Wir sind von der Herdenimmunität noch sehr weit entfernt. Aber natürlich werden wir die pandemische Lage irgendwann für erledigt erklären - spätestens wenn wir allen Menschen ein Impfangebot gemacht haben», so Laumann. Das Versprechen stehe weiterhin, dass jeder in Deutschland bis zum Ende des Sommers ein Impfangebot bekommen werde.

Der Abwärtstrend bei den Corona-Neuinfektionen setzt sich auch in Nordrhein-Westfalen fort. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Mittwoch einen Wert von 23,2 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen. Das ist ein deutlich niedrigerer Wert als vor einer Woche (42,0). Auch gegenüber dem Vortag (26,0) ging die wichtige Kennziffer weiter zurück. Binnen eines Tages meldeten die NRW-Gesundheitsämter dem RKI 715 weitere Corona-Neuinfektionen. Die Zahl der Todesfälle stieg um 12.

Nach der RKI-Übersicht lag am Mittwoch von den insgesamt 53 Kreisen und kreisfreien Städten nur noch Hagen (52,5) über der Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen. Über der Schwelle von 35 sind es mit Hagen, Bonn (46,7), Leverkusen (40,3) und Wuppertal (38,9) vier kreisfreie Städte. Auch die beiden größten Städte des Landes, Köln (18,3) und Düsseldorf (24,9) liegen deutlich unter der Schwelle von 35. Landesweit ist die Sieben-Tage-Inzidenz weiterhin in Münster am niedrigsten (6,7).

Der bereits absehbare stabile Landesdurchschnitt von unter 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen hat in den Kreisen und kreisfreien Städten der Stufe 1 auch Auswirkungen auf den Sportbereich: Dort ist voraussichtlich ab Freitag der Innensport ohne vorherige Tests wieder möglich.

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