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Fast 2000 Corona-Fälle am Tag: Inzidenz in NRW über 50

Düsseldorf (dpa/lnw)

Die Ferien in NRW neigen sich dem Ende zu. Viele kommen aus dem Urlaub zurück. Gerade junge Leute nutzen die freien Tage, um Freunde zu treffen. Die Infektionszahlen gehen seit Tagen kräftig nach oben. In den Kliniken ist die Patientenzahl aktuell weiterhin niedrig.

Von dpa

Mit fast 2000 neuen Corona-Fällen an einem Tag ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Nordrhein-Westfalen über die Marke von 50 geklettert. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am frühen Samstagmorgen einen Wert von 50,7 für das bevölkerungsreichste Bundesland. Am Vortag hatte der Wert bei 45,5 gelegen. Am Samstag der vergangenen Woche waren es 31,3 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Die NRW-Inzidenz ist erheblich höher als der bundesweite Wert von aktuell 32,7. Nur in den Stadtstaaten Hamburg (68,8) und Berlin (60,7) ist die Sieben-Tage-Inzidenz noch höher. Allerdings sind die Patienten-Zahlen in den NRW-Krankenhäusern im Vergleich zum bisherigen Verlauf der Pandemie weiter sehr niedrig.

Die Gesundheitsämter in Nordrhein-Westfalen meldeten dem RKI binnen eines Tages 1982 Neuinfektionen (Vortag: 1902). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona stieg in NRW um 2 auf 17 320.

Den höchsten Wert im Bundesland verzeichnete am Samstag erneut die Stadt Mönchengladbach mit 88,1. Nur 11 der 53 Kreise und kreisfreien Städte liegen noch unter der Marke von 35. Den niedrigsten Wert gab es im Kreis Unna mit 23,6. Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen. Künftig sollen weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Laut einer Übersicht der Landesregierung steigen die Patienten-Zahlen in den NRW-Krankenhäusern leicht und liegen auf einem sehr niedrigen Niveau in der Pandemie. Mit Datenstand Freitag werden 129 Menschen mit einer Corona-Infektion auf den Intensivstationen behandelt. Das sind acht mehr als am Vortag. Ende Dezember und Anfang Mai mussten jeweils mehr als 1100 Corona-Infizierte intensivmedizinisch im Bundesland behandelt werden. Beatmet werden müssen von den 129 Intensivpatienten 95 (Vortag: 85). Anfang Mai waren es über 860. Landesweit sind 684 Intensivbetten mit Beatmungstechnik frei.

Mit den steigenden Neuinfektionen greifen vorerst in immer mehr Regionen zusätzliche Schutzmaßnahmen der Stufe 2 - beispielsweise in der Innengastronomie, für die dann wieder ein 3G-Nachweis - entweder geimpft, genesen oder getestet - erforderlich ist. Nach einer Übersicht gilt die Stufe 2 ab Sonntag in 14 der 53 Kreise und kreisfreien Städte.

Zu Solingen, Düsseldorf, dem Rhein-Erft-Kreis, dem Oberbergischen Kreis, Köln, Bonn, Krefeld, dem Kreis Gütersloh und Gelsenkirchen kommen Bochum, der Kreis Herford, Herne, Leverkusen und Mönchengladbach hinzu. Voraussichtlich ab Montag sind dann auch Duisburg, Hagen, der Kreis Mettmann und Wuppertal in der aktuell höchsten Stufe der zusätzlichen Corona-Schutzmaßnahmen in NRW. Das sind dann insgesamt 18 der 53 Kreise und kreisfreien Städte in NRW.

Hochzeiten und ähnlich langfristig geplante Feiern sind nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums auch bei einer Inzidenzstufe 2 mit Schutzvorkehrungen möglich. Die Kreise und kreisfreien Städte seien darauf hingewiesen worden, dass auch in Inzidenzstufe 2 Hochzeiten und ähnliche langfristig geplante Feiern durch eine Ausnahme nach Paragraf 21, Absatz 3 der Corona-Schutzverordnung ermöglicht werden könnten, ohne dass auf Musik und Tanz verzichtet werden müsse, hatte das NRW-Gesundheitsministerium bereits am Donnerstag mitgeteilt.

Nachdem sich am Dienstag die Ministerpräsidentenkonferenz im Grundsatz darauf verständigt habe, dass Geimpften und Genesenen alle Angebote, Einrichtungen und Tätigkeiten wieder offenstehen sollen und dies grundsätzlich auch für Getestete gelten solle, erscheine ein Festhalten an der bisherigen Regelung nicht mehr angemessen. Dem könne durch die Ausnahmeregelung Rechnung getragen werden, die zunächst bis zum Auslaufen der aktuellen Corona-Schutzverordnung am kommenden Donnerstag gelte. Sie erfordere aber ein Schutzkonzept. «Die Kommunen haben hier Spielraum für passgenaue Lösungen, die den örtlichen Gegebenheiten Rechnung tragen», erklärte das Ministerium.

Nach den RKI-Impfdaten mit Stand Freitag sind in NRW bisher 58,8 Prozent der Einwohner vollständig geimpft. Mindestens einmal geimpft sind 66,4 Prozent. Beide Quoten liegen über dem Bundesdurchschnitt.

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