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Gefälschte Werke von Penck und Uecker: Händler vor Gericht

Düsseldorf (dpa)

Von dpa

Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Christoph Soeder/dpa

Weil er Fälschungen als Originalwerke von A.R. Penck und Günther Uecker angeboten haben soll, steht ein Kunsthändler in Düsseldorf vor Gericht. Der Prozess wegen Betruges und Urkundenfälschung wurde an diesem Donnerstag am Amtsgericht fortgesetzt. Der Händler bestreite die Vorwürfe, erklärte Verteidiger Maik Herfet. «Mein Mandant war und ist auch heute noch überzeugt davon, dass die Werke echt sind, sonst hätte er sie ja nicht zum Kauf angeboten.»

Der 48-Jährige soll die Werke zu fünfstelligen Preisen angeboten haben, obwohl ihm laut Anklage bewusst war, dass es sich nicht um Originale handelt. Die angeblichen Uecker-Werke soll er für 19 000 Euro verkauft haben.

Günther Uecker hatte als Zeuge bereits ausgesagt: «Das ist nicht von mir.» Der älteste Sohn Ueckers, der dessen Lebenswerk verwaltet, sagte am Donnerstag als Zeuge, dass die zum Kauf angebotenen vermeintlichen Uecker-Werke allesamt keine Originale seien.

Der 35-Jährige sprach «von extrem zweifelhaften Objekten. Die Unterschrift passt nicht, der benutzte Bleistift auch nicht.» Laut Anklage hat der Kunsthändler vermeintliche Werke Pencks und Ueckers, bei denen es sich um Totalfälschungen handele, zu Preisen zwischen 25 000 und 68 000 Euro angeboten.

Erst im November hatte der Händler den Streit um ein vermeintliches Bild von Zero-Künstler Günther Uecker vor dem Landgericht Düsseldorf verloren. Er musste einer Büroangestellten 7500 Euro plus Zinsen zurückzahlen, die sie als Anzahlung für das «Sandbild 1986 auf Büttenpapier» geleistet hatte. Im aktuellen Prozess sind am 22. Juli und 10. August noch zwei weitere Verhandlungstage angesetzt.

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