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Landesumweltamt: Keine Coronaviren in geklärtem Abwasser

Duisburg (dpa/lnw)

In manche Badegewässer werden auch geklärte Abwässer eingeleitet. Besteht dabei für die Badenden die Gefahr einer Corona-Infektion? Nein, beruhigt das Landesumweltamt. Was in Kläranlagen an Resten von Viren gefunden wurde, war nicht mehr infektiös.

Von dpa

Von geklärten Abwässern geht keine Corona-Gefahr für Badegewässer und Trinkwasser aus. Darauf hat das Landesumweltamt NRW am Donnerstag hingewiesen. Untersuchungen hätten gezeigt, dass Corona-Infizierte Viren durch den Stuhl ausscheiden. Teile der Viren-Erbinformation ließen sich anschließend in Kläranlagen nachweisen. «Gleichzeitig ist es bisher nicht gelungen, aus dem Abwasser Viren erneut zu kultivieren und damit ihre Infektiosität nachzuweisen», erklärte der Abteilungsleiter für Umweltanalytik, Klaus Furtmann. «Das heißt: Wir müssen keine Belastung befürchten.» Es bestehe kein Risiko für Badende und das Trinkwasser.

Furtmann bezeichnete das Coronavirus als «leicht zerstörbar». «Es kann aber sein, dass wir in Zukunft mit anderen Viren zu tun haben.» Daher habe das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW damit begonnen, Laborkapazitäten für entsprechende Untersuchungen aufzubauen.

Zusammen mit dem trockenen Wetter sorgte die Pandemie im vergangenen Jahr auch für einen höheren Trinkwasserverbrauch der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen. Viele Menschen hätten sich wegen Reisebeschränkungen und Heimarbeit intensiver um Terrasse und Garten gekümmert, erklärte der Abteilungsleiter für Wasserwirtschaft, Wolfgang Leuchs, in dem am Donnerstag in Duisburg vorgestellten Lanuv-Jahresbericht. «Deswegen wurde zu Hause insgesamt mehr Wasser für das Duschen, die Toilettenspülung, die Bewässerung oder das Befüllen der Pools verbraucht.» Genaue Verbrauchszahlen lägen aber noch nicht vor.

Corona sorgte während des Lockdowns im Frühjahr 2020 auch für bessere Luft. Messungen in den Lockdown-Wochen hätten bestätigt, dass weniger Verkehr zu geringerem Schadstoffausstoß und damit zu einer besseren Luftqualität geführt habe, sagte die Abteilungsleiterin Luftreinhaltung, Angelika Notthoff. Angesichts der kurzen Zeit der starken Verkehrsreduzierung habe sich dies «aber nur in einem geringen Umfang» auf den Jahresmittelwert der Stickstoffdioxid-Belastung ausgewirkt.

Ohne den Corona-Einfluss habe der Rückgang bei etwa 30 Prozent im Vergleich zum langjährigen Mittelwert (2015 bis 2019) gelegen. Verantwortlich dafür seien vor allem Maßnahmen der Luftreinhalteplanung, Fahrzeugverbesserungen und die Wetterbedingungen gewesen. Das Lanuv geht davon aus, dass die Stickstoffdioxid-Belastung in Zukunft weiter abnehmen wird.

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