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Vertrauen gewinnen: Verkehrsunternehmen werben um Kunden

Köln (dpa/lnw)

Kaum hatte die «Verkehrswende» begonnen, kam Corona und machte den Nahverkehrsunternehmen einen dicken Strich durch die Rechnung. Busse und Bahnen sind längst nicht so ausgelastet wie vor der Pandemie. Die Unternehmen wollen jetzt Vertrauen zurückgewinnen.

Von dpa

Frederik Ley, Vorsitzender der Regionalleitung von DB Regio NRW, spricht. Foto: Fabian Strauch/dpa/Archivbild

Nach dem starken Rückgang der Fahrgastzahlen wegen Corona wollen die Nahverkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen wieder Kunden zurückgewinnen. Geplant sind etwa neue digitale Tickets für Gelegenheitskunden oder Schnupperabo-Aktionen, wie die Landesgruppe NRW des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen am Dienstag mitteilte. «Jetzt geht es darum, Vertrauen bei den Kunden zurückzugewinnen», sagte der Vorsitzende des VDV NRW, Ulrich Jaeger, bei einer Online-Pressekonferenz. Die Bevölkerung darauf aufmerksam machen wollen die Unternehmen und Verkehrsverbünde mit einer landesweiten Werbekampagne unter dem Motto «#besserweiter». Sie soll im August starten und an die gleichlautende Kampagne im vergangenen Jahr anknüpfen.

Die Auslastung im öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) in NRW liegt derzeit bei 60 bis 65 Prozent gegenüber der Vor-Corona-Zeit, wie Frederik Ley, Vorsitzender der Regionalleitung von DB Regio NRW, sagte. Es gebe die Hoffnung, dass es nach den Sommerferien «deutlich hochgeht», sagte Ley. Auch Jaeger sieht aktuell eine positive Entwicklung: «Unser Eindruck ist im Moment, dass die Leute wieder zurückkommen», dass etwa mit vermehrten Freizeitaktivitäten auch die Fahrgastzahlen wieder stiegen.

Die Nahverkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen gehen allerdings davon aus, dass die Fahrgastzahlen in Bus und Bahn erst Ende 2022 wieder das Vor-Corona-Niveau erreichen werden. «2022 wird sicherlich noch dafür gebraucht, eine Normalisierung im Mobilitätsverhalten der Leute zu erreichen», sagte Jaeger weiter.

Es sei der richtige Moment für die Kampagne, sagte Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU). Rund 60 Prozent der NRW-Bevölkerung sei einmal geimpft. Die Beibehaltung der Maskenpflicht im ÖPNV bezeichnete er als «richtig». Dies schaffe mehr Vertrauen. Wüst sprach von einem Trend zum Homeoffice. Zwar wisse man noch nicht, wie es sich verstetige. Das Angebot gehöre heute aber zu einem attraktiven Arbeitgeber dazu. Entsprechend gebe es jetzt die ersten flexiblen Abos. «Ich bin dankbar dafür, dass man schnell darauf reagiert hat.» Hinzu kämen digitale Tickets, die die Hemmschwelle für Gelegenheitskunden senkten oder Informationen über die Auslastung, «damit die Menschen in der App sehen: Wie voll ist mein Zug?»

Die Verkehrsunternehmen wollen auch mit Marketingaktionen auf sich aufmerksam machen. So planten etwa die Kölner Verkehrs-Betriebe eine Getränkeverteilaktion, sagte der Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS), Michael Vogel. Auch das Azubiticket soll verstärkt beworben werden, um die jüngere Zielgruppe wieder verstärkt an den ÖPNV heranzuführen. Verwiesen wurde auch auf die laufende Dankeschön-Aktion für alle Abokunden in Nordrhein-Westfalen: In den NRW-Sommerferien sind ihre Tickets bis auf wenige Ausnahmen landesweit gültig. Der Ticketinhaber darf dabei einen weiteren Erwachsenen sowie drei Kinder oder zwei Fahrräder kostenlos mitnehmen.

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