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Handfester Streit um eine Leiche: Obdachloser verurteilt

Bonn (dpa/lnw)

Von dpa

Abbildungen der Justitia an einer Scheibe am Eingang zu einem Gericht. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild

Nach einem handfesten Streit um eine Leiche hat das Bonner Amtsgericht einen 46-jährigen Obdachlosen wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung sowie Widerstands gegen Polizeibeamte zu einem Jahr Haft mit Bewährung verurteilt. Das teilte eine Sprecherin des Bonner Amtsgerichts am Dienstag mit. Der Angeklagte hatte im Mai 2019 einen befreundeten Trinkkumpan in einer leerstehenden Gaststätte tot aufgefunden und die Polizei informiert.

Als jedoch zwei Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens den toten Freund in einem Leichensack abtransportieren wollten, attackierte der Angeklagte gemeinsam mit einem 49-jährigen Kumpel einen der Mitarbeiter mit Tritten und Schlägen und rief: «Das ist unser Freund, der gehört uns. Der bleibt hier.» Auch gegen eine Festnahme wehrten sich die Obdachlosen. Sie kamen mit knapp drei Promille zur Ausnüchterung in Gewahrsam und dann auf freien Fuß.

Zu seiner Entschuldigung erklärte der Angeklagte, er habe gedacht, Wildfremde wollten seinen toten Freund mitnehmen. Die Bestatter hätte er als solche nicht erkannt, da sie in Zivil erschienen seien. Das Verfahren gegen den Mitstreiter wurde eingestellt, er soll mittlerweile verstorben sein.

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