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Missbrauchsopfer äußern sich positiv über Visitatoren

Köln (dpa)

Die Bevollmächtigten des Papstes haben ihre Untersuchung im Erzbistum Köln begonnen. Als erstes sprachen sie am Dienstag mit den Opfern sexuellen Missbrauchs - und erwiesen sich als gute Zuhörer.

Von dpa

Peter Bringmann-Henselder, Mitglied im Betroffenenbeirat für sexualisierte Gewalt. Foto: Oliver Berg/dpa

Opfer sexuellen Missbrauchs sind am Dienstag die ersten Gesprächspartner der Apostolischen Visitatoren von Papst Franziskus im Erzbistum Köln gewesen. Die Betroffenen äußerten sich anschließend positiv über den Kontakt mit Bischof Hans van den Hende aus Rotterdam und Kardinal Anders Arborelius aus Stockholm. Die beiden Gesandten untersuchen derzeit die Ursachen der schweren Vertrauenskrise im größten deutschen Bistum.

Am Dienstag hörten sie sowohl derzeitigen als auch früheren Mitgliedern des Betroffenenbeirats zu. Einige Betroffene hatten den Beirat aus Protest gegen Kardinal Rainer Maria Woelki verlassen. Ex-Beiratsmitglied Patrick Bauer beschrieb die Visitatoren in einem Interview mit der «Augsburger Allgemeinen» als «wahnsinnig empathisch und uns zugewandt». Der Deutschen Presse-Agentur sagte Bauer: «Ich habe am Anfang aus Jux gefragt "Wo geht's denn hier zur Inquisition?" Aber genau das war es nicht.»

Die Visitatoren hätten im Wesentlichen zugehört. «Sie haben nichts kommentiert, aber sie haben manchmal zum Beispiel Erstaunen oder Unverständnis signalisiert.» Sie hätten Sätze gesagt wie «Das muss aber schrecklich für Sie gewesen sein» oder «Das war ärgerlich». Er und vier andere ehemalige Beiratsmitglieder hätten mit den Visitatoren im Oval gesessen, so dass eine Gegenüber-Situation vermieden worden sei. Die Visitatoren hätten nicht danach gefragt, wie sich Kardinal Woelki in bestimmten Situationen verhalten habe. Sie hätten ihre Gesprächspartner einfach frei erzählen lassen. Bauer war Anfang der 80er Jahre als Internatsschüler am Bonner Aloisiuskolleg von einem Jesuitenpater sexuell missbraucht worden.

Auch das aktuelle Beiratsmitglied Peter Bringmann-Henselder äußerte sich nach seinem Gespräch mit den Visitatoren zufrieden. «Es war nicht so, wie man es jetzt in den Medien gehört hat, dass sie kommen und richten», sagte er. «Die informieren sich, was ist und was nicht ist.» 

Bringmann-Henselder, der als Heimkind in Köln missbraucht und misshandelt worden war, sprach sich gegen Bischofsrücktritte aus, da sie sich damit nur ihrer Verantwortung entziehen würden. «Ich finde es gut, dass Kardinal Woelki gesagt hat, er bleibt», sagte Bringmann-Henselder der Deutschen Presse-Agentur. «Ich habe bis jetzt noch keinen der Bischöfe oder Kardinäle getroffen, der so vehement an dieser Sache arbeitet wie der Kardinal Woelki.» Nach dem Rücktrittsgesuch des Münchner Kardinals Reinhard Marx in der vergangenen Woche waren auch gegen Woelki erneut Rücktrittsforderungen erhoben worden. Woelki hatte aber klargemacht, dass er bleiben will.

Die Krise im Erzbistum Köln hatte sich unter anderem daran entzündet, dass Woelki ein Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern lange zurückgehalten hatte. Die beiden Visitatoren sollen am Ende ihrer Untersuchungen einen vertraulichen Bericht für Papst Franziskus erstellen. Davon könnte abhängen, ob Woelki im Amt bleibt oder nicht.

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