1. www.dzonline.de
  2. >
  3. Nrw
  4. >
  5. Pinkwart: Rheinisches Revier wird größtes Klimaschutzprojekt

  6. >

Pinkwart: Rheinisches Revier wird größtes Klimaschutzprojekt

Inden (dpa/lnw)

Das rheinische Braunkohlerevier muss umgebaut werden. Dafür gebe es bereits viele spannende Ideen, sagt NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart. Anderen geht es mit dem Ausstieg aus der Kohle nicht schnell genug.

Von dpa

Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart. Foto: Oliver Berg/dpa

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) sieht das rheinische Braunkohlerevier auf dem Weg zum weltweit größten Klimaschutzprojekt. Mit Hilfe der von EU, Bund und Land zur Verfügung gestellten Strukturmittel in Milliardenhöhe werde schon heute in zukunftsweisende Technologien von morgen investiert, betonte Pinkwart am Freitag aus Anlass eines Besuchs in der Region. Das rheinische Revier begreife den Strukturwandel durch den beschleunigten Kohleausstieg als große Chance. In den vergangenen Monaten seien von Unternehmen bereits viele spannende Ideen und Projekte entwickelt worden.

Pinkwart informierte sich unter anderem über die Pläne des Tagebautreibers RWE, in Inden (Kreis Düren) den größten Solarpark in NRW mit einem Batteriespeicher für den dort produzierten Strom zu bauen. Der Baubeginn ist für Oktober anvisiert, im Juni 2022 könnte die Anlage in Betrieb gehen.

Ein weiteres Projekt ist der «Brainergy-Park Jülich», in dem Wissenschaft, Unternehmen und Start-ups zusammen an neuen Entwicklungen und Innovationen in den Bereichen Energie, Digitalisierung und Bioökonomie arbeiten werden. Hier sollen bis 2038 rund 2000 neue Arbeitsplätze entstehen. Weitere bis zu 400 Arbeitsplätze sollen bei dem Unternehmen Neuman & Esser aus Übach-Palenberg durch die Produktion von Elektrolyseuren zur Wasserstofferzeugung entstehen.

Nah Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) muss der Braunkohleausstieg in NRW deutlich schneller erfolgen als bisher geplant. Um das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten, müsse die Förderung bis 2028 eingestellt werden, teilte das DIW am Freitag in Berlin mit. In den drei Tagebauen der Region dürften noch maximal 235 Millionen Tonnen Kohle gewonnen werden, und nicht rund 900 Millionen Tonnen wie von RWE geplant.

Durch den schnelleren Kohleausstieg bliebe nicht nur der Hambacher Forst, sondern auch alle Ortschaften am Tagebau Garzweiler erhalten, betonten die Autorinnen der Studie. Nach der bisherigen Planung soll das letzte Braunkohlekraftwerk in NRW bis zum Jahr 2038 abgeschaltet werden. Das DIW hatte die Studie im Auftrag des Bündnisse «Alle Dörfer bleiben» erstellt.

Startseite