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Demonstrationen

Demonstration für Kreml-Kritiker Nawalny in Düsseldorf

Düsseldorf (dpa/lnw) - Unter dem Motto «Lasst Nawalny nicht sterben!» haben in Düsseldorf Menschen für den inhaftierten Kremlkritiker demonstriert. Mit dabei war am Mittwochabend auch Jacques Tilly, der seinen Motivwagen aus dem Karneval zur Verfügung gestellt hatte. Er zeigt einen kämpferischen Nawalny, der dem scheinbar übermächtigen Putin einen schmerzhaften Tritt versetzt. Nach Polizeiangaben nahmen zu Beginn der Kundgebung etwa 100 Demonstranten teil.

dpa

Demonstrantinnen halten Protestplakate in den Händen. Foto: Federico Gambarini

Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny ist seit rund drei Wochen im Hungerstreik. «Wir können nicht mehr warten. Die Situation ist zu kritisch!» - mit diesen Worten hatte Nawalnys Mitarbeiter Leonid Wolkow weltweite Protestaktionen angekündigt.

Die Initiative «Freies Russland NRW» hatte zu der Kundgebung in Düsseldorf aufgerufen. Sie forderte die Bundesregierung auf, nicht tatenlos zuzuschauen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Mahnwachen für Nawalny in mehreren deutschen Städten angekündigt, unter anderem vor der russischen Botschaft in Berlin.

In über 100 Städten in Russland und über 70 Städten weltweit hätten sich Menschen dem Aufruf angeschlossen, Nawalny freizulassen und seinen Ärzten Zugang zu ihm zu gewähren, so die Veranstalter in Düsseldorf.

Amnesty International teilte am Mittwoch mit, man sei in großer Sorge um Nawalny. Noch immer werde ihm eine angemessene medizinische Versorgung seines Vertrauens verweigert. Bei Protesten gegen die Inhaftierung Nawalnys in Russland gab es am Mittwoch Festnahmen.

Nawalnys Team hatte in mehr als 200 russischen Städten spontan Proteste angekündigt, weil sich der Gesundheitszustand des 44-Jährigen im Straflager massiv verschlechtert haben soll. Der Oppositionelle, der im vergangenen Sommer nur knapp einen Giftanschlag überlebte, klagt bereits seit längerem über starke Rückenschmerzen und Lähmungserscheinungen in Arm und Bein. Aus Protest gegen mangelnde medizinische Versorgung ist er in einen Hungerstreik getreten.

© dpa-infocom, dpa:210421-99-298313/2

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