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Tödlicher Angriff in Unterkunft: 25-Jähriger verdächtig

Greven (dpa)

Bei einem Streit unter Bewohnern einer kommunalen Unterkunft soll ein 25-Jähriger einen Mitbewohner erstochen haben. Dieser soll vorher versucht haben, einen Streit zwischen dem mutmaßlichen Täter und einem weiteren Bewohner zu schlichten.

Von dpa

Spurensicherer stehen vor einer Unterkunft für Geflüchtete im Münsterland. Foto: David Poggemann/Nord-West-Media/dpa

Den Versuch, einen Streit in einer kommunalen Unterkunft im münsterländischen Greven zu schlichten, hat ein 35 Jahre alter Mann aus Aserbaidschan mit dem Leben bezahlt. Tatverdächtig ist ein 25 Jahre alter Asylsuchender aus Afghanistan. Er soll sich zuvor mit einem 43-jährigen Deutschen gestritten haben. Alle drei wohnten in der Unterkunft für Geflüchtete, Asylsuchende und Obdachlose.

Als der 35-Jährige die Auseinandersetzung am Sonntagabend schlichten wollte, sei er selbst von dem 25-Jährigen mit einem Messer attackiert worden, berichtete die Staatsanwaltschaft Münster am Montag. Der Aserbaidschaner erlitt dabei tödliche Verletzungen. Der 43-Jährige wurde schwer verletzt und kam in ein Krankenhaus. Lebensgefahr bestand nicht.

«Warum die beiden Männer in Streit gerieten, ist unklar», erklärte der Leiter der Mordkommission, Kriminalhauptkommissar Dirk Bommert. Ermittelt werde in alle Richtungen. «Es gibt aktuell jedoch keine Hinweise darauf, dass die Tat politisch motiviert war», betonte er. Zeugen hatten angegeben, dass der 25-Jährige kurz vor dem Angriff «Allahu Akbar» (zu deutsch: «Gott ist groß») gerufen haben soll.

Laut Oberstaatsanwältin Barbara Vogelsang stand der mutmaßliche Täter zum Zeitpunkt der Tat möglicherweise unter Alkohol- und Drogeneinfluss. Es seien Blutproben genommen worden, die nun untersucht würden.

Der Tatverdächtige war zunächst geflohen. Ein Hubschrauber fand ihn später in einem angrenzenden Feld. Er habe sich widerstandslos festnehmen lassen. Die Staatsanwaltschaft beantragte einen Haftbefehl wegen Totschlags. Der Verdächtige äußerte sich bislang nicht zu dem Tatvorwurf.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der Afghane 2015 nach Deutschland eingereist. Seit Januar 2018 lebte er in der Einrichtung. Sein Asylantrag sei abgelehnt worden, sagte Vogelsang. Er sei jedoch geduldet gewesen.

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