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Fußball

Fan-Vertreter kündigt weitere Proteste an

Dortmund (dpa) - Der Protest der Fans über kommerzielle Auswüchse im Fußball könnte auch nach dem erfolgreichen Widerstand gegen die Super-League-Pläne weitergehen. «Wenn wieder Fans in die Stadien kommen, wird es lautstarke Proteste geben. Die vergangene Woche hat gezeigt, dass wir das Spiel nicht einfach den Märkten überlassen dürfen. Ich habe den Eindruck, dass weiterhin viele Akteure blind sind vor Gier», sagte Jakob Scholz, einer der Köpfe der Fanabteilung von Borussia Dortmund, der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung».

dpa

Das Vereinlogo ist an der Fassade der FanWelt von Bundesligist Borussia Dortmund. Foto: Bernd Thissen

Scholz hält auch die Pläne der UEFA, die Champions League zu reformieren, für bedenklich: «Die Neustrukturierung des Wettbewerbs wird bewirken, dass die Schere zwischen großen und kleinen Clubs im europäischen Fußball weiter auseinander geht. Zum Beispiel weil bestimmten Vereinen die Möglichkeit gegeben wird, bei verpasster sportlicher Qualifikation über eine Koeffizientenregelung an der Champions League teilzunehmen.» Ab 2024 werden 36 statt 32 Teams dort spielen, jede Mannschaft absolviert zehn statt sechs Gruppenspiele.

Scholz sieht die kritischen Fans derzeit von den großen Verbänden vereinnahmt. Die Aussage von IOC-Präsident Thomas Bach, dass die Fußball-Anhänger bei ihrem Protest gegen die Super League «für die wertebasierten Sportorganisationen» eingetreten seien, bezeichnete er «als Schlag ins Gesicht».

«Verbände wie das IOC, die vielen Vorwürfen im Bereich Korruption ausgesetzt sind, sind keine Partner, mit denen wir auf der gleichen Seite stehen. Auch die UEFA (Europäische Fußball-Union) und die ECA (Europäische Club-Vereinigung) stellen sich ja jetzt als die Heilsbringer des Fußballs hin. Aber in Wahrheit haben wir komplett andere Ziele: Wir wollen den Fußball nachhaltiger und für uns alle lebenswerter machen. Darum ging es den Verbänden nie», sagte Scholz.

Auch die Politik solle eine Mitverantwortung dafür tragen, «den Fußball als Kulturgut zu schützen». «Ganz normale Bürgerinnen und Bürger haben verstanden, worauf das Ganze abzielt, das könnte den Anstoß zu neuen rechtlichen Rahmenbedingungen geben. In Großbritannien gibt es neuerdings Politiker, die fordern, das einzuführen, was uns in Deutschland etwas resistenter gegen die Super League machte, das macht uns ein wenig stolz», sagte Scholz.

© dpa-infocom, dpa:210425-99-344952/2

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