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Müllbrand zerstört Wohnungen in Bocholt: Mordkommission

Bocholt (dpa/lnw)

Von dpa

Ein Feuerwehrfahrzeug mit Drehleiter fährt zu einem Einsatz. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

In Brand geratener Müll hat in Bocholt (Kreis Borken) mehrere Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus zerstört und damit einen Schaden von etwa 300 000 Euro angerichtet. Das Haus musste evakuiert werden, 40 Menschen wurden in Sicherheit gebracht, wie die Feuerwehr mitteilte. Demnach griffen die Flammen von brennenden Müllbehältern am späten Mittwochabend über die Außenfassade auf das Dach des vierstöckigen Gebäudes über. Eine Ausdehnung des Brandes auf das Dachgeschoss konnte verhindert werden. Die Polizei schloss vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung nicht aus und setzte eine Mordkommission ein.

Mit Hilfe der Polizei wurde das Gebäude evakuiert. Da die Bewohner ihre Wohnungen zum Teil nicht mehr beziehen konnten, wurden zwei von ihnen in Notunterkünften untergebracht, weitere Bewohner kamen privat unter. Weshalb die Müllcontainer in Brand gerieten, blieb zunächst unklar.

«Ersten Erkenntnissen zufolge brannten mindestens drei Müllcontainer, Sperrmüll und Autoreifen in vollem Ausmaß», erklärte Mordkommissions-Leiter Thomas Masthoff. «Die Flammen schlugen auf die Gebäudewand und das Dach über, nur durch Glück wurde niemand verletzt.» Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt erklärte, dass nicht ausgeschlossen werden könne, dass Unbekannte den Brand möglicherweise vorsätzlich herbeigeführt «und dadurch bewusst Menschenleben gefährdet haben». Auch ein fahrlässiges Brandgeschehen sei denkbar. Die Ermittlungen stünden noch ganz am Anfang.

Ein Brandsachverständiger soll jetzt die Ursache klären. Auch ein Brandmittelspürhund sollte zum Einsatz kommen.

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