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Kriminalität

Prozess um Schüsse vor Disco verspätet gestartet

Bielefeld (dpa) - Mit der Verlesung der Anklage hat am Dienstag am Landgericht Bielefeld der Prozess um Schüsse vor einer Diskothek in Ostwestfalen begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft den sechs Angeklagten im Alter zwischen 28 und 40 Jahren unter anderem besonders schweren Landfriedensbruch vor. Einer der Männer war im September 2018 gewaltsam aus dem Club geworfen worden. Um die nach seiner Auffassung verletzte Familienehre vermeintlich wieder herzustellen, soll er seinen Bruder und weitere Verwandte aus einer kurdisch-arabischen Großfamilie gerufen haben, um sich an den Türstehern zu rächen.

dpa

Eine modellhafte Nachbildung der Justitia. Foto: Volker Hartmann

Ein erster Prozess war im Frühjahr 2019 geplatzt. Wie damals startete die zweite Auflage jetzt unter hohen Sicherheitsauflagen mit einer rund 30-minütigen Verspätung. Die Verteidiger hatten noch vor Beginn bemängelt, dass der Verhandlungssaal die in der Corona-Pandemie notwendigen Hygienebedingungen nicht bieten würde. Das wies der Vorsitzende Richter Carsten Glashörster zurück.

Drei der Angeklagten kommen aus Bad Oeynhausen, zwei aus Wolfsburg und einer aus Faßberg. Neben Faustschlägen und Tritten fielen mehrere Schüsse auf die Türsteher. Eines der Opfer hatte einen Durchschuss im Oberschenkel sowie Hämatome und Prellungen am Rücken und an den Rippen. Ein zweites Opfer erlitt neben Prellungen am Kopf einen Streifschuss an der Hand. Bis Januar 2023 sind 67 weitere Termine angesetzt.

© dpa-infocom, dpa:210412-99-176943/3

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