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Razzia nach illegalem Rennen: Selfie-Video bei 305 km/h

Düsseldorf (dpa)

Ein halbes Jahr nach einem illegalen Rennen in Düsseldorf hat die mutmaßlichen Raser ihr Verhalten eingeholt. Sie bekamen Besuch von der Polizei, die zwischenzeitlich auch ein erschreckendes Selfie-Video entdeckt hatte.

Von dpa

Ein Audi R8 wird nach einem illegalen Rennen von der Polizei sichergestellt und abtransportiert. Foto: Polizei Düsseldorf/dpa

Nach einem illegalen Rennen auf einer Autobahn durch Düsseldorf ist ein Selfie-Video aufgetaucht, das laut Polizei bei Tempo 305 vom Fahrer aufgenommen wurde. Ein 23-Jähriger habe sich dabei auf der Autobahn 3 bei Leverkusen auf einem Abschnitt gefilmt, auf dem ein Tempolimit von 120 gilt, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Düsseldorf.

Der Verdächtige sei auch an dem Rennen durch Düsseldorf beteiligt gewesen. Die Beschuldigten im Alter von 22 und 23 Jahren hätten auf Social-Media-Kanälen mit ihrer Raserei geprahlt.

Vor einem halben Jahr habe ein Zeuge beobachtet, wie sich das Trio auf der Autobahn 46 zu einem gefährlichen, illegalen Rennen über alle drei Fahrspuren zusammengetan habe. Mit ihren PS-starken Boliden seien sie dann mit Vollgas und riskanten Überholmanövern auch durch den Düsseldorfer Tunnel unter dem Uni-Gelände gerast. Dort gilt ein Tempolimit von 80 Kilometern pro Stunde.

Die Polizei sicherte Aufnahmen aus Verkehrsüberwachungskameras im Tunnel und sah die Angaben des Zeugen bestätigt. Ermittlungen gegen die jungen Hauptverdächtigen aus Solingen, Wesseling und Krefeld begannen. Wie sich herausstellte, hatten sie auch dieses Rennen gefilmt.

Bei der Razzia am Dienstag wurden nun zwei der drei beteiligten Sportwagen, ein Audi R8 und ein Mercedes AMG, sowie Datenträger beschlagnahmt. Außerdem wurden den Beschuldigten die Führerscheine vorläufig entzogen. Der dritte Wagen, ein BMW M3, sei zwischenzeitlich verkauft worden.

Die teuren Wagen hätten die Verdächtigen entweder selbst oder von den Eltern finanziert bekommen. Ermittelt wird auch gegen zwei mutmaßliche Unterstützer aus Siegburg und Köln.

Für die Teilnahme an einem illegalen Rennen drohen den Hauptbeschuldigten nun eine Geldstrafe oder bis zu zwei Jahre Haft. Sollte ihnen eine konkrete Gefährdung Dritter nachgewiesen werden, wäre dies ein besonders schwerer Fall, für den bis zu fünf Jahre Haft verhängt werden können.

Der Tempoverstoß mit 305 km/h ist nach Angaben der Düsseldorfer Autobahnpolizei in der Region mit einem Netz von 700 Autobahnkilometern rekordverdächtig. Laut altem Bußgeldkatalog werden dafür 600 Euro und drei Monate Fahrverbot fällig, laut neuem Bußgeldkatalog sind es 700 Euro. Der Katalog endet bei einer Übertretung von 70 und mehr Stundenkilometern.

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